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TikTok-Trend: Schultoiletten zerstören – auch in Köln ein Problem?

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Von: Johanna Werning

Bei der „Devious Licks“-Challenge werden Schultoiletten zerstört. Gibt es den TikTok-Trend auch an Schulen in Köln? Die FDP will genau das überprüfen.

Köln – Toiletten verstopfen, Türen aushebeln und Waschbecken zertrümmern – das ist der neueste Trend, wenn es nach einer gefährlichen TikTok-Challenge geht. Unzählige Videos gibt es bereits auf der Social-Media-Plattform. Darin wird dazu aufgerufen, dem Trend zu folgen und auch in der eigenen Schule die Toilettenräume zu demolieren.

Wegen TikTok-Challenge: Schultoilette zerstört – auch Schulen in Köln betroffen?

Hat der Trend nun also auch Köln erreicht? Immerhin wäre es nicht die erste Challenge, die auch Köln zum Verhängnis wird. Aktuell sind die KVB-Räder nur stark eingeschränkt nutzbar. Der Grund: In einem TikTok-Video wurde zur Zerstörung der Leihräder aufgerufen.

Eine zerstörte Schultoilette in einer Gesamtschule im Main-Taunus-Kreis
Aufgrund eines TikTok-Trends werden wie hier an einer Gesamtschule im Main-Taunus-Kreis immer mehr Schultoiletten zerstört – auch in Köln? © 5vision Media/dpa

Die Challenge, bei der Schultoiletten zerstört, nennt sich „Devious Licks“, berichtet BW24*. Auch in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ist der Trend offenbar bereits angekommen. Dabei wurden teilweise sogar Schülerinnen und Schüler verletzt. In Südhessen brannten bereits mehrere Schulklos. Unter anderem erlitten ein Hausmeister und der stellvertretende Schulleiter eine Rauchvergiftung, so fnp.de*.

Aber wie sieht es in Köln aus? „Grundsätzlich gibt es viel Vandalismus an Schulen“, erklärt die Stadt auf Nachfrage von 24RHEIN. Inwieweit die Zerstörungen allerdings durch einen TikTok-Aufruf initiiert worden sind, sei jedoch nicht klar.

Vandalismus auch an Schulen in Köln – TikTok-Challenge als Grund?

Genau dem möchte die Kölner FDP nun jedoch auf die Spur gehen. Für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Köln-Rodenkirchen wurde darum an die Stadtverwaltung eine Anfrage gestellt. „Dabei wollen wir wissen, ob es solche Vandalismus-Fälle auch in Rodenkirchen gibt“, erklärt Karl Wolters im Gespräch mit 24RHEIN.

„Ich habe zwei schulpflichtige Kinder“, sagt der FDP-Politiker. Unter anderem habe ihm seine Tochter von Vorfällen und beschädigten Toiletten erzählt. Teilweise müssen Schulkinder und Lehrkräfte eigenes Toilettenpapier mitbringen. Der Grund dafür könnte die TikTok-Challenge sein. Denn dort wird das Toilettenpapier ins Klo geworfen, aus dem Fenster geschmissen oder sogar angezündet.

An anderen Schulen gebe es deswegen bereits Toilettenlisten – damit nachvollzogen werden kann, wer in den Waschräumen war, so Wolters weiter. Das gehe nicht. „Ich will ja auch nicht, dass mein Arbeitgeber solche Listen führt.“

Wegen TikTok-Challenge: Schultoilette zerstört – „Depp muss bestraft werden“

„Es gibt ja den Spruch, ‚öffentliches Eigentum ist nicht herrenlos‘ – das gilt natürlich auch für Schulklos“, sagt der Kölner Politiker. „Wenn Dritte geschädigt werden oder öffentliches Eigentum beschädigt wird, dann ist das schon eine andere Hausnummer.“ Mit harmlosen Challenges wie etwa der Ice-Bucket-Challenge hätte das nichts mehr zu tun.

Darum sei es wichtig, dass man im Zweifel – falls es in Köln solche TikTok-Vandalismusfälle gibt – dagegen vorgeht. „Der Depp, der dahinter steht, muss dafür auch bestraft werden.“ Immerhin könne schnell ein Sachschaden im mittleren fünfstelligen Bereich entstehen. „Da fragt man sich dann auch, was für eine Motivation dahinter steckt“, so Wolters weiter.

Köln: TikTok-Challenge mit zerstörten Schultoiletten – Thema in Bezirksvertretung

In der Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 2. Mai soll es von der Stadtverwaltung Antworten geben, inwieweit die „Devious Licks“-Challenge auch in Köln ein Problem darstellt und ob es bereits bekannte Vorfälle an Kölner Schulen gegeben hat. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.*BW24 und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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