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Ukraine-Geflüchtete: Wie sich Köln vorbereitet – und helfen will

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Von: Johanna Werning

Geflüchtete aus der Ukraine stehen mit ihrem Gepäck vor den Gebäuden eines Flüchtlingsheims in Köln Worringen.
Die ersten aus der Ukraine geflüchteten Menschen sind in Köln angekommen. © Henning Kaiser/dpa

Die Stadt Köln bereitet Hilfsangebote für Geflüchteten aus der Ukraine vor. Die ersten Menschen sind am Donnerstag angekommen. Darunter überwiegend Kinder und Frauen.

Köln – Seit Donnerstag, 24. Februar, marschiert Russland in die Ukraine ein. Hunderttausende sind vor dem Ukraine-Konflikt auf der Flucht. Für viele dürfte Deutschland das Ziel sein. Darum bereit sich nun auch Köln auf die Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Wie wird die Hilfe der Stadt aussehen?

Köln bereitet Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor – so will man helfen

Die Stadt Köln bereitet vor allem Unterbringungsmöglichkeiten für aus der Ukraine geflüchtete Menschen vor. Erwartet werden zunächst rund 180 Geflüchteten aus der Ukraine. Die ersten Menschen aus der Ukraine sind am Donnerstag (3. März) in Köln angekommen. Diese haben zum Teil bereits Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern, weshalb einige privat unterkommen.

Für alle anderen wird er Plätze in den städtischen Unterbringungsangeboten geben, erklärte die Stadt am Montagabend (28. Februar). Zunächst insgesamt 200 Stück. Jedoch soll die Zahl in den kommenden beiden Wochen auf 1500 Plätze ansteigen und dann nach Bedarf erweitert werden. Die Geflüchteten sollen „stufenweise nach Kapazität“ in Köln untergebracht werden:

Gelfüchtete aus Ukraine: So können Kölnerinnen und Kölner helfen

Die Stadtverwaltungen hab bereits in den vergangenen Tagen viele Hilfsangebote von Bürgerinnen und Bürgern erreicht. Um diese besser sichten und koordinieren zu können, wurde eine zentrale Mailadresse eingerichtet. Diese lautet „ukraine@koelnhilft.koeln“.

Ukraine-Krieg: Wie Kölner spenden können

Auch in Köln und im Kölner Umland gibt es Organisationen und Personen, die Geldspenden sammeln und an die Menschen vor Ort verteilen. Ein Überblick mit Kölner Spendenmöglichkeiten für die Ukraine.

Köln: Stadt bietet Hilfshotline für Geflüchtete aus der Ukraine an

Friedensdemonstration gegen den Krieg in der Ukraine, anstatt des Rosenmontagszugs in Köln, mit über 250.000 Teilnehmern, vor dem Kölner Dom, mit vielen Karnevalisten.
Köln möchte Geflüchteten aus der Ukraine vor allem Unterkünfte anbieten. © Jochen Tack/Imago

Die Stadt hat in der Zwischenzeit auch eine Hilfshotline für die Geflüchteten in der Domstadt eingerichtet. Hinter können sich Menschen aus der Ukraine melden, die in Köln sind und dringend einen Schlafplatz suchen. Die Telefonnummer lautet (0221) 221 24232. Außerdem wurde eine Mailadresse eingerichtet. Die Hilfssuchenden könnten sich auch unter „56-UnterbringungUkraine@stadt-koeln.de“ bei der Stadt melden.

Geflüchtete aus der Ukraine: Einreise mit Reisepass möglich – doch es gibt Corona-Regeln

Um in Deutschland einzureisen, benötigen ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger einen biometrischen Reisepass. Weitere Voraussetzungen sind aktuell nicht erforderlich, erklärt die Stadt. Ukrainerinnen und Ukrainer, die keinen biometrischen Reisepass besitzen, können aktuell in einer deutschen Auslandsvertretung in Nachbarstaaten der Ukraine ein Visum zur Einreise beantragen.

Zum Thema Corona-Einreisebeschränkungen erklärt die Stadt: „Die Empfehlungen des EU-Rates zur Beschränkung von Reisen in Europa gestatten unter anderem Reisen von Personen, die internationalen Schutz oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen.“ Die Vorgaben der Coronavirus-Einreiseverordnung seien unabhängig davon grundsätzlich zu beachten. Die Ukraine ist jedoch seit dem 27. Februar 2022 nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft; damit besteht nur eine allgemeine Testpflicht vor der Einreise, aber keine Quarantäne- und Anmeldeerfordernis mehr.

