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Statt Schwimmbad: Kölner Schulkinder sollen im Container schwimmen lernen

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Von: Johanna Werning

Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs teil und hält sich am Beckenrand fest.
In Köln sollen nach den Osterferien 2023 Schwimm-Container zum Einsatz kommen (Symbolbild). © Sven Hoppe/dpa

In Köln sollen nach den Osterferien 2023 Schwimm-Container zum Einsatz kommen. Aktuell laufen die Planungen und Vorbereitungen auf Hochtouren.

Köln – Container statt Schwimmbad, das soll die neue Lösung für Köln sein. Seit Jahren sind in der Domstadt nicht nur die Schulen marode, auch funktionierende Schwimmbäder, in denen Schulkinder das Schwimmen lernen sollen, sind teilweise Mangelware. Darum zeigt sich die Stadt im Schwimm-Dilemma nun kreativ – und setzt auf eine Container-Lösung.

So sieht der Schwimm-Container aus

► Der Pool ist 8 Meter lang, 3 Meter breit und 1,25 Meter tief.

► Bis zu 6 Kinder können zeitgleich unterrichtet werden. Eine Einheit dauert 45 Minuten.

 ► In der zweiwöchigen „Projektwoche Schwimmen“ könnten so bis zu 700 Kinder das Schwimmen lernen – pro Standort.

► Der Pool-Container mit einem Gesamtgewicht von 33 Tonnen kann mit einem Lkw transportiert werden.

► Am jeweiligen Standort muss es lediglich einen Strom- und Wasseranschluss geben.

► Die Gesamtkosten belaufen sich laut einer ersten Schätzung auf 173.400 Euro. Der Großteil wird von Investoren und Förderern gestemmt. Die Stadt muss lediglich die Kosten von Strom und Wasser und die Organisation der Standorte übernehmen.

Pool-Container statt Schwimmbad: Wie Schüler in Köln Schwimmen lernen sollen

Der Plan: Grundschulkinder, die nicht schwimmen können, sollen im acht Meter langen Pool des Schwimm-Containers die Grundfertigkeiten erlernen – und zwar direkt auf dem Pausenhof der Schule. In den vergangenen Wochen haben sich die Stadt, die Schwimmschule Sharky, der Schwimmverband NRW und die Schwimm-Container-Bauer zusammengetan und nach konkreten Lösungsansätzen gesucht, sagt Oliver Seeck, SPD-Mitglied im Kölner Stadtrat und Vorsitzender des Sportausschusses.

„Die große Hürde ‚Finanzierung‘ und ‚städtische Organisation‘ wurden jetzt bewältigt“, so Seeck. Zwar muss der Container noch angeschafft werden, dem Vorhaben steht aber nicht mehr im Weg. Der Pool-Container kostet 115.000 Euro und wird zum Großteil von Investoren und Förderern gestemmt. Die Logistik und die Planung übernimmt die Stadt Köln. Und die Schwimmschule Sharky stellt während der jeweiligen „Projektwoche Schwimmen“ die Schwimmlehrer.

Ein Entwurf zum Schwimm-Container.
So soll der Schwimm-Container aussehen (Entwurf) © Oliver Seeck

Schwimm-Container in Köln: Projekt startet im April 2023

Das Besondere: Der Schwimm-Container zieht alle zwei Wochen um, um möglichst viele Schulen zu erreichen. Bis zu sechs Kinder können zeitgleich unterrichtet werden. „Der Plan ist, dass wir nach den Osterferien starten“, sagt Seeck. Das wäre dann Montag, der 17. April 2023.

Bis zu den Herbstferien sollen dann so viele Schulen wie möglich vom Pool-Container angefahren werden – und zwar in möglichst allen neun Stadtbezirken, sagt Seeck. „Aktuell stehen die Familiengrundschulzentren im Fokus“, so der Vorsitzende des Sportausschusses weiter. Das sind Schulen, die häufig in sozialen Brennpunkten liegen und auf eine Beteiligung der Eltern setzen.

Diese Familiengrundschulzentren in Köln gibt es:

Schwimm-Container in Köln: Welche Schulen werden angefahren?

Wann und wo genau der Schwimm-Container genau zum Einsatz kommt, steht aktuell allerdings noch nicht fest. „Daran wird jetzt gearbeitet. Das Konzept muss ja auch stimmig sein und funktionieren“, erklärt Seeck. Lange sollte es allerdings nicht mehr dauern, bis die genauen Standorte und Termine feststehen. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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