1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Rodenkirchen

Köln: Entenjagd am Rhein direkt neben Spielplatz – Anwohner entsetzt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johanna Werning

Möwen fliegen über den Poller Wiesen in Köln, auf denen das Hochwasser der letzten Tage Tümpel zurückgelassen hat. Im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen.
In der Sürther Rheinaue wurden Enten gejagt – für Kölnerinnen und Kölner ein No-Go (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Eine Jagd in Köln wird zum Aufreger: Enten wurden vor den Augen von Kindern und entsetzten Anwohnern am Rhein in Sürth gejagt.

Köln – Am Erholungsgebiet in der Sürther Rheinaue in Köln wurden am Samstag, 8. Januar, mehrere Enten geschossen. Auf Facebook sorgt das für große Diskussion. „Vor den Augen entsetzter Anwohner, Spaziergänger und Kinder“ seien die Tiere gejagt worden, schreibt dort eine Kölnerin. Immerhin fand die Jagd direkt neben einem Spielplatz statt.

Köln: Entenjagd am Rhein in Sürth – direkt neben Spielplatz

Auf Nachfrage von 24RHEIN bestätigt die Stadt Köln grundsätzlich die Jagd in der Sürther Rheinaue, stellt jedoch auch klar, dass die Stadt nicht direkt zuständig für den Vorfall war, „da der Bund Eigentümer des Jagdbezirks ist.“ Außerdem sei bei der Jagd alles richtig gelaufen. Verstöße konnten nicht festgestellt werden.

Aber warum wurde ein Wochenende zum Jagdtermin ausgesucht? Immerhin sind dann noch mehr Menschen am Rhein in Köln unterwegs. „Die Jagdausübungsberechtigte versuchen auf Tage mit schlechter Witterung zurückzugreifen“, so die Stadt Köln weiter. „Es gilt aber auch der Grundsatz der Eigensicherung. Es darf daher nicht zur rutschig sein. Aus diesem Grund wurde der 8. Januar gewählt.“ Die Uhrzeit am Morgen sollte dafür sogen, dass mit „eher weniger Besucherinnen und Besuchern zu rechnen ist.“

Enten direkt am Rhein gejagt – Nutria angeschossen?

Getötet wurden laut Stadt insgesamt fünf Enten und eine Wildgans. Dabei kamen Flinten mit Schrotkugeln zum Einsatz. Kölnerinnen und Kölnerinnen seien „zu keiner Zeit gefährdet gewesen“, betont die Stadt Köln. Rund anderthalb Stunden dauerte die Jagd in der Sürther Rheinaue – von 9:45 Uhr bis 11:15 Uhr. Währenddessen wurden keine getöteten Tiere in der Nähe des Spielplatzes abgelegt – ein kurzzeitiger Ablageort befand sich jedoch in der Nähe der Nato-Rampe.

Und auch der Vorwurf, dass eine Nutria am Rhein in Sürth angeschossen und von einem Jagdhund verletzt weggeschleppt worden ist, ist laut Stadt Köln falsch. „Nutrias wurden nicht geschossen.“ Ein Jagdhund war allerdings tatsächlich vor Ort, um im Notfall nach angeschossenen und verletzten Tieren zu suchen. Es wurde jedoch „kein Wild krankgeschossen“, erklärt die Stadt weiter. Allerdings sei am Sonntag – einen Tag nach der Jagd – ein Nutria nach einer Meldung der Polizei in Köln-Rodenkirchen durch einen befreundeten Jäger entsorgt worden, heißt es weiter.

Sürther Rheinaue

Die Sürther Rheinaue bezeichnet das Rheinufer des Kölner Rheins im Stadtteil Köln-Sürth (Bezirk Rodenkirchen). Viele Kölnerinnen und Kölner verbringen hier ihre Freizeit und gehen Spazieren oder treiben Sport.

Köln: Jagd am Rhein in Sürth bleibt kein Einzelfall

Bei der Jagd in der Sürther Rheinaue sei somit alles korrekt gelaufen, fasst die Stadt zusammen. Der Jäger hat vorab sogar die Polizei informiert, um besorgte Bürgerinnen und Bürger, die den Notruf wählen könnten, entsprechend informieren zu können, erklärt die Stadt Köln. Außerdem berichtete der Jäger, „dass er von einigen Besuchern auf die Notwendigkeit angesprochen wurde und diese sich aufgrund seiner Erklärung Verständnis zeigten“, so die Stadt weiter.

Trotz Aufruhr der Kölnerinnen und Kölner dürfte es auch ein in Zukunft zu der ein oder anderen Jagd in der Sürther Rheinaue kommen. Denn ein grundsätzliches Verbot der Jagdausübung ist nicht möglich. „Dazu fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage.“ Außerdem ist die Jagd auf Erpel notwendig, da der Bestand in Köln sehr hoch ist. Das gilt auch für Wildgänse. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant