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Wolf streifte durch Köln – doch wo ist er jetzt?

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Von: Johanna Werning

Ein Wolf streift im Tierpark Hexentanzplatz durch sein Freigehege.
Mitten in Köln wurde ein Wolf mehrere Male gesichtet (Symbolbild). © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Vor gut einer Woche wurde in Köln ein Wolf gesichtet. Seitdem ist es still um das Tier geworden. Doch das könnte sich bald ändern.

Köln – In gleich mehreren Stadtteilen war ein Wolf in Köln unterwegs. Allem Anschein nach soll er zusätzlich vier Schafe in den Rheinauen gerissen haben. Doch genauso plötzlich wie er in Köln auftauchte, ist er auch wieder verschwunden. Weitere Sichtungen gab es bislang nicht. Dennoch hält der Wolf die Domstadt weiterhin in Atem. Denn jetzt gehen die Untersuchungen erst richtig los.

Wissenschaftlicher Name:Canis lupus
Höhe:80 –85 Zentimeter
Lebenserwartung:14 Jahre
Länge:1 – 1,60 Meter
Geschwindigkeit:50 – 60 Km/h
Stellung in der Nahrungskette:Fleischfresser
GewichtMännlich: 30 – 80 Kg Weiblich: 23 – 55 Kg

Wolf mitten in Köln – Labor soll Informationen zum Tier geben

Mitten in der Nacht wurde der Wolf am 19. Mai im innenstadtnahen Stadtviertel Ehrenfeld von einer Bürgerin gefilmt. Gesichtet wurde er an der Ecke Fröbelstraße an einem Autohaus. Danach trabte er stadtauswärts und wurde mehrmals gesichtet oder gefilmt – auch eine Überwachungskamera der RheinEnergie in Neu-Ehrenfeld erfasste ihn.

Das Bild einer Überwachungskamera der Rheinenergie im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld hält den Besuch eines Wolfs fest.
Der Wolf wurde von einer Überwachungskamera der Rheinenergie in Neuehrenfeld gefilmt. © picture alliance/dpa/Rheinenergie

Doch seit dem 19. Mai ist der Wolf wie vom Erdboden verschwunden. Das bestätigt ein Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). „Bisher gibt es keine weiteren bestätigten Sichtungen“. Wo sich der Wolf derzeit aufhalte, ist unklar.

Der Kurzausflug zur Domstadt bleibt dem Anschein nach also ein Einzelfall. Dennoch ist die Akte Wolf in Köln noch nicht abgeschlossen. Angaben über Geschlecht, Alter und Identität des Tieres sind noch nicht möglich, die Ermittlungen des LANUVs laufen weiter an. Dabei soll auch ein Labor helfen.

Wolf mitten in Köln – DNA-Proben sichergestellt

Denn am Morgen des 20. Mais wurden vier gerissene Schafe in der Rheinaue gefunden. Ob ein großer Hund oder doch der Kölner Wolf für den Tod der Tiere verantwortlich ist, soll durch sichergestellte DNA-Proben ermittelt werden. „Ein Wolfsberater im Auftrag des LANUV hat die Schafe dokumentiert und Proben für die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen genommen“, so das LANUV weiter. Falls wirklich ein Wolf die Tiere gerissen haben sollte, könnten dann weitere Angaben festgestellt werden.

Bis das so weit ist, kann es jedoch dauern. „Die DNA-Analysen laufen derzeit. Das dauert jedoch. Damit ist es mit dem Kölner Wolf erst einmal gewesen“, so der Sprecher des LANUVs. Bis feststeht, ob der Kölner Wolf die Schafe gerissen hat, könnten mehrere Wochen vergehen. Wenn sich der Wolfsverdacht jedoch bestätigt, kann der Tierhalter eine Entschädigung beantragen. (jw)

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