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Kampfjets fliegen über Köln: Warum Eurofighter und Tornados zu sehen sind

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Von: Oliver Schmitz

Ein Eurofighter startet über einem Wald zu einer Luftraum-Überwachung in Richtung Estland.
Immer wieder sind derzeit Kampfjets über Köln zu sehen – doch warum fliegen Eurofighter und Tornados über die Stadt? (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Immer wieder sieht man Kampfjets, die über Köln fliegen – sowohl Eurofighter als auch Tornados. Warum fliegen die Kampfjets über NRW?

Köln – Gefühlt fast täglich fliegen derzeit Kampfjets über Köln. Und das so tief, dass sie nicht nur sehr gut zu hören, sondern auch mit bloßem Auge zu sehen sind. Alleine am Donnerstagmorgen (11. August) zweimal kurz hintereinander. Warum fliegen die Kampfjets überhaupt? 24RHEIN hat bei der Bundeswehr nachgefragt.

Köln: Kampfjets kommen aus Nörvenich – Eurofighter und Tornado auf Trainingsflügen

Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado startet vom Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) in der Eifel.
Am Luftwaffen-Standort Nörvenich sind neben Eurofighter seit Juni 2022 auch Tornado-Kampfjets stationiert. © Harald Tittel/dpa

Die Kampfjets, die immer wieder über Köln fliegen, stammen vom Fliegerhorst Nörvenich bei Düren, sagte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zu 24RHEIN. Der Grund: Trainingsflüge für die Piloten. Neben Eurofightern sind seit Juni 2022 in Nörvenich auch Tornado-Kampfflugzeuge stationiert.

Am Donnerstagmorgen waren beide Jet-Typen über Köln zu sehen. Laut Bundeswehr flogen gegen 9:22 Uhr zuerst drei Eurofighter in 7000 Fuß Höhe (circa 2100 Meter) und gegen 11:07 Uhr dann vier Tornado-Jets im „Formationsflug“ in 5000 Fuß Höhe (circa 1500 Meter) über das Stadtgebiet. Beide Flüge gingen jeweils von Süd-Westen über die Kölner Innenstadt nach Nordosten. Heißt also: Nicht nur Kölner und Kölnerinnen hören die Kampfjets.

Das ist der Eurofighter-Jet

Der „Eurofighter Typhoon“ ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug. Es kann für mehrere Zwecke eingesetzt werden. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK), Italien und Spanien entworfen und gebaut. Der Kampfjet wird neben den vier Entwurfsländer auch noch von Österreich, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Oman genutzt.

Erstflug: 27. März 1994

Indienststellung: 25. Juli 2006

Produktionszeit: Seit 2003 in Serienproduktion

Stückzahl: 571 (Stand: Dezember 2021)

Kampfjets über Köln: Tornados in Nörvenich – nicht mehr Flüge?

Durch die Verlegung der Tornados befinden sich mittlerweile tatsächlich deutlich mehr Kampfjets am Militärflugplatz in Nörvenich. Trotz Protest von Anwohnern sind nun statt 30 ganze 55 Flugzeuge dort stationiert. Doch kommt es dadurch auch tatsächlich zu mehr Flügen, wie es vielleicht wirken mag? Nein, sagt die Bundeswehr. „Eine Analyse der Flugdichte zeigt keine häufigeren Flugbewegungen über dem Stadtgebiet Köln“, sagte der Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage an.

Jedoch wurden seit Juni 2022 die „An- und Abflugwege zur Basis in Nörvenich etwas aufgelockert“. Damit soll die Lärmbelastung für die Bevölkerung möglichst gering gehalten werden. Dadurch sollen die Kampfjets laut Bundeswehr auch an „sonst nicht überflogenen Orten wahrgenommen werden“.

Das ist der Tornado-Jet

Der „Panavia 200 (PA-200) Tornado“ ist ein zweisitziges, allwetterfähiges Kampfflugzeug. Es ist mit zwei Strahltriebwerken sowie Schwenkflügeln ausgerüstet und für mehrere Zwecke einsetzbar. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK) und Italien entworfen und gebaut. Deutschland, Italien und Saudi-Arabien nutzen den Kampfjet in unterschiedlichen Rollen. 

Erstflug: 14. August 1974

Indienststellung: 1980

Produktionszeit: 1979 bis 1998

Stückzahl: 992

Kampfjets vom Fliegerhorst Nörvenich: Immer wieder Sichtungen über Köln

Der Fliegerhorst Nörvenich ist tatsächlich einer der wichtigsten Bundeswehr-Standorte in NRW. Zumindest was die Luftwaffe angeht. Er ist unter anderem einer von vier Eurofighter-Standorten des deutschen Militärs. Durch die Verlegung der Tornado-Kampfjets vom Fliegerhorst Büchel im Juni 2022 hat er nun noch mehr Bedeutung gewonnen.

Dadurch sind in der Vergangenheit bereits immer wieder Flüge der Kampfjets über Köln gesichtet worden. Das trifft auch auf den Rest von NRW zu, denn die Testflüge der Flugzeuge gehen über das ganze Bundesland.

Fliegerhorst Nörvenich
Adresse/StandortFliegerhorst, 52388 Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe (Bundeswehr)
Beschäftigte450 Zivil, 1850 Soldaten (+450 seit Juni 2022)

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