Essverhalten der Deutschen

Ernährung im Wandel: Jeder zweite Deutsche ist Flexitarier – und weiß es nicht mal

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Jeder zweite Deutsche verzichtet bewusst auf Fleisch.
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Jeder zweite Deutsche verzichtet bewusst auf Fleisch. Hauptgründe für eine fleischlose Ernährung sind Nachhaltigkeit, Tierwohl und gesundheitliche Aspekte.

  • Jeder zweite Deutsche verzichtet gelegentlich bewusst auf Fleisch
  • Mehr Frauen als Männer ernähren sich flexitarisch
  • Nachhaltigkeit, Tierwohl und gesundheitliche Aspekte sind Hauptgründe für eine fleischlose Ernährung

Köln – Das Konsum- und Essverhalten ist seit Jahren in Wandel: weniger Fleisch, mehr Gemüse. Neben Vegetariern und Veganern, die gar kein Fleisch konsumieren, verzichtet ein Großteil der Bevölkerung gelegentlich bewusst auf Fleisch. Diese Ernährungsform wird auch flexitarisch genannt.

Nun belegt eine aktuelle Studie: Jeder zweite Deutsche ist Flexitarier. Das ermittelte das Forsa-Institut, das im November 2020 mehr als 1.000 Personen befragte.

Ernährungsstudie: Viele Menschen verzichten bewusst auf Fleisch und sind Flexitarier

Schon der Ernährungsreport 2020, der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlicht wird, ergab, dass Obst und Gemüse Spitzenreiter in der deutschen Küche sind.

Wie nun die Forsa-Studie zeigt, verzichten rund 53 Prozent der Deutschen manchmal bewusst auf Fleischprodukte. 44 Prozent der Befragten würden sogar ihre eigene Ernährung als flexitarisch bezeichnen. Dieser Unterschied macht deutlich: Obwohl viele Menschen bewusst auf Fleisch verzichten, ist ihnen die flexitarische Ernährungsform nicht bekannt. Im Vergleich zu den Flexitariern sehen sich acht Prozent als Vegetarier und ein Prozent als Veganer.

Vor allem zwischen den Geschlechtern gibt es große Unterschiede: Während sich zwei Drittel der gefragten Frauen (63 Prozent) manchmal fleischlos ernähren, verzichten lediglich 43 Prozent der Männer auf Fleisch.

Essgewohnheiten: Ältere Menschen ernähren sich oft flexitarisch

Laut den Studienergebnissen spielt das Alter für die Essgewohnheiten eine wichtige Rolle: So ernähren sich die 18- bis 29-Jährigen öfter vegetarisch oder vegan im Vergleich zu den 60- bis 75-Jährigen.

Dafür ist der Anteil der Flexitarier bei den älteren Generationen höher im Vergleich zu den jüngeren Teilnehmern.

Vor allem für die deutschen Supermärkte ist interessant, dass sich bei steigender Einwohnerzahl mehr Menschen vegetarisch ernähren. Das heißt: Vor allem in Großstädten sollten Kaufland, Rewe, Aldi, Lidl, Penny und Netto ihr Sortiment an die vegetarische Ernährung anpassen.

Flexitarier: Veränderung des Ernährungsverhaltens – Gründe für fleischlose Ernährung

Bei der Studie kristallisierten sich drei Hauptgründe heraus, weshalb sich die Befragten fleischlos ernähren: Nachhaltigkeit, Tierwohl und gesundheitliche Aspekte.

Vor allem für die jüngere Generation überwiegen die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz, um sich für eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise zu entscheiden. Mit fortschreitendem Alter werden hingegen die gesundheitlichen Aspekte wichtiger.

Generell interessieren sich immer mehr Menschen für alternative Ernährungsformen. So verzeichnete die Kampagne Veganuary in diesem Jahr Rekordzahlen von mehr als 500.000 Teilnehmern. (jaw)

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