Menschen flüchten aus Ukraine nach Köln – was gilt für Asylsuchende, gibt es medizinische Unterstützung?

Die Europäische Union prüft derzeit, für ukrainische Staatsangehörige ein erleichtertes Verfahren für den weiteren Aufenthalt einzuführen. Damit wäre ein Asylantrag nicht mehr erforderlich. Weitere Informationen hierzu werden in den kommenden Tagen erwartet. Die entsprechende Sitzung der EU-Innenminister-Konferenz findet am 3. März 2022 (Donnerstag) statt.

Im Bezug auf mögliche medizinische Unterstützung erklärt die Stadt: „Im Rahmen der Aufnahme geflüchteter Menschen aus der Ukraine in städtische Unterkünfte wird medizinisches Personal mit russischer und ukrainischer Sprachkompetenz im Einsatz sein. Darunter befinden sich Ärzt*innen, (Kinder-) Krankenpfleger*innen und Hebammen. Das Team der Flüchtlingsmedizin des Gesundheitsamtes koordiniert die medizinische Erstversorgung sowie die Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Infektionen.“

Köln bereitet Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor – „praktisch und koordiniert helfen“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich bereits zu möglichen Hilfsangeboten in Köln geäußert. Auf Twitter schreibt sie: „In der Kölner Stadtgesellschaft erlebe ich größte Solidarität mit der Ukraine. Die Stadtverwaltung organisiert derzeit Möglichkeiten zur Aufnahme ukrainischer Geflüchteter und prüft, wie wir den Menschen im Land praktisch und koordiniert helfen können“

Inzwischen hat die Stadt Köln mehrere Hilfsangebote gestartet. Neben einer Anlaufstelle für Geflüchtete am Hauptbahnhof gibt es eine Hotline für Geflüchtete. Außerdem wurden Unterbringungsmöglichkeiten vorbereitet. So hat die Stadt nun Notunterkünfte für 1.100 Geflüchtete in der Messehalle Köln bereitgestellt. Am Südstadion entsteht eine Zeltstadt mit rund 600 Plätzen. Außerdem wird die Versorgung mit Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung sichergestellt. Das Ausländeramt  kümmert sich um alle Fragen, die den Aufenthaltsstatus der Geflüchteten betreffen.

Geflüchtete aus der Ukraine kommen in Köln an – und können gratis mit Bus und Bahn der KVB fahren

Wie die KVB am 2. März erklärte, können ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger nach ihrer Ankunft in Köln kostenlos Bus und Bahn fahren. „Hiermit möchte das Unternehmen Geflüchteten helfen, die dem Krieg in ihrem Heimatland entkommen konnten und in Köln einen sicheren Zufluchtsort gefunden haben“, so die Verkehrsbetriebe. Die „Freifahrt“ gelte für diese Menschen zunächst bis auf weiteres. Menschen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft müssen, wenn sie kontrolliert werden, lediglich ein Ausweisdokument vorzeigen, aus dem eben diese Staatsbürgerschaft hervorgeht.

„Nach der Deutschen Bahn AG haben sich auch zahlreiche Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen in Deutschland für eine Regelung der ticketfreien Nutzung öffentlicher Verkehrsangebote entschieden“, so die KVB. Diese Regelung gilt auch im gesamten Netz des Verkehrsverbundes VRS, wie der Verkehrsverbund Rhein-Sieg im Laufe des 2. März erklärte. „Das Angebot gilt ab sofort und bis auf Weiteres und umfasst alle Bus-, Straßen-, Stadt- und U-Bahnlinien sowie alle Nahverkehrszüge (S-Bahn, RegionalExpress und RegionalBahn)„, so der Verbund in einer Mitteilung.

Köln: „Solidarität mit der Ukraine“ statt Kölner Rosenmontagszug

Auch am Rosenmontag, 28. Februar, zeigten sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Kölner Karneval solidarisch mit der Ukraine. Das Festkomitee Kölner Karneval hat kurzerhand den Rosenmontagszug abgesagt. Stattdessen gibt es eine Friedensdemo quer durch Köln. Die Stadt rechnete mit circa 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmen, doch es kamen ganze 250.000 Menschen zur Friedensdemo am Rosenmontag.

Für NRW-Minister Hendrik Wüst der richtige Weg: „Eine große Friedensdemo statt des Rosenmontagszugs in Köln ist echt stark. Karneval ist mehr als Kamelle und Strüßje, er steht für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Für diese Werte, für Frieden und für Solidarität mit der Ukraine setzen wir ein starkes Zeichen in Köln“, schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. (jw und os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 3. März um 15:40 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Geflüchtete aus der Ukraine in Köln angekommen.

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