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Comeback in Köln: Boxer Mahmoud Charr will nach dreieinhalb Jahren wieder in den Ring steigen

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Von: Benjamin Stroka

Mahmoud Charr auf dem Dach der Lanxess Arena.
Mahmoud Charr wird am 15. Mai erstmals seit 2012 wieder in seiner Heimatstadt Köln boxen. © IMAGO / Marianne Müller

Nach vielen Querelen und dreieinhalb Jahren Pause wird der Kölner Schwergewichtsboxer Mahmoud Charr wieder in den Ring steigen. Am 15. Mai trifft er in Köln auf Christopher Lovejoy aus den USA.

Köln – Der kölsche Schwergewichtsboxer Mahmoud „Manuel“ Charr kehrt nach rund dreieinhalb Jahren Pause wieder in den Ring zurück. Der vom Weltverband „World Boxing Association“ (WBA) derzeit als „Weltmeister im Wartestand“ geführte Charr soll am 15. Mai in Köln boxen. Es wird Charrs erster Fight in seiner Heimatstadt seit Dezember 2012.

Köln: Mahmoud Charr will „Lovejoy in meiner Heimatstadt auf die Bretter schicken“

Charr (35 Kämpfe, 31 Siege, 17 K.o., vier Niederlagen) wird im Sportstudio Baaden im Kölner Stadtteil Marienburg auf den bis dato unbesiegten US-Amerikaner Christopher Lovejoy (19 Kämpfe, 19 Siege, 19 K.o.) treffen. „Ich bin sehr froh, dass wir den Kampf nach Köln geholt haben. Ich kann kaum erwarten, Lovejoy in meiner Heimatstadt auf die Bretter zu schicken“, so Charr.

Der 36-Jährige stand zuletzt im November 2017 im Ring. Damals bezwang er in der König Pilsener Arena in Oberhausen den Russen Alexander Ustinov einstimmig nach Punkten und gewann so den „regulären“ WM-Titel der WBA. Da der Weltverband allerdings mit dem Engländer Anthony Joshua auch noch einen höhergestellten „Super-Champion“ führt, wurde Charr von vielen Fans und Box-Experten nicht als „vollwertiger Weltmeister“ angesehen.

Köln: Mahmoud Charrs lange Odyssee führte letztendlich zum Titelverlust

Den WM-Gürtel der WBA verlor Charr inzwischen aufgrund von Inaktivität. Eigentlich sollte er im September 2018 in der Lanxess Arena eine Pflichtverteidigung gegen Fres Oquendo aus Puerto Rico bestreiten. Im Vorfeld des geplanten Kampfes wurde der „Koloss von Köln“ allerdings bei einer Dopingprobe positiv auf die anabolen Steroide Drostanolon und Epitrenbolon getestet. Durch Verfahrensfehler beim Öffnen der B-Probe wurde seine Sperre allerdings aufgehoben und Charr durfte seinen Titel behalten.

Zum Titelverlust kam es dann im Januar 2021. Diesmal sollte Charr zu einer Pflichtverteidigung gegen den US-Amerikaner Trevor Bryan in Florida antreten. Diesmal machte der schon mehrfach durch Kontroversen aufgefallene US-Promoter Don King dem Kölner einen Strich durch die Rechnung. Nachdem King den Vertrag für den 29. Januar nicht rechtzeitig unterzeichnet hatte, erhielt Charr das für die Einreise in die USA nötige P1-Visum nicht mehr rechtzeitig. Er konnte erneut nicht boxen und da er nun bereits mehr als drei Jahre nicht im Ring stand und keine Pflichtverteidigung seines Titels absolvierte, erkannte ihm die WBA den Gürtel ab. Charr und sein Team warfen King damals ein „falsches Spiel“ vor, konnten den Titelverlust aber nicht verhindern. Charr wird derzeit von der WBA als „Champion in recess“ (dt.: Weltmeister im Wartestand) geführt und hat das nächste Recht, Trevor Bryan um seinen alten Gürtel herauszufordern.

Vor geplantem Kampf von Mahmoud Charr in Köln – erneut Querelen mit Promoter Don King

Zunächst muss Charr aber an Bryans Landsmann, dem 37-jährigen Christopher Lovejoy, vorbei. Der hat mit 19 K.o.-Siegen in 19 Kämpfen einen auf den ersten Blick furchteinflößenden Kampfrekord. Allerdings boxte Lovejoy bislang ausschließlich im mexikanischen Tijuana und dort gegen Gegner von äußerst überschaubarer Qualität. Trotz jahrelanger Inaktivität wird Charr als Favorit in dieses Duell gehen, sollte es stattfinden. Denn: Lovejoy stand einst ebenfalls bei Don King unter Vertrag, beendete nach Streitigkeiten mit dem Promoter allerdings zwischenzeitlich seine Karriere. Nun will er ohne King in Köln gegen Charr boxen.

Doch Don King warf Lovejoy kürzlich Vertragsbruch vor. „Es ist unerhört, illegal und unethisch, dass Sie (Lovejoy; Anm. d. Red.) an dem Kampf am 15. Mai oder irgendeinem Kampf ohne die ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis und Zustimmung von DKP (Don King Promotions; Anm. d. Red) teilnehmen“, hieß es in einem Statement des Promoters. Diesmal wollen sich Charr und sein Promoter Erol Ceylan aus Hamburg jedoch nicht von King überrumpeln lassen. Für den Notfall stehe ein Ersatzgegner bereit, sodass Charr am 15. Mai in den Ring steigen werde, mit oder ohne Christopher Lovejoy. (bs)

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