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Wie hilft man Köln – oder ist Köln etwa nicht zu helfen?

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Von: Peter Pauls

Vision der Hohenzollernbrücke in Köln, die Brücke begrünt mit Menschen ohne Bahnverkehr im Hintergrund der Kölner Dom
Teil der Vision „Neue Mitte Köln“: So könnte die Hohenzollernbrücke am Dom eines Tages aussehen – ohne Bahnverkehr. © neue mitte köln e.V. / nmk.koeln

Auch wenn es immer wieder zu Reibungen, Verzögerungen und Frust kommt: Die Stadt Köln braucht das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger mehr den je, meint unser Gastautor Peter Pauls.

Köln – Als der dänische Reeder Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller beschloss, seiner Heimat ein Opernhaus zu schenken, ging er auf die 90 zu. Viel Lebenszeit blieb dem Mann, der das größte Unternehmen Skandinaviens geschaffen hat, nicht. Daher ließ er der Kopenhagener Stadtführung keine Wahl: So und nicht anders sollte das Geschenk aussehen, wie es ein von ihm beauftragter Architekt von Weltruf entworfen hatte. Ferner trat der Geber als Bauherr auf. Letztlich wurde die Bedingung akzeptiert. Nach nur drei Jahren wurden die Pläne für die Dänische Nationaloper Wirklichkeit und Mærsk konnte noch lange in „seine“ Oper gehen, bis er im Alter von 98 Jahren starb.

Kölner Stadtmuseum: Stifterehepaar wollte Erweiterung schenken - und zog gekränkt zurück

Ob der Mäzen auch in Köln weitergekommen wäre? Der Fall des Stifterehepaars Hans und Marlies Stock war indes nicht so spektakulär, hatte es aber dennoch in sich. Die Eheleute hatten der Stadt eine Erweiterung des Kölner Stadtmuseums schenken wollen. Zunächst blieb das Angebot ohne Reaktion, und dann geriet es heftig in die Verwaltungs- und Politikmühlen. Diese hatte der Reedereichef sich seinerzeit ersparen wollen, denn hierfür sind gute Nerven nötig. Gebende fühlen sich mitunter auf den Behördenvorgang reduziert. 2009 zog das Ehepaar Stock sein Angebot gekränkt und verärgert zurück.

Wallraf-Richartz-Museum Köln: Wohin mit den Millionen des Stifterrats?

Oder der Stifterrat für das Wallraf-Richartz-Museum (WRM). Er war 1999 auf Anregung des verstorbenen Kölner Oberstadtdirektors Lothar Ruschmeyer gegründet worden, den die Kosten für den WRM-Neubau sorgten und der Unterstützer suchte - letztlich grundlos, wie sich später herausstellte. Als Folge setzte der Stifterrat, der nun über erhebliche Mittel verfügte, sich für den Bau eines Erweiterungsbaus des Museums ein. Das Spiel dauerte fast 20 Jahre. Eine deutliche Wendung zum Besseren gelang erst, als OB Henriette Reker die Erweiterung zur Chefsache machte und in Peter Jungen als Stifterratsvorsitzendem ein beharrliches Gegenüber fand. Die Debatten um die Kunst-Sammlung des Ehepaars Corbaud lasse ich außen vor. Sie würde mehr als einen Newsletter füllen.

Lässt die Stadt Köln den Ideen und dem Engagement seiner Bürger genügend Raum?

Lassen Städte und insbesondere Köln ihren Bürgern Raum? Greifen sie Angebote auf und schauen, wie sie Initiativen in einen Aufgabenkatalog integrieren können? Oder spricht man einfach nicht die dieselbe Sprache und großzügige Angebote werden als Störung der Arbeitsroutine wahrgenommen? Überfordert man sich gegenseitig? Wer bindet die Initiativen in den Stadtvierteln ein, schafft Räume, setzt Grenzen? Ist der Gedanke, der Hohe Straße in Köln ein Dach zu geben, mehr als eine Silvesterrakete, die nur sekundenlang glitzert? Ebenso wie die Verlegung des Kölner Hauptbahnhofs, die Vision „Neue Mitte Köln“? Oder die Pläne für den Neumarkt, beauftragt von einer Anwohnerinitiative um den Kunst-Auktionator Henrik Hanstein? Ist die Kraft des „KölnGold“-Buches etwa bereits verpufft und dient der Neubau einer Rheinischen Musikschule nur dem Geldbeutel daran beteiligter Unternehmen? Braucht Köln seine Bürger nicht mehr denn je?

Über solche (Zukunfts-)Fragen diskutiere ich im Kölner Presseclub am Mittwoch, 10. November, 19:30 Uhr im Hotel Excelsior Ernst mit Stadtdirektorin Andrea Blome, dem Bauunternehmer Anton Bausinger und dem Architekten Kaspar Kraemer. Sie sind interessiert und geimpft oder getestet? Wir freuen uns über Ihre Anmeldung unter info@koelner-presseclub.de.

Unser Gastautor Peter Pauls

Peter Pauls ist Vorsitzender des Kölner Presseclubs. Zuvor war er lange Jahre Chefredakteur der Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger. Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter des Kölner Presseclub, den Sie hier abonnieren können.

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