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Hilferuf der Brauereien: Betriebe stehen vor dem Aus – drastische Folgen möglich

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Von: Jana Wehmann

Zwei leere Biergläser stehen in einer Kneipe auf einer Theke.
Die deutschen Brauereien sehen ihre Existenz bedroht und wenden sich nun an die Politik (Symbolbild). © Guido Kirchner/dpa

Die deutschen Brauereien leiden unter den Folgen der Corona-Krise. Nun wenden sich 300 Betriebe in einem offenen Schreiben des Deutschen Brauer-Bundes an die Politik.

Köln – Seit nun fast einem Jahr beschäftigt die Corona-Krise die Menschen in NRW. Kaum ein Unternehmen ist nicht von den Folgen der Pandemie betroffen. Besonders stark leidet vor allem auch die Gastronomie, die laut Statistischem Bundesamt im November 2020 fast zwei Drittel ihres Umsatzes verloren hat. Mit der Gastronomie hängen auch die deutschen Brauereien zusammen, die ihre Existenzen bedroht sehen.

„Von Woche zu Woche geraten immer mehr Brauereien, Brauereigaststätten und Fachgroßhändler unverschuldet in existenzielle Not und sind von Insolvenz bedroht“, so der Deutsche Brauer-Bund. Nun melden sich die Betriebe in einem offenen Schreiben zu Wort, darunter auch die Sünner Brauerei, die Brauerei im Füchsen, die Brauerei Schlösser, die Brauerei Früh Kölsch, das Haus Kölscher Brautradition und die Privatbrauerei Gaffel Kölsch.

Offener Brief der Brauereien: Hilferuf einer Branche

Mehr als 300 Brauereien haben das offene Schreiben unterzeichnet. Damit stehen die Betriebe für rund 95 Prozent des in Deutschland gebrauten Biers.

300 Brauereien wenden sich an Politik: Hilferuf in der Corona-Krise

Vier Monate lang waren bereits im vergangenen Jahr alle Gaststätten, Restaurants, Kneipen, Bars und Hotels geschlossen. „Mit den Lockdowns und dem dadurch ausgelösten Zusammenbruch des Fassbiermarktes haben die Brauereien von einem Tag auf den anderen einen maßgeblichen Teil ihres wirtschaftlichen Fundamentes verloren“, so der Deutsche Brauer-Bund. Ware im Wert von vielen Millionen Euro, deren Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, musste bereits vernichtet werden.

Je stärker ein Betrieb mit dem Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft verbunden ist, desto gravierender der Umsatzeinbruch. Der margenschwache Flaschenbierabsatz im Handel könne die massiven Umsatzverluste im Gastgewerbe und die Einbußen beim Export „nicht annähernd auffangen“.

Existenzen der Brauereien bedroht: Folgen der Corona-Krise

Während für die Gastronomie Hilfsmaßnahmen entwickelt wurden, seien die etwa 1.500 deutschen Brauereien größtenteils leer ausgegangen. Unter den Betrieben sind vor allem vorwiegend mittelständische und kleinere handwerkliche Betriebe, die sich oft sogar noch im Familienbesitz befinden. Sie treffen die Auswirkungen besonders hart.

Daher appelliert die deutsche Brauwirtschaft an Bund und Länder, „gezielt, entschieden und schnell“ mit Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung betroffener Betriebe gegenzusteuern, da ansonsten vielen dieser Brauereien als Folge der Corona-Krise die Insolvenz drohe. In Brauereien unterschiedlicher Größe wie auch im Gastgewerbe stünden aber nicht nur zahllose Arbeitsplätze auf dem Spiel, sondern „auch ein unwiederbringlicher Teil unseres gesellschaftlichen Lebens und unserer vielfältigen Kultur“, so der Deutsche Brauer-Bund im offenen Brief.

Vielen Gastronomiebetrieben geht es nicht anders, oft seien die versprochenen Novemberhilfen bis Ende Januar nicht bei den Unternehmen angekommen. Die Kölner Gastro-Szene leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie, dennoch geben sich die Betriebe kämpferisch. (jaw)

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