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Kölner fährt in Richtung Ukraine: „Für mich war sofort klar, dass ich helfen möchte“

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Von: Mick Oberbusch

Marc Lanzerath (l.) mit seinem Vater vor einem LKW mit Hilfsgütern
Mit seinem Vater, Windeln und weitern Paketen im Gepäck macht sich Marc Lanzerath (l.) am 9. März auf Richtung Ukraine (Montage). © Privat & NurPhoto/Imago

Die Situation in der Ukraine bewegt immer mehr Menschen zum Helfen. Marc Lanzerath aus Köln ist einer von ihnen. Er fährt am 9. März in Richtung Kriegsgebiet.

Köln – Frauen, die mit kleinen Kindern im Auffanglager ankommen, Familien, die sich schwer gezeichnet über die Grenze schleppen und Einsatzkräfte, die mit dem Versorgen kaum hinterherkommen: Die Lage in den Grenzgebieten ist während des Krieges in der Ukraine mehr als ernst – weshalb Bilder dessen viele Kölnerinnen und Kölner zum Nachdenken anregen. Einer davon heißt Marc Lanzerath, ist 28 Jahre alt, zweifacher Vater, gelernter Dachdecker und arbeitet aktuell für ein Medienunternehmen in Köln.

Ukraine Krieg: Kölner fährt gemeinsam mit Vater an die Grenze – um zu helfen

Allerdings nicht am 9. März. Denn dann macht er sich auf den Weg Richtung Ukraine, um zu helfen. Und das, obwohl er dort weder Verwandte, noch Freunde und/oder Bekannte hat. Er sieht es schlicht als seine persönliche Aufgabe, Menschen in Not zu unterstützen. „Als ich vor mehr als einer Woche zum ersten mal die Bilder aus der Region und gleichzeitig gesehen habe, wie es Frauen und Kindern da geht, konnte ich das nicht mit ansehen“, sagt Lanzerath im Gespräch mit 24RHEIN.

Kölner Marc Lanzerath will helfen: „Man weiß ja, wie gut es einem hier geht“

„Ich bin selbst zweifacher Vater, deshalb war für mich sofort klar, dass ich da helfen möchte. Man weiß ja schließlich, wie gut es einem hier geht. Ich habe dann mit meinem Vater gesprochen, und dann haben wir durch ziemlichen Zufall die Möglichkeit bekommen zu helfen.“ Ganz so zufällig war das Ganze jedoch nicht so unbedingt, wie Lanzerath selbst ausführt. Ein Arbeitskollege hätte sich „gut mit Organisationen ausgekannt, die sich um soziale Dinge kümmern“, wie der 28-Jährige sagt. Besagte Kollege vermittelte zwischen den Helf-Willigen und dem gemeinnützigen Verein „Emmaus“, der im Kölner Stadtteil Niehl Zuhause ist.

„Dort meldet man sich dann, und alles wird koordiniert. Aktuell bin ich dabei, Sachen abzuholen und Anrufe abzuarbeiten, auch aus dem Bekanntenkreis kommen eine Menge Hilfsgüter zusammen“, sagt er im 24RHEIN-Gespräch. Einen „Dreieinhalb-Tonner“ hätte man bereits komplett voll, miete zudem nun einen Anhänger an, um mit einem weiteren Privatauto gleich hinterher zu fahren.

Die Emmaus Gemeinschaft in Köln

Bei der Emmaus Gemeinschaft in Köln können das ganze Jahr über Sachspenden für Bedürftige abgegeben werden. Aktuell koordiniert die Gemeinschaft die Abgabe dieser Sachspenden vor allem für die Opfer des Krieges in der Ukraine.

Adresse: Geestemünder Str. 42, 50735 Köln

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr, Mittwoch 10 bis 12:45 Uhr

Telefon: 0221/9711731

Kölner Marc Lanzerath will „dahin fahren, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird

Das geschieht dann am 9. März, wo genau es hingeht, wisse man aktuell noch nicht. „Aber wir fahren dorthin, wo die Hilfe am dringendsten gebraucht wird“, sagt Lanzerath. Wer es dem 28-Jährigen gleichtun und ebenfalls helfen möchte, sollte sich jedoch ebenfalls zunächst an eine Organisation wenden, die solche Trips koordiniert – statt „auf eigene Faust“ ins Kriegsgebiet zu fahren. Zudem gibt es zahlreiche Organisationen und Stellen, die man in Köln auch mit Spenden unterstützen kann. Hauptsache, es wird geholfen. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. 

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