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Köln: Blinde Katze mit Eiterwunde ausgesetzt – „Sascha“ in Tierheim gestorben

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Von: Johanna Werning

Europäische Kurzhaar-Katze liegt auf einer Wiese.
Lange hat das Tierheim Köln-Zollstock um das Leben von der Katze „Sascha“ gekämpft. Nun wurde der Kampf verloren (Symbolbild). © Panthermedia/Imago

Die Katze „Sascha“ wurde mit einer tiefen Eiterwunde am Bein einfach in ihrer Transportbox in Köln ausgesetzt. Nach langem Kampf ist sie jetzt gestorben.

Köln – Lange hat das Tierheim Köln-Zollstock um das Leben von Katze „Sascha“ gekämpft. Nun hat das Tierheim in Köln den Kampf verloren. „Heute mussten wir Sascha gehen lassen. Ruhe in Frieden, kleine Seele. Jetzt hast du keine Schmerzen mehr“, heißt es in einem emotionalen Facebook-Post. Bereits in den letzten Wochen hat das Tierheim immer wieder über das traurige Schicksal der Katze geschrieben. Besonders tragisch: Die kleine Katze hätte womöglich überlebt, wenn sie früher ins Tierheim gekommen wäre.

Köln: Katze „Sascha“ mit tiefer Eiterwunde einfach ausgesetzt

Erst vor rund zwei Wochen kam Sascha zu den Tierrettern in Zollstock (Bezirk Köln-Rodenkirchen). Die blinde Katze wurde in einer Box, auf der der Name stand, in einem Park in Niehl (Bezirk: Köln-Nippes) gefunden. „In der Box stank es nach Eiter. Grund dafür ist eine ältere offene Wunde am Bein, die bis auf die Knochen geht“, erklärte das Tierheim. „Die Wunde ist wirklich älter, in so einen grottenschlechten Zustand gerät ein Tier nicht in ein paar Tagen. Wir sind dafür da, dass Sascha geholfen wird, Karma für den Rest“, hieß es damals.

Schnell war klar: Sascha kann nur noch gerettet werden, wenn das Bein der circa acht Jahren alten Katze amputiert wird. Doch der Gesundheitszustand von Sascha war zu schlecht für so eine Operation. Die Blutwerte: „Miserabel“, sagte das Tierheim im Mai.

Krank mit einer furchtbaren Wunde in einer Transportbox in einem Park ausgesetzt. Bei uns dann der Kampf um ihr Leben, jeden Tag Infusionen, Wundsäuberung, Tierarzt... Es ist zum Heulen, wenn man sich die Traurigkeit ihres Lebens oder zumindest der letzten Zeit ihres Lebens, bewusst macht. Bis ein Tier in so einen erbärmlichen Gesundheitszustand gerät, dauert es. Sascha hat gelitten, und das nicht nur ein paar Tage – bis ihre Wunde in dem Stadium war, in dem wir sie erstmals sahen, dauerte es.

Tierheim Köln Zollstock

Tierheim Köln-Zollstock: „Sascha ist in den Armen ihrer Pflegerin gestorben“

Trotz der liebevollen Pflege des Tierheims verbesserte sich der Gesundheitszustand von Sascha nicht wirklich: „Sie ist leider weiterhin nicht narkosefähig für eine starke Narkose“, heißt es in einem Post vom 19. Mai. Lediglich einige „grottige Zähne“ konnten entfernt werden. „Sie bekommt täglich Infusionen, täglich wird die Wunde gesäubert und versorgt.“

Doch am 23. Mai ist klar: Das Hoffen, Pflegen und Streicheln kam zu spät: „Sascha ist in den Armen ihrer Pflegerin gestorben“, teilt das Tierheim traurig mit. „Fast zwei Wochen haben wir mit Sascha und unseren Tierärzten um Saschas Leben gekämpft.“ Vor allem eine Frage beschäftigt das Tierheim auch weiterhin: „Hätten wir ihr helfen können, wenn sie früher zu uns gekommen wäre, bevor sie in den furchtbaren Zustand geriet, in dem wir sie bekamen?“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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