1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Rodenkirchen

Köln: Grünes Licht für 750 Wohnungen auf dem Gelände der Deutschen Welle

Erstellt:

Von: Martin Henning

Vogelperspektive auf Stadtquartier „Die Welle“ in Köln-Marienburg.
Aus der Vogelperspektive: So könnte das neue Stadtquartier aussehen. © Astoc Architects and Planners

750 neue Wohnungen in Köln-Marienburg: Der Stadtrat hat das Projekt „Die Welle“ genehmigt. Jetzt kann auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Welle gebaut werden.

Köln – Zwar liegt das Stadtviertel auch am Rhein, ihren Namen hat das Bauprojekt „Die Welle“ aber durch einen anderen Umstand bekommen. Auf dem Areal in Köln-Marienburg sendete bis 2003 die Deutsche Welle. Jetzt sollen dort bis zu 750 Wohnungen, Gewerbeflächen und eine Kita entstehen, direkt neben den Gebäuden des Deutschlandfunks.

Das Funkhaus der Deutschen Welle und zwei weitere Hochhäuser sind dafür bereits zurückgebaut worden. Um mit dem Bau der neuen Wohnungen zu beginnen, brauchten die Projektentwickler Bauwens und Die Wohnkompanie noch die Baugenehmigung der Stadt. Das ist jetzt passiert: Der Stadtrat hat den Bebauungsplan für das Gelände im Stadtbezirk Köln-Rodenkirchen beschlossen.

Köln-Marienburg: Bauprojekt „Die Welle“

Gesamtfläche:16,8 Hektar
Wohnfläche:70.000 qm (bis zu 750 Wohnungen)
Gewerbefläche:10.000 qm
Bauunternehmen:Bauwens / Die Wohnkompanie
Architekten:Astoc Architects and Planners
Kosten:350 Millionen Euro
Baubeginn:2023
Fertigstellung:ca. 2028

Köln: „Die Welle“ bekam Gegenwind

Nicht ohne Gegenwind. Mehrmals wurde die Öffentlichkeit in den letzten Jahren beim Planungsprozess beteiligt und durfte Stellungnahmen abgeben. Die Sorge der Anwohner war unter anderem, dass durch den Neubau viele Gewerbeflächen und damit die Durchmischung im Quartier verloren gehe. Andere bemängelten auch, dass die Bebauung mit bis zu sieben Stockwerken zu hoch sei und zu dicht gebaut werde. In beiden Fällen verwies die Stadt auf die Notwendigkeit, schnell Wohnraum zu schaffen.

Für Verstimmung sorgte auch, dass beim Projekt nicht das sogenannte „kooperative Baulandmodell“ angewendet wird. Es besagt, dass mindestens 30 Prozent des neu geschaffenen Wohnraums öffentlich gefördert werden – also niedrigere Mieten haben. Das Modell findet zum Beispiel bei den Großprojekten Kreuzfeld und Deutzer Hafen Anwendung.

Die Stadt begründet die Entscheidung im Fall „Die Welle“ so: „Aufgrund der notwendigen Asbestsanierung kommt es nach dem derzeitigen Planungsstand entsprechend dem Berechnungsverfahren des kooperativen Baulandmodells zu keiner Bodenwertsteigerung. Daher kann das kooperative Baulandmodell nicht angewendet werden.“

Wohnkompanie-Sprecher Holger Römer hatte im Gespräch mit 24RHEIN aber verraten: „Trotzdem haben wir uns schon im Vorfeld dazu entschieden, freiwillig zehn Prozent aller Wohnungen als geförderten Wohnraum anzubieten.“ Sollten mehr als 700 Wohnungen gebaut werden können, würden die zusätzlichen Wohnungen ebenfalls geringere Mieten haben.

Sender Deutsche Welle in Köln-Marienburg: Abbau wegen Asbestbelastung

Von 1980 bis 2003 hatte die Deutsche Welle im Funkhaus am Raderberggürtel ihren Hauptsitz. Dazu gehörten zwei benachbarte Hochhauskomplexe. Wegen hoher Asbestbelastung zog der Sender 2003 nach Bonn um. Seitdem standen die Gebäude leer. Als die aktuellen Investoren das Areal kauften, wollten sie die Hochhäuser zunächst sprengen. Nach Einwänden von Anwohnern und den benachbarten Mitarbeitern des Deutschlandradios wurden die Pläne verworfen und die Türme stattdessen zurückgebaut.

(mah) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant