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Köln: Fliegerbombe bei Shell entschärft – Linie 16 fährt wieder

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Von: Benjamin Stroka

V.l.: Dirk Putzer, Michael Daenecke und Markus Schmitz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der entschärften Fliegerbombe.
V.l.: Dirk Putzer, Michael Daenecke und Markus Schmitz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der entschärften Fliegerbombe. © Stadt Köln

Bei Shell in Köln-Godorf wurde am Freitag eine Fliegerbombe erfolgreich entschärft. Damit bestätigte sich der Bomben-Verdacht auf dem Raffinerie-Gelände.

Köln – Auf dem Gelände der Raffinerie „Shell Energy and Chemicals Park Rheinland“ in Köln-Godorf ist am Freitagvormittag (3. Dezember) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Blindgänger wurde noch am Mittag erfolgreich entschärft werden. Es handelte sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Front- und Heckaufschlagzünder.

Fliegerbombe bei Shell in Köln: Aktuelle News

12:57 Uhr: Die Bombe wurde gegen 12:40 Uhr erfolgreich entschärft. Alle Sperrungen werden nach und nach aufgehoben, erklärt die Stadt. Die KVB-Bahnen 16 und 17 fahren wieder den gewöhnlichen Linien-Weg. Es kommt jedoch noch zu Ausfällen und Verspätungen.

12:36 Uhr: Wegen der Bombenentschärfung ist der Betrieb der KVB-Linien 16 und 17 ab sofort eingeschränkt. Die Bahnen fahren aktuell nur zwischen Niehl Sebastianstraße und Bf Sürth sowie zwischen Bonn und Wesseling. Einen Bahnersatzverkehr gibt es aber nicht. Die Bahnen können vom regulären Fahrplan abweichen.

12:10 Uhr: Die Freigabe zur Entschärfung der Bombe wurde erteilt.

12:01 Uhr: Der Klingeldurchgang ist beendet, die Evakuierung beendet. 14 Menschen sind betroffen. In Kürze wird die Industriestraße zwischen Bunsenstraße und Ströer-Allee gesperrt, die KVB werden die Linie 16 anhalten. Auch die Güterzugstrecke wird in wenigen Minuten gesperrt. Ab 12 Uhr ist der Luftraum gesperrt. 

Köln: Fliegerbomben auf Gelände der Shell Raffinerie – Entschärfung am Freitag

Da die Fliegerbombe mitten auf dem Gelände einer Raffiniere gefunden wurde, mussten einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Zu hoch wäre sonst die Gefahr während der Entschärfung. Die Stadt spricht in diesem Zusammenhang von „umfangreich vorbereitenden Sicherheitsmaßnahmen“.

Fliegerbombe bei Shell in Köln: Straßen werden gesperrt

Für die Entschärfung der Fliegerbombe muss ein Gefahrenbereich abgesperrt und evakuiert werden. Dieser wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) auf 500 Meter festgelegt. Die gute Nachricht: nur wenige Anwohner sind von der Evakuierung betroffen. Daher werde laut Stadt keine Anlaufstelle eingerichtet.

Allerdings ist mit Einschränkungen für den Verkehr zu rechnen. Im Laufe des Vormittags wird die Industriestraße zwischen Bunsenstraße und Ströer-Allee für den Autoverkehr gesperrt.

Der KBD und das Ordnungsamt der Stadt Köln sind vor Ort. Das Ordnungsamt entscheidet über alle weiteren Maßnahmen zur Absperrung und Evakuierung. 

Fliegerbombe bei Shell in Godorf: Auswirkungen auf KVB-Linie 16

Die Entschärfung der Fliegerbombe hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Die angrenzende Güterzugstrecke wird für den Zeitraum der Entschärfung gesperrt. Die KVB-Linie 16 „darf den Bereich dann nicht mehr anfahren“, teilt die Stadt mit. Die Gleise der Linie 16 führen unmittelbar an der Raffinerie vorbei. Die Haltestelle Godorf Bahnhof ist gut einen Kilometer entfernt. Auch die KVB-Station Sürth Bahnhof liegt direkt in der Nähe.

