1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Essen & Trinken

Winzer erfinden den „Lockdown“-Wein – und tun damit Gutes

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jana Wehmann

Ein Mann in Anzug gießt Weißwein in ein Weinglas.
Ein Teil des Erlöses des Lockdown-Weins kommt Gastronomen zugute. (Symbolbild) © Carmen Jaspersen/dpa

Die Weinmanufaktur Dagernova verkauft den Wein „Lockdown“ und spendet pro verkaufte Flasche einen Euro an regionale Gastronomen. Ziel ist die Spendensumme von 100.000 Euro.

Köln – Seit Beginn der Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen werden Online-Events, wie Spieleabende oder auch Wein-Tastings, immer beliebter. Wer sich dabei schon immer gefragt hat, wie der Lockdown wohl schmecken mag, hat nun die Möglichkeit: Denn die Weinmanufaktur Dagernova aus dem Ahrtal – einer Region im nördlichen Rheinland-Pfalz – hat den „Lockdown“-Wein auf den Markt gebracht.

Die Besonderheit ist nicht nur der skurrile Name, auch kommt ein Teil des Erlöses einem guten Zweck zugute. Pro Flasche spendet die Manufaktur einen Euro an regionale Gastronomen. Für die Gastronomie ist diese Unterstützung viel wert, denn Hotels und Gaststätten in Nordrhein-Westfalen haben allein im November 2020 durch die angeordneten Schließungen laut Statistischem Landesamt fast zwei Drittel ihres Umsatzes verloren.

Weinmanufaktur Dagernova: Erlös des „Lockdown“-Weins kommt Gastronomen zugute

Alle Weine der Manufaktur Dagernova stammen aus Genossenschaft Ahr Winzer. „Wir bekommen als Winzergenossenschaft mit, was der Lockdown für Gastronomen bedeutet“, sagt Dominik Hübinger, Geschäftsführer von Dagernova. „Viele unserer langjährigen Kunden sind völlig unverschuldet in eine missliche Lage geraten. Wir wollen doch alle nach Corona noch schön Essen gehen können. Daher unterstützen wir unsere Gastronomen“, ergänzt Hübinger auf 24RHEIN-Anfrage.

In einem Supermarktregal stehen die Weinflaschen „Lockdown“.
Pro verkaufte Flasche des Lockdown Weins wird ein Euro an Gastronomen gespendet. © Lydia Schauff

Gesagt, getan – so entwickelte das Unternehmen einen Blanc de Noir, einen weißen Wein, der aus dunklen Trauben hergestellt wurde. Von jeder verkauften Flasche spendet das Unternehmen einen Euro an seine Gastronomiepartner, die im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern vom Ahrtal sitzen. „Die Spendensumme verteilen wir prozentual gemessen am Umsatz von 2019 auf. Bevorzugt wird daher keiner“, erklärt der Geschäftsführer. Alle Gastronomen, die 2019 bei der Manufaktur Wein gekauft haben, erhalten einen Anteil.

Lockdown-Wein für Gastronomen: Spendensumme von 100.000 Euro soll erreicht werden

Damit der Lockdown-Wein möglichst häufig verkauft wird, hat Dagernova eine beliebte Sorte ausgewählt. So ist der Lockdown-Wein ein Spätburgunder und ist halbtrocken. „Der Wein sollte der breiten Masse schmecken, daher ist es ein Blanc de Noir geworden“, so Hübinger.

Seit Anfang Januar ist der Lockdown-Wein nun auf dem Markt, verkauft wurden etwa 80.000 Flaschen. Das Ziel sei die Spendensumme 100.000 Euro – und die könne schon Ende Februar erreicht werden. „Danach wird der Lockdown-Wein eingestellt“, sagt Hübinger. Aktuell finden Verbraucher den Lockdown-Wein bei Rewe, Edeka und Hit sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Rheinland-Pfalz.

Erst Impfstoff, dann Lockdown: Weinmanufaktur Dagernova hat Schnapsidee

Auch wenn es die Impfverordnung des Bundes nicht zulässt, können sich Verbraucher schon vorher eine Dosis des Impfstoffes abholen – und zwar als Wein. Denn der Lockdown-Wein ist nicht der erste seiner Art, Dagernova hat bereits von Mitte Oktober bis Ende Dezember den Rotwein „Impfstoff“ verkauft.

Zwar wurde der Impfstoff-Wein ohne guten Zweck im Hintergrund auf den Markt gebracht, gut angekommen ist er trotzdem. „Der Impfstoff ist schon ausverkauft“, sagt Hübinger. „Das war so eine Schnapsidee. Wir dachten, wieso Trübsal blasen, wenn man die Situation auch mit Humor nehmen kann“, erklärt der Geschäftsführer auf 24RHEIN-Anfrage. „Hilft garantiert nicht gegen das Virus. Macht die Lage aber etwas erträglicher“ steht auf dem Etikett der Flasche.

Die Gastronomen sind der Winzergenossenschaft auf jeden Fall dankbar für die Unterstützung. Denn wegen enormen Auswirkungen der Corona-Krise mussten bereits viele Gastronomen ihren Betrieb schließen. Wie es um die Kölner Gastronomiebetriebe steht, lesen Sie hier. (jaw)

Auch interessant