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Neujahrs-Vorsätze: Fünf Irrtümer übers Abnehmen – und was wirklich hilft

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Von: Oliver Schmitz

Mit der Reispapier-Diät soll Abnehmen möglich sein und das ganz ohne Verzicht. (Symbolbild)
Wer Gewicht verlieren möchte, sollte nicht auf die Versprechungen von Hilfsmitteln reinfallen. (Symbolbild) © Ute Grabowsky/Imago

Mit Diät, Pulvern und Pillen zum Traumgewicht? So funktioniert Abnehmen nur selten. Einige Irrtümer halten sich hartnäckig, erklären Experten.

Köln – Neues Jahr, neues Ich. So oder so ähnlich schauen etliche Menschen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen auf den Jahreswechsel. Der erste Tag des Jahres wird auch 2022 für viele ein Anlass, sich einige Dinge vorzunehmen, die aus dem aktuellen Alltag herausbrechen. Einer der wohl häufigsten Vorsätze ist sicherlich das Abnehmen. Doch vielen fällt es schwer, ihre Gewohnheiten so umzustellen, dass die Waage ein paar Kilo weniger anzeigt.

Diesen Umstand ist sich auch die Nahrungsmittelindustrie bewusst und bietet deshalb sehr viele verschiedene Pulver, Pillen oder andere Wundermittel an, die bei der Fettverbrennung helfen sollen. Doch ein nachhaltiges Abnehmen gelingt damit allein nicht.„Manche Mittel schaden sogar“, erklärt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Der Verein weist deshalb auf fünf typische Irrtümer im Zusammenhang von Abnehmen und Hilfsmitteln hin.

Diät und Abnehmen: Diese fünf Irrtümer halten sich hartnäckig

Vorsatz Abnehmen: Diät-Mittel sind häufig nur Ergänzungsmittel, teils aber gefährlich – Irrtum 1

Laut der Verbraucherzentrale NRW handelt es sich bei diversen Pulvern und Pillen zum Abnehmen tatsächlich nur um sogenannte „Nahrungsergänzungsmittel“. Wie es die Bezeichnung schon sagt, könne diese gewöhnliches Essen und Trinken nur ergänzen, aber eben nicht ersetzen. Da helfen auch verwendete Bezeichnung wie „natürlich“ oder „rein pflanzlich“ nichts, da diese Begriffe für Vitamine und Mineralstoffe gar nicht rechtlich geschützt ist.

Insgesamt ist somit die Wirkung von solchen Diät-Mitteln durchaus fraglich. Doch dabei bleibt es nicht. Viele gerade als „natürlich“ angepriesenen Mitteln können unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Laut der Verbraucherzentrale findet man vor allem in „angeblich ganz natürlichen Schlankheitsmitteln“ aus Internet-Shops häufig illegale Arzneisubstanzen. Teilweise sind diese sogar krebserregend.

Abnehmen 2022: Entwässerungsmittel oder Appetithemmer sind gesundheitsgefährdend – Irrtum 2

Viele Menschen nehmen an, dass man mit Entwässerungsmitteln schnell und vor allem leicht abnehmen kann. Das perfide ist: Das stimmt auch. Jedoch kommt es zu einem nicht unwichtigem Preis. Fett wird damit gar nicht abgebaut und oft ist eine solche „Diät“ sogar gesundheitsgefährdend, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Ähnlich sieht es bei den Appetithemmern aus. Wenn man Präparate mit Quell- und Ballaststoffen wie Glucomannan aus der Konjak-Wurzel einnimmt, aber nicht genug trinkt, kann es zu einem Darmverschluss kommen. Während man sie einnimmt, machen sie zwar wirklich satt, jedoch droht nach der Absetzung häufig ein Jo-Jo-Effekt. Denn laut Verbraucherzentrale setzt dann wegen der Gewöhnung an viele Ballaststoffe meist ein regelrechter Heißhunger auf viel Essen ein. Wenn man diese also schon nimmt, sollte man sie nach und nach reduzieren und durch ballaststoffreiche Gemüse und Getreide ersetzen.

Diät und Abnehmen: Komplettmahlzeit-Getränke ersetzen keine echte Nahrung – Irrtum 3

Vielen fällt das Abnehmen oft sehr schwer, da es auf den ersten Blick mit Aufwand verbunden ist. Selbst kochen ist nun mal zeitintensiver, als Fertiggerichte aufzuwärmen. Fertiggetränke sollen dabei Abhilfe schaffen. Diese enthalten wenig Kalorien, ein gutes Kohlenhydrate-Eiweiß-Fett-Verhältnis sowie viele wichtige Vitamine und Mineralien.

Doch das alleine reicht für den Körper auf Dauer trotzdem nicht aus. Wenn man seine komplette Ernährung durch solche Diät-Shakes aus Pulvern ersetzen möchte, scheitert es meist bereits an der Kalorienzahl. Diese haben meist nur 200-400 kcal statt 700-800 einer gewöhnlichen Hauptmahlzeit. Das alleine reicht auf Dauer nicht aus, weshalb diese in dem Fall ohne ärztlichen Rat auch nicht länger als drei Wochen verwendet werden dürfen. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt deshalb: „Dieser Einstieg in die Gewichtsabnahme funktioniert nur, wenn auch sonst kalorienärmer gegessen wird.“

Abnehm-Vorsatz 2022: Fatburner können zu Herzinfarkten führen – Irrtum 4

Alles andere als unbedenklich sind sogenannte „Fatburner“. Diese enthalten sehr oft viele verschiedene Pflanzenextrakte, die in so einer Mischung auch bei geringen Dosen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Häufig sogar für das Herz-Kreislauf-System. Auch sollte man immer auf eine mögliche Wechselwirkung mit Medikamenten achten. Insbesondere wenn solche Fatburner gar keine Mengen der jeweiligen Inhaltsstoffe angeben, rät die Verbraucherzentrale von einem Kauf ab.

Im schlimmsten Fall drohen bei der Einnahme zu stark dosierter Mittel Bluthochdruck, Herzrasen oder gar Herzinfarkten. Deshalb wurden bereits das zuvor häufig in Fatburnern verwendete Mittel Ephedrin (Ephedra-Kraut) in Europa und den USA verboten. Jedoch wird es heute durch ähnlich wirkende Stoffe wie Synephrin aus Bitterorange (Citrus aurantium) ersetzt, die laut Verbraucherzentrale ebenfalls „nicht unproblematisch“ sind.

Vorsatz Abnehmen: Nahrungsergänzungsmittel haben häufig viele Kalorien – Irrtum 5

Auch wenn Nahrungsergänzungsmittel häufig sehr sinnvoll eingesetzt werden können, eignen sie sich nicht zwingend besonders gut zum Abnehmen. Zumindest nicht in größeren Mengen. Denn gerade Mittel in Pulverform enthalten oft viele Kalorien und viel Zucker. Das ist vor allem deshalb problematisch, da viele Mittel die Kalorien- und Zuckermengen gar nicht angeben müssen.

Deshalb können diese laut Verbraucherzentrale falsche Erwartungen wecken. Deshalb der entsprechende Hinweis: Einen hohen Zuckergehalt erkennt man oft daran, dass dieser am Anfang der Zutatenliste angegeben ist. Zum Beispiel auch als „Maltodextrin“.

Diät und Abnehmen: So verliert man wirklich Gewicht

Wenn man wirklich langfristig abnehmen möchte, kann man sich also nicht allein auf solche Hilfsmittel verlassen. Laut der Verbraucherzentrale ist es dafür essenziell, die Menge der Kalorien nachhaltig zu reduzieren. Dabei helfen vor allem eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannung. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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