Fliegerbombe in Köln: Shell-Gelände in der Nähe der A555

Die Karte zeigt den Evakuierungsradius nach dem Fund einer Fliegerbombe bei Shell in Köln-Godorf.
Die Karte zeigt den Evakuierungsradius nach dem Fund einer Fliegerbombe bei Shell in Köln-Godorf. © Stadt Köln

Das Gelände der Raffinerie liegt im Süden von Köln. In der Nähe verläuft die A555, die Köln mit Bonn verbindet. An das Shell-Gelände grenzt zudem ein Industriegebiet an. Neben einem Ikea befindet sich dort ein Obi sowie eine Metro-Filiale. Wie aus einer Karte der Stadt Köln hervorgeht, sind die Geschäfte nicht von einer Evakuierung betroffen.

Köln: Fliegerbomben auf Rafffinerie-Gelände – Grabungen gaben Klarheit

Damit bestätigte sich ein Verdacht: Ende November teilte die Stadt mit, dass auf dem Gelände von Shell Energy and Chemicals Park Rheinland zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten. Vor geplanten Bauarbeiten seien „zwei Verdachtspunkte“ auf dem Shell-Gelände ermittelt worden. Im Dezember sollten Experten Grabungen durchführen und dem Verdacht nachgehen.

Köln Shell Energy: Bomben auf Raffinerie-Gelände – Verdacht durch Luftbilder

„Nach der Auswertung von Luftbildern der Alliierten stellte sich heraus, dass an zwei Stellen neben dem Baugrundstück Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg nicht ausgeschlossen werden können“, so der Sprecher der Stadt Köln.

Ob tatsächlich zwei Blindgänger auf dem Raffinerie-Gelände liegen, wurde im Anschluss untersucht. Dazu führten Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf Grabungen im „Shell Energy and Chemicals Park Rheinland“ durch. Diese Grabungen werden an unterschiedlichen Tagen durchgeführt.

Wann genau die Grabungen stattfinden, wollte die Stadt vorab nicht mitteilten – „aus Sicherheitsgründen“, so eine Pressesprecherin auf Nachfrage von 24RHEIN. Nur so viel: Der erste Verdachtspunkt wird „Anfang Dezember überprüft und aufgegraben, der zweite in der zweiten Dezemberhälfte.“ Bei der ersten Untersuchung bestätigte sich der Verdacht.

Shell Energy and Chemicals Park Rheinland

Der „Shell Energy and Chemicals Park Rheinland“ ist eine Raffinerie und ein Industriegelände in Köln-Godorf (Werksteil Nord) und in Wesseling (Werksteil Süd) südlich von Köln.

Mit einer Gesamtfläche von rund 4,4 Quadratkilometern ist das Werk laut Shell die größte Raffinerie für Rohöl in ganz Deutschland. 2020 wurden hier über 16 Millionen Tonnen Rohöl raffiniert. Seit einigen Monaten setzt Shell den Fokus auf dem Industriegelände verstärkt auf erneuerbare Energien. In Zukunft will sich das Unternehmen dort laut eigenen Angaben auf „nachhaltige Produkte wie Wasserstoff, CO₂-arme Flugkraftstoffe und Biokraftstoffe und außerdem auf Einsatzstoffe etwa für die Chemieindustrie ausrichten“.

Bombenfund bei Shell Energy in Köln-Godorf: Vorsichtsmaßnahmen

Erste Schutzvorrichtungen rund um den Verdachtspunkt waren bereits am 1. Dezember fertig eingerichtet. So sollren Risiken bei den Grabungen vermieden werden. „Dazu gehört das Baggern eines Entlastungsgrabens“, heißt es. Außerdem wurden 32 mit Wasser gefüllte Container aufgestellt. Diese sollen verhindern, dass naheliegende Anlagen des Industriegeländes beschädigt werden.

Damit bleibt jedoch noch die Frage offen, ob sich auf dem Shell-Gelände eine weitere Fliegerbombe befindet. Die weiteren Grabungen in der zweiten Dezemberhälfte könnten darüber Aufschluss geben. (bs/mlu) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 3. Dezember komplett aktualisiert. Neue Informationen: Fliegerbombe gefunden, Entschärfung geplant.

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