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Welpen aus dem Kühlschrank: Tierheim meldet sich zu Wort – mit Wut und einer traurigen Nachricht

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Von: Oliver Schmitz

Hundewelpen sitzen zusammengekauert in einem Kühlschrank.
Die fünf Hundewelpen wurden von der Polizei Köln aus einem Kühlschrank befreit. © Polizei Köln

Lange war es still um die von der Polizei befreiten Malteserbabys im Köln. Nun meldet sich das Tierheim aber erbost zu Wort und beklagt dabei auch den Tod einer der Welpen.

Köln – Anfang Dezember 2020 machte die Kölner Polizei einen schrecklichen Fund in einer Wohnung in Chorweiler. Nach einem Tipp fanden die Polizisten fünf kleine Malteser-Welpen zusammengekauert in einem offenen Kühlschrank – ein klarer Fall von illegalem Tierhandel. Nach der Rettung wurden die Welpen vom Tierheim Köln-Zollstock aufgenommen und werden seitdem dort wieder aufgepäppelt.

Welpenfund in Kühlschrank: Über 1000 Kontaktaufnahmen – Tierheim bittet um Anfragestop

Die öffentliche Anteilnahme war damals riesig. So meldeten sich bereits in den ersten Tagen nach dem Fund über 300 Leute, die den Fellknäueln ein neues Zuhause geben wollten. Aufgrund dessen bat das Tierheim bereits damals auf weitere Anfragen vorerst zu verzichten und sich im Januar nochmal zu melden. In einem neuen Facebook-Post teilte das Tierheim aber nun mit, dass sich leider nur wenige Leute an die Bitte gehalten hätten. Denn bis dato wären sogar über 1000 Anfragen für die Hundebabys eingegangen. Weshalb man nun erneut darum bittet von weiteren Kontaktaufnahmen abzusehen.

Welpenfund: Anfeindungen in E-Mails – Tierheim hat die Nase voll

Auch wenn die massenhaften Anfragen viel unnötige Arbeit für die Mitarbeiter bedeutet, wären diese allein aber laut Tierheim kein Grund gewesen, sich nochmals zu der Situation zu äußern. „Wir wollten eigentlich nichts mehr zu den Malteserwelpen posten um den Hype um sie nicht weiter zu entfachen“, sagt das Tierheim Köln-Zollstock und meint weiter: „Aufgrund massiver Anfeindungen haben wir uns nun aber zu diesem Post entschieden.“

Denn mit der immer größer werdenden Menge an Kontaktaufnahmen, machte sich laut Tierheim gerade in vielen Mails „ein Ton breit, über den wir nur den Kopf schütteln können.“ Worauf im Anschluss auch ein konkretes Beispiel anonym wiedergegeben wurde. In diesem warf der Mail-Absender dem Tierheim Verlogenheit und Betrug vor und sagt unter anderem: „Sie lügen, dass sich die Balken biegen, und gehören eigentlich in die Betrugsabteilung!“ Es sind definitiv Worte die sprachlos machen, denn eigentlich wollen die Mitarbeiter des Tierheims nur das Beste für ihre Bewohner, müssen sich nun aber solche Anschuldigungen gefallen lassen.

Kölner Tierheim: Malteser-Babys an schwerer Infektion erkrankt – erster Welpe bereits gestorben

Das alles passiert während das Tierheim weiter um das Leben der Malteser-Welpen kämpfen muss. Die fünf Hundebabys seien nämlich allesamt nach und nach an „Parvovirose“ erkrankt. Dabei handelt es sich um eine hochansteckenden und oft akut verlaufende Viruserkrankung. Laut Tierheim sei diese „nicht untypisch für die Verhältnisse, aus denen sie kommen“.

Wie ernst die Lage ist zeigte sich nun bereits in der traurigen Tatsache, dass ein Welpe mit dem Namen Pascal leider bereits an der Krankheit gestorben sei. Nach wochenlanger Behandlung musste er letztlich von der Tierärztin „erlöst“ werden. Nun hoffe man einfach, dass die restlichen vier Malteserbabys die Infektion überleben.

Zum Ende des Post bittet das Tierheim um Verständnis für die schwierige Situation und erneut darum, keine weiteren Anfragen mehr zu schicken. Man möchte sich erstmal die Genesung der restlichen Welpen konzentrieren, deren Überleben noch nicht komplett sicher ist. Immerhin: Der Großteil der massenhaften Anfragen sei scheinbar sehr nett, wofür sich das Tierheim in Zollstock zum Abschluss noch bedankt. (os)

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