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Köln: Trauer um Sami Omar (43) – ein Leben für den Kampf gegen Rassismus

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Von: Mick Oberbusch

Eine Hand hält eine brennende Kerze
Der Kölner Rassismus-Kritiker Sami Omar ist überraschend im Alter von 43 Jahren verstorben (Symbolbild) © Peter Endig/dpa

Sami Omar, Autor, Moderator und Referent für Rassismusfragen aus Köln, ist kurz vor Weihnachten überraschend mit nur 43 Jahren gestorben. Die Trauer ist groß.

Köln – Wer dieser Tage die Homepage von Sami Omar besucht, erhält sofort den Eindruck, dass er etwas Besonderes gewesen ist –auch diejenigen, die ihn eigentlich gar nicht kannten. Der Startbildschirm seiner Internetseite wurde kurzzeitig in ein Online-Kondolenzbuch umgewandelt, im Hintergrund ist ein Bild von Omar in schwarz-weiß zu sehen, dazu geschrieben die Worte: „Es geschehen Dinge, die wir nicht verstehen können. Schweren Herzens nehmen wir Abschied von Sami Omar, geboren 06.11.1978, gestorben 23.12.2021.“ Darunter sind etliche Einträge Trauernder zu lesen, am Freitagmorgen waren es rund 80 Bekundungen. Zumeist mit ähnlicher Botschaft, die in etwa lautet: Danke für alles, was du getan hast – wir werden dich vermissen.

Sami Omar mit nur 43 Jahren gestorben ‒ begonnen als Logopäde, dann als Rassismus-Experte im Einsatz

Sami Omar mit 43 gestorben ‒ im Kampf gegen den Rassismus aktiv

Sami Omar wurde am 6. November 1978 in Khartum (Sudan) geboren.

Er wuchs als Kind zweier Pfarrleute auf, machte eine Ausbildung zum Logopäden und half Menschen mit Schluckstörungen in Kliniken und Praxen.

seit 2016 war er auch als Kampagnenreferent des Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas für den Rehinisch-Bergischen Kreis e.V. aktiv.

ab 2015 hielt Omar Vorträge sowie Workshops zu den Themen Rassismus, Diversität und Integration, moderierte Veranstaltungen aus Politik und Kultur.

2020 entwickelte er das Konzept der Antirassistischen Prozessbegleitung und behandelte dies in Firmen, Verbänden, Schulen, Vereinen und Glaubensgemeinschaften.

ab 2020 hatte Omar mit dem Historiker Christian Mack einen Podcast (MackOmar), der sich mit Diskriminierungs- und Rassismusfragen beschäftigte.

Am 23. Dezember 2021 ist Sami Omar im Alter von nur 43 Jahren gestorben.

Was der 1978 im Sudan geborene Omar in den vergangenen Jahren an Arbeit bezüglich der Rassismus-Aufklärung und dem Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit geleistet hat, werden ihm diejenigen, die mit ihm zu tun hatten, wohl niemals vergessen. Als Kind zweier Pfarrleute in Ulm aufgewachsen, behandelte er beruflich viele Jahre als Logopäde Patienten mit Schluckstörungen, bevor er sich vor allem dem Kampf gegen Rassismus verschrieb. 2016 wurde er zum Kampagnenreferent des Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V. ernannt. Eine Arbeit, die ihm viel Freude bereitete und die er bis zuletzt fortführte.

Ab 2015 hielt Omar Vorträge zu den Themen Rassismus, Diversität und Integration, trat zudem auch als Moderator verschiedener Veranstaltungen zu diesem Thema in Erscheinung und entwickelte ein Konzept zur antirassistischen Prozessbegleitung. Unter anderem an der Universität Köln war er als Referent zum Thema „Sprache und Rassismus“ gefragt, widmete sich diesem Thema auch 2020 in einem gemeinsamen Podcast mit dem Historiker Christian Mack. Nun ist er völlig überraschend und viel zu früh verstorben.

Nach plötzlichem Tod von Sami Omar (43): Netz-Gemeinde trauert – „schwer zu ertragen“

Ein zumindest winziger Trost für seine Familie dürften dabei die etliche Botschaften auf seiner Homepage sein. „Sami, mit dir ist ein Großer von uns gegangen. So schlagfertig, präsent und immer aktiv, mit der Mission ein besseres Deutschland für uns alle zu erschaffen“, lautet ein Kommentar. Ein anderer: „Lieber Sami, Dein Abschied kam zu früh und plötzlich. Schwer zu ertragen. Dein unermüdlicher Einsatz für Gerechtigkeit haben Deutschland zu einem besseren Ort gemacht. Danke!“. Dem kann man sich nur anschließen. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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