1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Essen & Trinken

Wenn‘s im Homeoffice schnell gehen muss: Fertiggerichte auf dem Vormarsch – am beliebtesten ist nicht Pizza

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jana Wehmann

Eine Tiefkühlpizza liegt auf einem Backblech in einem Backofen.
Was essen die Deutschen neben Pizza am liebsten zu Hause in Zeiten von Homeoffice? © IMAGO/Deutzmann

Seit Beginn der Corona-Krise werden mehr Fertiggerichte produziert. Im Homeoffice sind vor allem Gemüse-Fertiggerichte und Tiefkühl-Pizzas beliebt.

Köln – Currywurst, Spaghetti Bolognese oder Schnitzel sind beliebte Gerichte – vor allem in der Mittagspause. Während vor einigen Monaten noch viele Arbeitnehmer die Möglichkeit, in einer Kantine mit Kollegen Mittag zu essen oft genutzt haben, ist das inzwischen nicht mehr möglich. Zum einen mussten die Küchen wegen der Corona-Krise schließen, zum anderen sind spätestens seit dem zweiten Lockdown und den verschärften Kontaktregeln die meisten Arbeitnehmer im Homeoffice.

Daher greifen viele Deutsche in der Mittagspause auf eine schnelle Alternative zurück. So werden seit der Einführung von Homeoffice und Homeschooling Fertiggerichte immer beliebter. Das ergibt eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes.

Corona-Krise: Mehr Fertiggerichte im Homeoffice durch den Lockdown

Von Januar bis September 2020 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Fertiggerichte produziert, das sind fast fünf Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist deutlich, denn die Produktion von Januar bis September 2019 war gegenüber dem Vorjahreszeitraum in 2018 fast auf demselben Niveau geblieben.

Vor allem bei der Betrachtung der einzelnen Quartale wird deutlich: Der Zuwachs ist geprägt durch die Corona-Krise. Denn sowohl im ersten Quartal – als die Pandemie ausbrach – als auch im zweiten Quartal – welches sehr vom ersten Lockdown geprägt war – stieg die Produktion um fast sieben Prozent.

Seit Beginn der Pandemie haben Verbraucher daher vermehrt Fertiggerichte eingekauft. Die produzierten Lebensmittel sind über den Weg von den deutschen SupermärktenKaufland, Aldi, Lidl, Rewe, Penny, Edeka und Netto – direkt auf den Tellern der Verbraucher gelandet.

Im Homeoffice beliebt: Gemüse-Fertiggerichte seit Corona-Krise stark nachgefragt

Bei den Deutschen waren im vergangenen Jahr vor allem Gemüse-Fertiggerichte, wie zum Beispiel Gemüseeintöpfe, beliebt. Davon wurden von Januar bis September 2020 mit rund 150.000 Tonnen mehr produziert als noch im Vorjahreszeitraum (139.000 Tonnen).

Fertiggericht nach HauptbestandteilProduzierte Menge in TonnenVeränderung in Prozent
Gemüse-Fertiggericht150.000+7,4
Andere Fertiggerichte480.000+5,4
Fertiggerichte aus Teigwaren263.000+4,6
Fleisch-Fertiggerichte171.000+2,4
Fisch-Fertiggerichte18.200-1,2

Aber auch Produkte aus der Kategorie andere Fertiggerichte, wie Tiefkühlpizzas oder -baguettes, landeten den deutschen Tellern: Von diesen Gerichten wurden im Zeitraum Januar bis September 2020 rund 480.000 Tonnen produziert.

Zudem verzeichneten Fertiggerichte aus Teigwaren (+4,6 Prozent) und Fleisch-Fertiggerichte, wie Gulasch oder Hamburger, (+2,4 Prozent) ein Plus. Lediglich die Menge der produzierten Fisch-Fertiggerichte, wie etwa Fisch-Nuggets oder Sushi, wurden weniger nachgefragt und lagen um rund 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Zwar greifen Verbraucher seit der Corona-Krise vermehrt zu Fertiggerichten, allerdings legen die meisten Deutschen dabei wert darauf, Gemüse zu essen. Kein Wunder, denn laut dem Ernährungsreport 2020, der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlicht wird, sind Obst und Gemüse Spitzenreiter in der deutschen Küche. So gab die Mehrheit der Befragten an, täglich Obst und Gemüse zu essen.

Ernährung in Corona-Krise: In Köln wird vor allem sonntags Essen bestellt

Wie eine Google Maps-Auswertung bereits zeigte, bleibt vor allem sonntags der Herd kalt. So bestellen Menschen aus Köln, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Nürnberg sonntags am häufigsten. In Stuttgart war der beliebteste Tag für Essenslieferungen jedoch der Samstag.

Während die Kölner besonders gerne Kebab, Gyros und Ramen bestellen, zeigt die Jahresstatistik des Lebensmittel-Lieferdienstes Picnic, dass vor allem Pfifferlinge, Fisch, Naturreis und Wein zum Kochen verwendet werden. Zudem ergab die Picnic-Auswertung lokale Unterschiede: Während in Düsseldorf Avocados und in Münster Haferflocken beliebt waren, haben die Bochumer gerne Erdbeeren gegessen. (jaw)

Auch interessant