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Parkstadt Süd Köln: Alles zum größten Projekt im Süden der Domstadt

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Von: Martin Henning

Visualisierung eines Gebäudes in der Parkstadt Süd.
So wie in dieser Visualisierung könnte es bald in der Parkstadt Süd aussehen. © O&O Baukunst GmbH Köln

Im Kölner Süden entstehen auf 115 Hektar Fläche neue Wohn- und Arbeitsquartiere. Auch ein neuer Park wird gebaut. 24RHEIN hat die Infos zum Großprojekt.

Köln – Die Stadt sagt, es ist „Kölns größtes Stadtentwicklungsprojekt der kommenden Jahre“. Zwischen Bayenthal und Raderberg entsteht mit der Parkstadt Süd ein neues, lebendiges Viertel. Wohnen, arbeiten, Freizeitangebote nutzen – alles ist dort möglich. Was müssen Sie zum Großprojekt im Kölner Süden wissen? 24RHEIN hat alle Infos und Zahlen übersichtlich zusammengefasst.

Parkstadt Süd in Köln: Was wird gebaut?

Am Rande des Inneren Grüngürtels in Köln, zwischen Bayenthal und Raderberg, entsteht das neue Viertel Parkstadt Süd. Rund 115 Hektar ist das Plangebiet groß. Auf dem Gelände werden 3400 Wohneinheiten für 7700 Menschen gebaut und etwa 4300 Arbeitsplätze geschaffen. Zum Gebiet gehören unter anderem der ehemalige Güterbahnhof Bonntor, die frühere Dom-Brauerei und der Kölner Großmarkt, der nach Marsdorf umzieht.

Parkstadt Süd soll ein lebendiges, gemischtes Viertel werden, in dem neue Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätze und Sportflächen entstehen. Die Planung des Areals hat das Architekturbüro Ortner & Ortner gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten RMP Stephan Lenzen gewonnen. Als Highlight wird eine neue, 26 Hektar große Grünanlage geschaffen. Sie verlängert den Inneren Grüngürtel und verläuft vom Südstadion – Spielstätte von Fortuna Köln – bis zur Südbrücke am Rhein.

Das Gebiet Parkstadt Süd in Köln von oben.
Das Gebiet, über das sich die Parkstadt Süd erstreckt. Der Grüngürtel ist farblich hervorgehoben. © O&O Baukunst GmbH Köln

Der erste Schritt ist hier der Bau des sogenannten Pionierpfades, der zwischen der Vorgebirgstraße und Bonner Straße entlang der ehemaligen Bahngleise verläuft. „Der Spatenstich erfolgt in Kürze, also Ende Juni oder im Juli“, bestätigt Stadtsprecher Jürgen Müllenberg auf 24RHEIN-Anfrage. Über diesen Pionierpfad erreicht man den 3,5 Hektar großen Pionierpark, der auf den ehemaligen Eisenbahngleisflächen entsteht.

Um den Pionierpark möglichst grün zu gestalten, werden mehr als 40 neue Bäume, darunter 25 Obstbäume, gepflanzt. Auch ein Fußball- und ein Streetball-Platz sollen dort entstehen. Sie werden in die bestehende Schotterfläche des ehemaligen DB-Geländes integriert. Um den Pionierpark bauen zu können, hatte die Stadt seit letztem August die Lagerhallen auf dem Gelände abreißen lassen.

Köln Parkstadt Süd: Zahlen und Daten

Plangebiet:ca. 115 Hektar
Grünflächen:63%
Bauflächen:37%
Einwohner:ca. 7700
Arbeitsplätze:ca. 4300

Was macht das Projekt Parkstadt Süd in Köln so wichtig?

Zum einen ist es möglich, notwendigen Wohnraum in einem Herzstück der Stadt zu schaffen. Im dicht besiedelten Köln gibt es kaum noch freie Flächen zur Bebauung. Erst recht nicht in der Innenstadt und den umliegenden Vierteln. So muss sich die Stadt auf die Umnutzung bereits bebauter Flächen konzentrieren. Weitere Beispiele für dieses Vorgehen sind der Umbau des Deutzer Hafens und – für die Schaffung eines reinen Arbeitsquartiers – das Projekt „I/D Cologne“ im Mülheimer Schanzenviertel.

Zum anderen hat die Vollendung des Inneren Grüngürtels durch die neuen Grünflächen fast historische Bedeutung. Knapp 100 Jahre ist es her, dass der frühere Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer und sein Stadtplaner/Architekt Fritz Schumacher den Grüngürtel schaffen ließen. Er trägt bis heute wesentlich zur Lebensqualität in der Stadt bei und ist ein wichtiger Gegenpol zu den vielen, dicht aneinander liegenden Betonbauten.

Die Visualisierung des neuen Stadtquartiers in der Parkstadt Süd.
Die Visualisierung des neuen Stadtquartiers in der Parkstadt Süd. © O&O Baukunst GmbH Köln

Schon damals wollten Adenauer und Schumacher den Grüngürtel bis zum Rhein anlegen, konnten den Plan jedoch nicht umsetzen, weil die Industrialisierung in diesem Bereich schon zu weit fortgeschritten war. „Fast 100 Jahre nach der Anlage dieses großen Parks für alle Kölnerinnen und Kölner eröffnet sich nun die einmalige Chance, die Lücke zu schließen“, schreibt die Stadt auf ihrer Homepage.

Projekt Parkstadt Süd Köln: Der Zeitplan

Am 7. Februar 2019 wurde die Integrierte Planung vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Bevor die Prozesse finalisiert wurden, konnten die Kölnerinnen und Kölner immer wieder in öffentlichen Veranstaltungen eigene Ideen und Anregungen einbringen.

