Essverhalten im Corona-Jahr

Ernährungstrends 2020: Weniger Fleisch, mehr Gemüse – das waren die Lieblingsprodukte in einzelnen NRW-Städten

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Im Ernährungstrend: Frisches und regionales Gemüse gewinnt weiter an Beliebtheit.
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Durch die Corona-Krise hat sich das Essverhalten verändert. Laut Ernährungsreport 2020 und Picnic-Statistik liegen vor allem regionale Produkte im Trend.

  • Kunden vom Lieferservice Picnic haben vor allem Pfifferlinge, Fisch, Naturreis und Wein bestellt
  • Picnic verzeichnet lokale Unterschiede
  • Während in Düsseldorf Avocados und in Münster Haferflocken besonders beliebt waren, haben die Verbraucher in Bochum gerne Erdbeeren gegessen

Köln – Seit Jahren wandelt sich das Essverhalten der Deutschen: weniger Fleisch, mehr Gemüse. Dieser Prozess wurde durch die Corona-Krise nochmal beschleunigt. Da die Menschen nun vermehrt Zuhause sind, wurde im Jahr 2020 deutlich mehr selbst gekocht als noch die Jahre zuvor. Das zeigte schon der Ernährungsreport 2020, der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits Mitte 2020 veröffentlicht wurde. Die Mehrheit der Deutschen (73 Prozent) kocht laut Studie demnach gerne.

Picnic Lieferservice: Ernährungstrends im Home-Office während der Corona-Krise

Ähnlich wie der Ernährungsreport 2020, zeigt auch die Jahresstatistik des Lebensmittel-Lieferservices Picnic, dass die Corona-Krise dazu geführt hat, dass die Menschen verstärkt selber kochen und backen.

Die Picnic-Topseller waren Pfifferlinge, Fisch, Naturreis und Wein. So kauften die Lieferservice-Kunden Pfifferlinge und Wein jeweils über 300 Prozent mehr ein, Fisch und Naturreis wurden 80 Prozent mehr nachgefragt als im Jahr zuvor.

Ebenso beliebt waren aber auch Milch, Bananen, Gurken und Fleischwaren. Wurstprodukte und Hähnchen wurden jeweils 64 Prozent und 38 Prozent mehr gekauft als noch in 2019. Vor allem beim Kauf von frischen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse und Fleisch, achteten die Verbraucher auf die Regionalität der Produkte.

Da seit der Corona-Krise viele Menschen im Home-Office arbeiten, gewannen Frühstücksprodukte an Beliebtheit: So kauften viele Verbraucher vor allem Sandwich-Toast, Baguette, Gurken, Tomaten, Wurst, Käse sowie Eier und Butter ein. Picnic-Kunden bestellten 78 Prozent mehr Baguette und 54 Prozent mehr Eier als im Jahr zuvor. 

Lokale Food-Trends: Ernährung der Picnic-Kunden im Überblick

Die Auswertung des Lieferdienstes zeigte außerdem lokale Unterschiede: Während in Düsseldorf Avocados und in Münster Haferflocken besonders beliebt waren, haben die Verbraucher in Bochum gerne Erdbeeren gegessen. Im Picnic-Liefergebiet gab es folgende regionale Unterschiede:

LiefergebietBeliebte Produkte
BochumErdbeeren, Bananen und Bier
BottropBananen, Cherrytomaten und Sandwich-Toast
DuisburgEier (Freilandhaltung), Kondensmilch und Nuss-Nougat-Creme
DüsseldorfAvocado, Mozzarella und Bio-Haferdrink
EssenSchoko-Doppelkekse, Eisstee Pfirsich und Kondensmilch
GelsenkirchenNudeln, Energy-Drinks und Joghurt
HerneSandwich-Toast, Kondensmilch und Thunfisch-Filet
HertenPassierte Tomaten, Suppengrün und laktosefreier Pudding
KamenHaselnuss-Creme, geriebener Mozzarella und Buttermilch
KempenNaturtrüber Apfelsaft, Kohlrabi und Mineralwasser
KrefeldKulturheidelbeeren, Auberginen und zuckerfreie Cola
LangenfeldFrischkäse, Nudeln und Eiskaffee
MeerbuschZucchini, Haferdrink und Bier
MoersZitronen, Apfelsaft und Fischstäbchen
MönchengladbachBier, Kräuterbaguette und zuckerfreie Cola
MünsterHaferflocken, Puderzucker und Salzbrezeln
NeussPorree, Vollkorn-Sandwich-Toast und Feta
UerdingenKäse, Apfelmus und geriebener Parmesan
ViersenMehl, Salami und Schmelzkäse-Sahne

Ernährungsstudie 2020: Weniger Fleisch, mehr Obst und Gemüse

Spitzenreiter in der deutschen Küche sind laut Ernährungsreport 2020 Gemüse und Obst. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, täglich Gemüse und Obst zu essen. Auch Milchprodukte (64 Prozent) sowie Fleisch und Wurst (26 Prozent) werden täglich konsumiert.

Damit landet Fleisch jedoch deutlich weniger auf dem Teller als noch Jahre zuvor. In 2015 gaben noch 34 Prozent an, täglich Fleisch zu essen.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten gab an, dass sie sich flexitarisch ernähren. Das bedeutet, sie essen nur selten Fleisch und verzichten bewusst auf den Konsum. Zum ersten Mal wurde nach vegetarischen und veganen Ersatzprodukten für tierische Lebensmittel gefragt. Nur fünf Prozent der Befragten würden regelmäßig zu diesen Alternatiben greifen. (jaw)

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