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Wodka trinken für die Forschung: Uni Köln sucht Teilnehmer

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Von: Nina Büchs

Eine Person gießt sich Vodka is Glas.
Die Uniklinik Köln sucht gesunde Freiwillige, die im Rahmen einer Studie Wodka trinken. (Symbolbild) © Andrea Löbbecke/dpa

Wie lange dauert es, bis Alkohol abgebaut ist? Welchen Einfluss haben Gewicht und Trinkgeschwindigkeit? Das will die Uniklinik Köln untersuchen – mit Wodka.

Köln – Abends mit Freunden in der Kneipe sitzen, Kölsch trinken und dann mit dem Auto nach Hause fahren – immer wieder kam es so schon zu Unfällen. Denn Alkohol und Autofahren ist bekannterweise eine gefährliche Kombination. Wie lange aber sollte man warten, bis man wieder Autofahren kann und der Alkohol abgebaut ist? Dieser Frage will die Uniklinik Köln in einer Studie auf den Grund gehen. Dafür suchen die Wissenschaftler nun Testpersonen, die ein Glas Wodka trinken. Die Erkenntnisse der Studie könnten unter anderem für Gerichte eine erhebliche Rolle spielen.

Köln: Uniklinik sucht Teilnehmer, die für Studie Wodka trinken – das soll untersucht werden

„Schon 1932 hat der schwedischer Chemiker Widmark herausgefunden, dass sich aus der getrunkenen Alkoholmenge und dem Körpergewicht die anfängliche Blutkonzentration von Alkohol recht genau berechnen lässt“, so die Kölner Uniklinik. Er fand heraus, dass sich die Konzentration pro Stunde um 0,1 bis 0,2 Promille verringert. „Ob es aber 3 oder 6 Stunden dauert, um auf 0 Promille zu kommen, macht mitunter einen großen Unterschied – auch vor Gericht, wo auch heute noch die Untersuchungen von 1932 herangezogen werden“, so die Uniklinik weiter.

Wird beispielsweise nach einem Unfall eine Blutprobe entnommen, dann muss zurückgerechnet werden, wie hoch die Alkoholkonzentration zum Zeitpunkt des Unfalls war. Dies könne dann über die Schuldfähigkeit entscheiden. Mit der neuen klinischen Studie „COVETH“ soll anhand von gesunden Studienteilnehmern nun der Abbau von Alkohol im Blut untersucht werden. Damit soll der Zeitverlauf der Alkoholkonzentration beim Einzelnen besser erfasst werden, als in den Untersuchungen vor 90 Jahren. Die Studie wird vom Zentrum für Pharmakologie, dem Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät durchgeführt. Doch wie läuft die Studie genau ab? Und welche Studienteilnehmer werden gesucht?

Köln: Uniklinik sucht Teilnehmer, die Wodka trinken – so läuft die Studie ab

„Bei der Studie erhalten gesunde Freiwillige ein großes Glas Wodka, das sie entweder auf einmal oder über eine Stunde verteilt trinken. Das Körpergewicht bestimmt dabei die individuelle Menge, mit der eine anfängliche Alkoholkonzentration von 0,5 bis 1 Promille erreicht werden soll“, so die Kölner Uniklinik. Die Wissenschaftler der Uniklinik entnehmen dann über einen Venenverweilkatheter so lange wiederholt Blutproben von den Teilnehmern der Studie, bis der Alkoholwert unter 0,05 Promille fällt, teilt die Uniklinik mit. Etwa 250 Personen können in die Studie aufgenommen werden, insbesondere werden auch Personen über 65 Jahren und Menschen mit ostasiatischer Herkunft gesucht.

Diese Studienteilnehmer werden gesucht:

Wer an der Studie teilnimmt, wird angemessen entschädigt, so die Uniklinik weiter. Zudem können die Probanden ihre individuelle Abbaugeschwindigkeit von Alkohol erfahren. Somit können die Studienteilnehmer künftig besser einschätzen, wie lange es dauert, bis das Glas Wein, die Flasche Kölsch oder zum Beispiel ein Glas Whiskey abgebaut ist.

Studie in Köln: Diese Faktoren beeinflussen den Abbau von Alkohol

Bislang ist klar, dass sich verschiedene Faktoren – wie zum Beispiel das Körpergewicht – auf die Alkoholkonzentration im Körper auswirken. Nimmt man neben einem Bier oder einem Glas Wein außerdem eine Mahlzeit zu sich, ist die Aufnahme von Alkohol langsamer. Denn dies beschleunigt den Abbau von Alkohol um etwa 50 Prozent, so die Uniklinik.

„Auch ist bekannt, dass die vererbte (genetische) Struktur und damit die Aktivität der Enzyme, die Alkohol abbauen, von Person zu Person unterschiedlich ist. Solche genetischen Unterschiede führen unter anderem dazu, dass Menschen aus Ostasien häufiger eine Alkoholunverträglichkeit haben“, heißt es weiter. Unklar ist bislang, wie stark die Auswirkung dieser Einflussfaktoren auf den Alkoholabbau ist und ob es weitere Indikatoren gibt, die eine Rolle spielen.

Köln: Uniklinik führt Studie zu Alkoholabbau durch – diese Einflussfaktoren sollen untersucht werden

Im Rahmen der Studie sollen nun Einflussfaktoren wie Trinkgeschwindigkeit, Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Körpergröße zusammen mit Eigenschaften der Erbsubstanz untersucht werden. Ziel sei es, dass mit den ermittelten Einflussfaktoren genauer als bisher geprüft werden kann, welche Alkoholkonzentration im Blut bei einem bestimmten Konsum zu erwarten ist, so die Uniklinik.

Die Studie läuft noch einige Monate, heißt es weiter. Wer also daran teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden, so eine Sprecherin der Uniklinik gegenüber 24RHEIN. Für weitere Informationen zur Teilnahme können Interessierte sich an die E-Mail-Adresse pharmakologie-studien@uk-koeln.de wenden. (Stand: 1. Februar). (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Update-Hinweis: Interessierte können sich noch zur Studie anmelden.

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