Die Integrierte Planung dient als Grundlage für die Bebauungspläne. Im Gegensatz zu anderen Projekten – zum Beispiel dem neuen Stadtteil Kreuzfeld – macht die Stadt die Bebauungspläne diesmal nicht selbst: Personalmangel! Stattdessen gibt sie die Aufgabe an ein privates Planungsbüro ab. Dafür zahlt sie 1,13 Millionen Euro. Welches Büro den Zuschlag erhält, wird sich in einem Wettbewerbsverfahren entscheiden. „Anfang 2022 wird voraussichtlich der Zuschlag erteilt“, sagt eine Stadtsprecherin auf 24RHEIN-Anfrage.

Auch der Zeitplan unterscheidet sich: Um die Abläufe zu beschleunigen, wird der Bebauungsplan in fünf Teile unterteilt. Die Stadt Köln schreibt dazu in einer Vorlage: „Die Bearbeitung der Bebauungspläne soll zum Teil parallel erfolgen, um möglichst schnell Baurecht für die Flächen zu schaffen. Es ist geplant, die hochbauliche Entwicklung des Projekts 2021 zur Umsetzung an eine Entwicklungsgesellschaft zu übergeben, so dass die Schaffung von Baurecht für einen zügigen Einstieg in die Umsetzungsphase grundlegend ist.“ Die fünf Teile des Bebauungsplans entsprechen fünf Bereichen der Parkstadt Süd.

Die 5 Bereiche der Parkstadt Süd (Köln)

Die endgültigen Pläne zur Beschlussfassung sollen spätestens 2025 vorliegen. Dann müssen diese Pläne den politischen Gremien vorgelegt und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Erst danach kann der Bau in den Arealen beginnen.

3D-Modell des Kölner Großprojekts Parkstadt Süd.
So sieht die Parkstadt Süd im 3D-Modell aus. © O&O Baukunst GmbH Köln

Parkstadt Süd in Köln: Wann startet der Bau?

Der Baubeginn hängt aber nicht nur von den Satzungsbeschlüssen ab – „sondern auch von der Verfügbarkeit der Flächen für die Umsetzung“, teilt die Stadtsprecherin 24RHEIN mit. Kürzlich wurde der Betrieb des Großmarktes durch einen Ratsbeschluss bis 2025 verlängert. Erst, wenn der Großmarkt tatsächlich umzieht und die Flächen freigestellt sind, kann der Bau beginnen.

Wohnung kaufen in der Parkstadt Süd: Ist das schon möglich?

Da es noch Jahre dauern wird, bis der Bau der Parkstadt Süd überhaupt beginnt, müssen sich mögliche Interessenten noch etwas gedulden.

Entwurf eines Parkbereiches in der Parkstadt Süd.
Viel Grün und Platz zum Entspannen: Auch das soll es in der Parkstadt Süd geben. © O&O Baukunst GmbH Köln

Gibt es Probleme bei der Umsetzung des Projekts Parkstadt Süd?

Zwei Eigentümer, deren Gebäude sich auf dem Areal befinden und weg sollen, wollen nicht verkaufen. Zum einen wäre da das Bonntorcenter am Kreisel der Bonner Straße. Dessen Besitzer hat den Anwalt Lars Diederichsen eingeschaltet. Diederichsen sagte der Kölnischen Rundschau: „Die Stadt Köln hat bis heute kein verhandelbares Kaufangebot vorgelegt.“

Auch die Polis Immobilien AG, der ein Bürohaus am Rheinufer gehört, wehrt sich gegen einen Verkauf. Im Bürohaus hat sich unter anderem die Technische Hochschule Köln eingemietet.

Das Problem: Die Bezirksregierung Köln hat den neuen Grüngürtel bereits genehmigt und in einem sogenannten Regionalplan festgehalten. Dieser Plan ist am 18. April 2019 in Kraft getreten und verpflichtet die Stadt, das Projekt auch tatsächlich umzusetzen. Das erhöht den Druck auf die bisherigen Eigentümer. Der Besitzer des Bonntorcenters wehrt sich vor dem Oberverwaltungsgericht gegen den Beschluss. Eine Entscheidung ist noch nicht in Sicht.

Allerdings stellte die Stadtverwaltung klar, dass man im Zweifelsfall härtere Geschütze auffahren wolle. Der Kölnischen Rundschau teilte die Verwaltung mit: „Sollten die Gespräche wider Erwarten erfolglos verlaufen, würde die Stadt zu gegebener Zeit andere Maßnahmen bis hin zur Enteignung prüfen. Ein Enteignungsverfahren könnte allerdings Jahrzehnte dauern.

Sollten die Gespräche wider Erwarten erfolglos verlaufen, würde die Stadt zu gegebener Zeit andere Maßnahmen bis hin zur Enteignung prüfen. 

Stadt Köln

Neben den sperrigen Eigentümern hat die Stadt noch ein weiteres Problemfeld. Schon 2007 hat der Rat der Stadt Köln die Verlagerung des Großmarktes nach Marsdorf beschlossen. Bis heute gebe es aber nicht einmal eine Planung, wie diese Verlagerung umgesetzt werden solle, bemängelt die Interessengemeinschaft Kölner Großmarkt e.V. Die fehlende Perspektive betrachte man „mit großer Sorge“, heißt es auf der Webseite.

Wann ist die Parkstadt Süd fertig?

Eine genaue Angabe von der Stadt gibt es dazu nicht. Sie peilt aber an, das Projekt circa 15 Jahren abschließen zu können. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

 

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