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Köln: Ab wann kann ich eigentlich durch den Rhein laufen?

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Von: Sofia Popovidi

Der Rhein bei Köln bei starkem Niedrigwasser.
Der Rhein ist an vielen Stellen durch das Niedrigwasser sehr schmal geworden. © Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago

Der Rheinpegel erreicht in vielen Städten Rekordtiefs. Ist es irgendwann möglich, durch den Rhein in Köln zu laufen?

Köln – Den Rhein zu Fuß durchqueren, eine dystopische Vorstellung. Bei der anhaltenden Hitze in Köln und NRW, sowie dem immer weiter sinkenden Rheinpegel bald Realität. Dem Kölner Rhein fehlen nur noch elf Zentimeter bis zum Rekordtief, aktuell liegt er bei 0,78 Metern (Stand: 20.08.2022). Doch wäre das wirklich möglich?

Das Niedrigwasser schränkt immer mehr Frachtschiffe ein. Sie müssen ihr Tempo verlangsamen und dürfen nur noch 50 Prozent ihrer Ladung transportieren, damit sie leichter sind und nicht so tief im Wasser liegen. Aber auch Ausflugsschiffe und Fähren sind immer öfter betroffen. Grund: Die Anlegestellen haben zu wenig Tiefe, so eine Sprecherin der KD Deutsche Rheinschifffahrt gegenüber 24RHEIN. Ein Boot liegt schon auf dem Trockenen: das Gastroschiff „Sürther Bootshaus“ im Stadtbezirk Köln Rodenkirchen.

Rheinpegel Köln: Aktueller Stand und Prognose

Montag, 22. August 2022: 1 Meter

Samstag, 20. August 2022: 0,78 Meter

Freitag, 19. August 2022: 0,75 Meter

Dienstag, 16. August 2022: 0,73 Meter

Montag, 15. August 2022: 0,75 Meter

Samstag, 13. August 2022: 0,82 Meter

Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe (StEB Köln)

Niedrigwasser: Durch den Rhein spazieren? Schwierig.

Bei dem immer weiter sinkendem Wasserstand fragt man sich: Ist ein Spaziergang durch den Rhein künftig möglich? Nein, denn die Fahrrinne wäre immer noch zu tief und die Strömung zu stark.

„Anhand der jeweiligen Pegelstände errechnen die Schiffsführer die Fahrrinnentiefen für ihre Routen“, sagt eine Pressesprecherin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Wichtig hier, erklärt sie: „Die Pegelstände zeigen nicht die Fahrwassertiefen an“. Die Mindesttiefe, die bei der Fahrrinne gewährleistet werden soll, liegt in Köln bei 2,50 Metern. Die Fahrrinnentiefe ändert sich jedoch je nach Wasserstand. Aktuell ist die Fahrrinne in Köln, bei einem Pegelstand von 0,94 Metern (Stand: 22.08.2022), 2,05 Meter tief. Am Sonntag, 21.08.2022, lag der Pegel noch bei 0,80 Metern, dementsprechend war die Fahrrinne niedriger: Sie lag bei 1,91 Meter.

Niedrigwasser-Touristen, unbedingt aufpassen: Je geringer das Niedrigwasser, desto stärker ist die Fließgeschwindigkeit des Flusses. Auch sollte man den Sog nicht unterschätzen: Vor allem durch vorbeifahrende Schiffe entsteht ein Sog am Ufer, der Menschen problemlos hineinziehen kann.

Rheinpegel: Unterschied zwischen Pegel und Wasserstand

Der Kölner Pegeluhr befindet sich in der Innenstadt am Fischmarkt. An ihr liest man den Pegelstand des Rheins.
Der Kölner Pegeluhr befindet sich in der Innenstadt am Fischmarkt. An ihr liest man den Pegelstand des Rheins. © Christoph Hardt/IMAGO

Doch wie misst man nun den Wasserstand? Der Wasserstand am Pegel wird heutzutage mit Schwimmern, Druckmessgeräten, Radar- oder Ultraschallgeräten gemessen. Viele Städte besitzen sogenannte Pegelhäuschen mit Uhren, wo der Wasserstand angezeigt wird. Solche Uhren sieht man beispielsweise in der Kölner Innenstadt, am Fischmarkt.

Was bedeutet „Pegel“?

Ein Pegel ist ein Messgerät zur Feststellung des Wasserstandes in Flüssen oder Meeren. Im erweiterten Sinne ist es eine Messstelle, zum Beispiel in Form einer Pegeluhr.

Der Begriff „Pegel“ wird in der Umgangssprache fälschlicherweise für den Wasserstand selbst gehalten. Pegel ist lediglich das Messgerät, aus dem sich der Wasserstand ableiten lässt. Laut der Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung, „hängt der Standort eines Pegels von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel Struktur des Flusses, stabiler Flussgrund, ausreichende Tiefe“. Vom Pegelnullpunkt wird der Wasserstand ermittelt. Der Wasserstand ist nichts weiter als die Höhe des Wassers zu einem bestimmten Zeitpunkt im jeweiligen Gewässer – er wird meist in Zentimeter angegeben.

Der Pegelwert ist nicht gleich der Wassertiefe. „Der Pegelnullpunkt gibt Auskunft darüber, ab wann die Wasserstände gezählt werden“, so die Sprecherin. Der Pegelnullpunkt gibt also nicht den Abstand zwischen Gewässergrund und Wasseroberfläche an, da der Pegelnullpunkt oftmals über dem Grund liegt. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Hinweis: Die Informationen zur Tiefe der Fahrrinne war in einer ersten Version des Artikels nicht korrekt, wir haben diese angepasst.

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