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Tiere aus Südamerika mitten in Köln aufgetaucht – was passiert jetzt mit den Nutrias?

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Von: Nina Büchs

Ein Nutrias kommt aus dem Wasser.
Nutrias werden auch „Biberratten“ genannt. Ihr besonderes Erkennungsmerkmal sind ihre orangefarbenen Nagezähne. © IMAGO / Shotshop

Obwohl Nutrias in Städten eher selten gesichtet werden, sind die Tiere nun in Köln aufgetaucht.

Köln – Manchmal weiß man gar nicht genau, welches Tier man da vor sich hat: Denn Nutrias werden häufig mit Ratten oder Bibern verwechselt. Obwohl sie in Städten selten vorkommen, sind die Tiere nun in Köln jedoch am Ebertplatz und in Sürth aufgetaucht. Und auch in Bonn an der Rheinaue fühlen sich Nutrias wohl – dort hat die Stadt bereits ein Fütterverbot verhängt. Doch Nutrias können auch erhebliche Schäden anrichten. Aber was passiert dann?

Wissenschaftlicher NameMyocastor coypus
Gewicht6,4 Kilogramm
Länge52 Zentimeter
Höhere KlassifizierungMyocastor

Nutrias können Schäden anrichten – werden sie nun auch in Köln gejagt?

Nutrias sehen auf den ersten Blick vielleicht putzig aus – doch die Tiere, die eigentlich aus Südamerika stammen, sorgen mancherorts auch für jede Menge Ärger. So zum Beispiel am Niederrhein, dort haben sie beim Höhlenbau Deiche und Uferbefestigungen beschädigt und sind damit eine Gefahr für den Hochwasserschutz, berichtete kürzlich die Rheinische Post. In Köln haben die Tiere bislang jedoch keine Schäden verursacht, so Birgit Konopatzki, Pressesprecherin der Stadtentwässerungsbetriebe. Dies könnte auch daran liegen, dass sie sich eher selten in City-nahen Gewässern niederlassen, weiß Achim Kemper vom Naturschutzbund (NABU) Köln.

Sollten die Tiere jedoch zur Gefahr werden, werden sie von Jagdausübungsberechtigten, oder von Personen, die eine Waffenerlaubnis besitzen und die über eine vom Veterinäramt bestätigte besondere Sachkunde verfügen, gejagt, so Pressesprecher Peter Schütz vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. Doch heißt das, dass die Tiere am Ebertplatz nun abgeschossen werden? Schütz gibt Entwarnung: „Ein Schusswaffeneinsatz ist in bebauten Bereichen nur in Ausnahmefällen möglich. Die Gefährdung von Menschen muss ausgeschlossen sein. Im Siedlungsraum und in öffentlichen Anlagen wird man Nutrias einfangen müssen und hiermit Personen beauftragen, die mit dem Fang von Nutrias vertraut sind.“ Am Ebertplatz und in Sürth, wo die Tiere kürzlich gesehen wurden, dürfte ihnen also vorerst keine Gefahr drohen.

Nutrias: In diesen Fällen dürfen die Tiere bekämpft werden – Behörde muss darüber entscheiden

Gegen die pelzigen Tiere vorgehen kann man tatsächlich nur in bestimmten Fällen. Denn Nutrias unterliegen dem allgemeinen Schutz wildlebender Tiere. Nur bei Vorliegen eines vernünftigen Grundes dürfen sie gefangen oder getötet werden, geht aus einer Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW aus dem Jahr 2008 hervor. „In erster Linie wird der Nutria nur aus naturschutzfachlichen Gründen und zur Verringerung wasser- oder landwirtschaftlicher Schäden bekämpft“, so das Ministerium. „Ob die Tiere lokal zur Bedrohung werden, entscheidet in NRW die zuständige untere Naturschutzbehörde der Kreise oder der kreisfreien Städte.“

Da es bislang in Köln noch zu keinen Schäden gekommen ist, dürfte es also keinen Grund geben, gegen Nutrias in der Domstadt am Rhein vorzugehen. (nb)

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