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Integrations-Expertin findet zum Muezzinruf in Köln klare Worte

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Von: Peter Pauls

Dr. Lale Akgün vor der Ditib Zentralmoschee in Köln
Die Integrationsexpertin und SPD-Politikerin Dr. Lale Akgün vor der Ditib Zentralmoschee in Köln. (Montage) © Sven Simon / Imago & epd / Imago

Am Freitag ertönt erstmals ein Muezzinruf von der Zentralmoschee in Köln. Für die Integrationsexpertin Lale Akgün ist das kein gutes Signal.

Köln - Der umstrittene Muezzinruf in Köln: Am Freitag, 14. Oktober 2022, mittags um 13:24 Uhr, rief der Muezzin von der Kölner Zentralmoschee. Das wird den türkischen Präsidenten Erdogan zufriedenstellen, der 2018 eigens zur Einweihung angereist war. Eines Tages werde dieser Ruf weltweit erklingen, hatte er geschwärmt. Köln hilft ihm in heiliger Einfalt nun, diesen Wunsch umzusetzen.

Köln: Muezzin-Ruf am Freitag - „Zeichen des politischen Islam“

Die Ex-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün findet klare Worte für den Vorgang. „Der Muezzinruf mag in Köln leise sein, aber in der Türkei, aber auch in Deutschland erklingt er sehr laut. Weil damit klar ist, dass der politische Islam auch in Köln hörbar ist“, sagt sie. Wie das Kopftuch sichtbares Symbol des politischen Islam sei.

Die Stadt Köln hatte den Ruf des Muezzin 2021 unter Auflagen erlaubt. Oberbürgermeistern Henriette Reker verteidigte das Vorhaben als „Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion“ und als „Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit“.

Eine umstrittene Entscheidung. Fritz Schramma (CDU), einst selbst OB von Köln, erinnerte zum Beispiel daran, dass beim Bau der ebenfalls nicht unumstrittenen Zentralmoschee in Ehrenfeld ausdrücklich vereinbart wurde, dass es keinen Muezzinruf geben sollte.

Dr. Lale Akgün ist Diplom-Psychologin. Von 2002 bis 2009 war sie SPD-Bundestagsabgeordnete. Zuvor leitete Lale Akgün das Landeszentrum für Zuwanderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Solingen. Mittlerweile arbeitet die Kölnerin am Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklungspolitik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Peter Pauls, 24RHEIN-Gastautor, ist Vorsitzender des Kölner Presseclubs. Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter des Kölner Presseclub, den Sie hier abonnieren können

Die SPD-Politikerin Lale Akgün hat einen klaren Vorteil gegenüber denen, die den Muezzinruf hier in Köln im Handstreich umsetzten: Sie denkt über Stadtgrenzen hinaus. (pp/IDZRW)

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