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NRW-Wahl: Knapp 9000 Menschen wählen Politikerin, die gar nicht in den Landtag will

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Von: Max Müller

Ursula Heinen-Esser (CDU), damalige Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen, sitzt im Landtag auf der Regierungsbank.
Ursula Heinen Esser wird in Zukunft nicht mehr im Düsseldorfer Landtag sitzen. © Marius Becker/dpa

Ursula Heinen-Esser hatte bereits vor der NRW-Wahl angekündigt, ein mögliches Mandat nicht anzunehmen. 8759 Menschen wählten sie trotzdem.

Köln – Ihr Name stand zwar auf dem Wahlzettel, aber bereits vor der Landtagswahl in NRW machte Ursula Heinen-Esser (CDU) klar, dass sie im Falle eines Sieges ihr Mandat nicht wahrnehmen möchte. Heinen-Esser trat im Wahlkreis Köln VI (Köln-Innenstadt und Köln-Kalk) an, auf der CDU-Landesliste steht sie auf Platz 6. Doch für einen Rückzieher war es zu spät. Die Wahlzettel waren bereits fertig, die Frist abgelaufen – so musste Heinen-Esser letztlich Kandidatin bleiben.

Landtagswahl NRW: Ursula Heinen-Esser wird von 8759 Kölnern gewählt

Somit war Heinen-Esser weiterhin wählbar. Ob aus Versehen oder mit voller Überzeugung: 8759 Kölnerinnen und Kölner haben am Wahlsonntag mit ihrer Erststimme für die ehemalige NRW-Umweltministerin votiert. Das entspricht 15 Prozent aller Stimmen. Damit erreichte Heinen-Esser den dritten Platz. Das Direktmandat ging an die Grünen-Abgeordnete Berivan Aymaz, auf Platz zwei landete SPD-Kandidat Florian Schuster.

Der Hintergrund des Rückzugs: Heinen-Esser steht im Mittelpunkt der sogenannten „Mallorca-Affäre“. Was war passiert? Während durch die Flut im Sommer 2021 in Nordrhein-Westfalen 49 Menschen ihr Leben verloren, weilte die Ministerin auf Mallorca. Sie kehrte kurzzeitig zurück, flog dann wieder auf die Insel, um den Geburtstag ihres Mannes zu feiern. Bei dieser Feier waren auch Ina Scharrenbach (NRW-Heimatministerin), Stephan Holthoff-Pförtner (NRW-Europaminister) und Serap Güler (Bundestagsabgeordnete, alle CDU) dabei.

Ursula Heinen-Esser zieht vor NRW-Wahl Konsequenzen

In der Aufarbeitung verstrickte sich Heinen-Esser in Widersprüche. Dazu wurden die Informationen erst Häppchen für Häppchen serviert, wichtige Details kamen erst durch Medienberichte ans Licht. Der Druck auf die 56-Jährige wurde extrem hoch. Mit ihrem Rücktritt am 7. April zog sie die Konsequenzen. (mm) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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