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Studierende an TH Köln fordern kostenlose Tampons und Binden für alle

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Von: Mick Oberbusch, Johanna Werning

Kostenlose Perioden-Produkte für alle. Das fordert der AStA der Technischen Hochschule Köln. Immerhin machen es Unis in Düsseldorf und Bonn vor.

Köln – Ob Tampons, Menstruationstasse oder Binden. An der Perioden-Front gibt es viele Produkte. Doch das Problem dabei: Kostenlos sind die Hygieneprodukte nur in den seltensten Fällen und gerade wenn man unterwegs ist und die Hilfsmittel dringend benötigt, ist die Beschaffung häufig schwierig – auch in einer Großstadt wie Köln. Für den AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) ein absolutes No-Go: „Unser Appell lautet: Menstruation darf kein Luxus sein. Wir fordern daher Menstruationsprodukte in den Toiletten der TH – kostenlos, campusübergreifend und unkompliziert.“

Technische Hochschule Köln: Kostenlose Menstruationsprodukte sind „nur fair“

Denn bisher sind kostenlose Menstruationsprodukte auch an der Technischen Hochschule Köln echte Mangelware. Bisher gibt es lediglich kostenlose Hygieneartikel-Automaten auf zwei All-Gender-Toiletten – ausgestattet vom AStA. Dabei ist die Nachfrage riesig: „Etwa die Hälfte der Bevölkerung menstruiert und niemand tut es freiwillig. Daher halten wir es nur für fair, wenn diese biologischen Unterschiede berücksichtigt werden. Uns ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen – und dazu gehören Hygiene-Artikel“, erklärt Simon Pycha vom AStA der TH Köln.

Aber warum gibt es dann flächendeckend noch keine kostenlosen Tampons, Binden und Co.? „Der Grund für die fehlenden Artikel auf dem Hochschulgelände ist ganz einfach: Es kostet Geld. Und das sind Bildungsstätten bisher nicht bereit zu zahlen“, lautet der Vorwurf von Pycha. Und genau das müsse sich ändern.

Technische Hochschule Köln
Adresse:Ubierring 40, 50678 Köln
Öffnungszeiten:Montag bis Samstag, von 9 bis 22 Uhr
Studierende:27.000 (2021)
Standorte:Campus Südstadt, Campus Deutz, Campus Gummersbach und Campus Leverkusen
Gründung:1. August 1971

Kostenlose Tampons: Universitäten in Düsseldorf und Bonn machen es vor

Immerhin machen es andere Unis wie die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf oder die Universität Bonn vor, betonen die Studierenden weiter. „In Stuttgart werden die Produkte sogar großflächig in der Universität angeboten – komplett kostenfrei. Diese Initiativen wurden überwiegend durch die ASten finanziert, allerdings wünschen wir uns ein Entgegenkommen der Bildungsstätten.“

Der Grund: „Da wir die Produkte als grundlegende Ausstattung an Bildungsstätten ansehen, sind wir der Auffassung, dass in erster Linie die Universität/Hochschule für die Bereitstellung aufkommen sollte“, erklärt Pycha.

Falls das nicht möglich sei, sollen Trägerschaften miteinbezogen werden. Das habe sich bereits in der Vergangenheit bewährt. „Dabei werden die Kosten auf private Unternehmen umgelegt, die freiwillig die Trägerschaft für einzelne Automaten übernehmen – entweder aus werbetechnischen oder gesellschaftlichen Gründen. So oder so entsteht ein Vorteil für Studierende – und das ist vorerst die Hauptsache.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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