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Schmuggler nähen lebende Tiere in Stoffpuppen ein – Kölner Zoll findet zehn tote Reptilien

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Von: Nina Büchs

Eines der sichergestellten Reptilien befindet sich nun in einem Terrarium.
Der Zoll stellte am Flughafen Köln/Bonn mehrere Reptilien in zugenähten Stoffpuppen sicher. © Hauptzollamt Köln

Die Tiere wurden von den Schmugglern ohne ausreichend Luft in eingenähten Stoffpuppen außer Landes gebracht. Zehn der 26 artgeschützten Reptilien überlebten die Reise nicht.

Köln – Es ist eine unvorstellbare Tierquälerei, bei der sich Schmuggler immer neue Methoden einfallen lassen, um ihre „Ware“, nämlich lebende Tiere, vor dem Zoll zu verstecken. Eine besonders einfallsreiche, aber vor allem grausame Methode dachten sich nun Schmuggler aus Mexiko aus. Am Flughafen Köln/Bonn stießen Zollbeamte auf Pakete mit mexikanischen Süßigkeiten, Süßigkeiten und Spielsachen, wie Stoffpuppen. Bei genauerem Hinsehen entdeckten sie jedoch, dass sich in den Stoffpuppen 26 artengeschützte Reptilien befanden, die ohne ausreichende Belüftung nach Deutschland geschmuggelt wurden.

Flughafen Köln/Bonn: Zoll entdeckt Reptilien in Stoffpuppen - zehn Tiere überlebten Transport nicht

Bei den eingeschleusten Tieren handle es sich um artengeschützte Dosenschildkröten, Baumschleichen und Krötenechsen aus Mexiko. Tragisch endete der Transport jedoch für zehn der 26 Tiere – sie überlebten den Transport wegen der unzureichenden Luftzufuhr nicht. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Hauptzollamts Köln, des Museums Alexander Koenig in Bonn und des Bundesamtes für Naturschutz hervor.

Im Paket der Schmuggler befanden sich diese mexikanischen Süßigkeiten und Stoffpuppen.
Der Zoll hat am Flughafen Köln/Bonn 26 Reptilien in zugenähten Stoffpuppen entdeckt. © Hauptzollamt Köln

Schmuggel am Flughafen Köln/Bonn: Tiere wurden am 30. Oktober und 8. November vom Zoll entdeckt

Die Tiere wurden am 30. Oktober und am 8. November vom Zoll entdeckt. Zur genauen Artenbestimmung wurden sie anschließend ins Zoologische Forschungsmuseum gebracht. „Bei unseren Luftfrachtkontrollen müssen wir ja grundsätzlich mit allem rechnen, aber lebende und artengeschützte Tiere zu finden ist schon erschreckend. Daher macht es uns stolz, durch unsere tägliche Arbeit einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten“, so Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln.

Reptilien in Stoffpuppen am Flughafen Köln/Bonn gefunden: Das passiert nun mit den Tieren

Wie es in der Pressemitteilung heißt, wurden die mexikanischen Behörden umgehend über den illegalen Transport der Tiere informiert. Dabei hat der Zoll auch angefragt, ob die Reptilien wieder in ihre Heimat zurückgebracht werden sollen. Wenn die Behörden zustimmen und die Tiere gesund genug sind, werden sie daher nach Mexiko zurückgeschickt.

Zoll entdeckt eingeschleuste Tiere am Flughafen: Bußgeld von bis zu 50.000 Euro möglich

Bei den Schildkröten und den Echsen handle es sich außerdem um Tierarten, die unter die Vorschriften des internationalen Washingtoner Artenschutz fallen. Das Bundesamt für Naturschutz hat nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet. In die Bemessung des Bußgeldes fließen verschiedene Faktoren, wie die Anzahl und der Schutzstatus der Tiere, sowie die Art und Weise des Transports mit ein. Wie das Bundesamt für Naturschutz gegenüber 24Rhein mitteilte, kann dafür eine Summe von maximal 50.000 Euro fällig werden. Eine konkrete Bußgeldsumme kann derzeit noch nicht genannt werden. (nb)

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