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Blackout in Köln: So wahrscheinlich sind Stromausfälle im Winter wirklich

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Von: Oliver Schmitz

Wegen der Energiekrise wird vor möglichen Blackouts im Winter gewarnt. Auch die Stadt Köln bereitet sich darauf vor. Lokal besteht Stromausfall-Gefahr.

Köln – Im Zuge der Energiekrise steigen nicht nur die Gaspreise in Köln, sondern auch die Sicherheit der Strom- und Gas-Versorgung wird zunehmend zum Thema. Immer mehr Politiker, wie der Chef des Städte- und Gemeindebundes, warnen deshalb vor möglichen „Blackouts“ im kommenden Winter. Doch wie wahrscheinlich sind tage- oder gar wochenlange Stromausfälle in Köln eigentlich? 24RHEIN hat bei RheinEnergie und der Stadtverwaltung nachgefragt.

Köln: Wie hoch ist die Gefahr für Blackouts im Winter?

Wie hoch die Gefahr vor Blackouts im Kölner Raum tatsächlich ist, lässt sich laut dem Strom- und Gas-Grundversorger RheinEnergie „nicht seriös beantworten“. Das Strom- und Gasnetz in Köln sei „Teil eines größeren Zusammenhangs beziehungsweise an die vorgelagerten Netze angebunden“, sagte ein Sprecher gegenüber 24RHEIN.

Das bedeutet: Stromausfälle infolge der Gas-Krise sind von Dingen abhängig sind, die teils weit entfernt liegen. Dementsprechend schwierig ist es auch einzuschätzen, wie stabil die Strom- und Gas-Versorgung konkret im Kölner Raum ist. Laut dem Übertragungsnetzbetreibers Amprion, der unter anderem für NRW zuständig ist, könnte es regionale Stromausfälle in Deutschland geben. Wo genau, sei aber vorher nicht absehbar.

Links der beleuchtete Kölner Dom bei Nacht und rechts ein Warnschild mit der Aufschrift „Blackout“. (IDZRW-Montage)
Bei einem wirklichem „Blackout“ würde in ganz Köln die Lichter ausgehen. (IDZRW-Montage) © Marius Becker/dpa & Christian Ohde/Imago

Blackout Köln: Drohen im Winter Stromausfälle? „Lage ist angespannt“

Einschätzungen über die Sicherheit der Strom- und Gasversorgung werden vor allem für ganz Deutschland abgegeben. Dafür ist die Bundesnetzagentur zuständig, die regelmäßig einen Lagebericht veröffentlicht. Die aktuelle Lage (15. September 2022) wird als „angespannt“ bezeichnet, da eine „weitere Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen“ werden könne.

Jedoch sei die Gasversorgung im Moment „stabil“ und die „Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit weiter gewährleistet.“ Das unterstrich auch RheinEnergie nochmal: „Grundsätzlich verfügt Deutschland über eines der sichersten Stromversorgungssysteme in Europa.“ Somit müssen Kölnerinnen und Kölner nach aktuellem Stand nicht mit größeren Stromausfällen im Winter rechnen.

Sorge vor Blackout? Diesen Notfallvorrat sollte jeder zu Hause haben

Als Vorbereitung auf einen Katastrophenfall, wie einen Blackout, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz die Anschaffung eines Notfallvorrats.

Blackout in Köln: Heizlüfter könnten zu lokalen Stromausfällen führen

Tatsächlich zu einem Problem in Köln könnten aber elektrische Heizlüfter werden. „Was die mögliche Gefahr von Stromausfällen durch Heizlüfter angeht, so ist sie in der Tat gegeben“, sagte ein RheinEnergie-Sprecher auf Anfrage. Jedoch kann von einem Blackout in dem Fall nicht die Rede sein. Denn die Stromausfälle würden nicht flächendeckend, sondern lokal im „Niederspannungsnetz“ stattfinden. Davon wären dann „einzelne Straßen bzw. Straßenzüge“ betroffen.

Blackout in Köln: Stadt bereitet sich auf Stromausfälle bis zu 72 Stunden vor

Auch wenn die reale Gefahr eines Blackouts noch gering ist, bereitet sich die Stadt Köln auf größere Stromausfälle vor, sagte eine Sprecherin zu 24RHEIN. Der neu gebildete Krisenstab „Energiesicherheit“, würde vor allem den sogenannten „Sensibilisierungserlass“ des NRW-Innenministeriums abarbeiten. Dieser geht unter anderem von einem Szenario aus, bei dem der Gasmangel so groß wäre, dass es unter anderem Stromausfälle „bis zu 72 Stunden“ geben könnte. Genau drauf habe sich die Stadt Köln einzustellen.

Um möglichen Katastrophenfällen, wie eben Blackouts, gerecht zu werden, hat die Stadt einen Notfallplan erarbeitet. Dieser umfasst unter anderem folgende Punkte:

Genauere Details zu der genauen Blackout-Vorsorge wollte die Stadt zum „Schutz der Kritischen Infrastruktur“ nicht nennen. Jedoch werden die Pläne alle fünf Jahre überarbeitet, zuletzt 2022. Um möglichst keine Probleme mit der Stromversorgung zu bekommen, werden bereits seit Anfang August Energie-Sparmaßnahmen in ganz Köln umgesetzt. (os) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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