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Razzia in Kölner Arztpraxis und Apotheke nach Impfaktion für italienische Hotel-Mitarbeiter

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Eine Spritze steckt in eine Flasche des Corona-Impfstoffes Moderna.
Ermittelt wird unter anderem wegen Unterschlagung von Impfstoff (Symbolbild) © APress/Imago

In Köln sind am Donnerstag eine Arztpraxis und eine Apotheke durchsucht worden. Ermittelt wird unter anderem wegen Unterschlagung von Impfstoff und Bestechung.

Köln/München – Nach der fragwürdigen Impfung von Mitarbeitern eines italienischen Hotels in München führt jetzt auch eine Spur nach Köln. Die Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben vom Freitag entsprechend ausgeweitet. In Köln seien am Donnerstag (1. Juli) eine Arztpraxis und eine Apotheke durchsucht worden, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Held der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei hatte ebenfalls am Donnerstag Wohnungen und Geschäftsräume in Köln und Bergheim durchsucht. Sie sollen den Betreibern zweier im Corona-Teststellen gehören, die im Juni vom Kölner Gesundheitsamt geschlossen wurden. Den Betreibern wird ein dreister Abrechnungsbetrug zur Last gelegt.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt im Zuge der Impfaktion gegen mehrere Beschuldigte wegen Verdachts der Unterschlagung von Impfstoff sowie der Bestechung und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren am 21. Mai rund 120 Mitarbeiter des italienischen Urlaubs-Ressorts Forte Village nach München gereist, um dort geimpft zu werden. Nach einem kurzen Aufenthalt flogen die Hotel-Beschäftigten zurück nach Sardinien.

Impfaktion für Hotel-Mitarbeiter – Mediziner aus Köln soll mitgeimpft haben

Weitere Ermittlungen hätten ergeben, dass es gut eine Woche später am Münchner Airport eine zweite Impfaktion für Hotel-Mitarbeiter eines anderen Hotels in Italien gegeben habe, sagte Held. Dabei soll auch der Kölner Mediziner mitgeimpft haben. Deswegen werde auch gegen ihn ermittelt. Nach Bekanntwerden der ersten Impfaktion hatten sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Aufklärung verlangt. „Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland“, hatte Söder gesagt. (dpa/lnw) 

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