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Hussel, Arko und Eilles beantragen Insolvenz: Werden die Filialen in Köln und Düsseldorf schließen?

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Von: Jana Wehmann

Das Logo der Confisserie Hussel.

Hussel, Arko und Eilles, die zur Deutschen Confisserie Holding gehören, haben einen Insolvenzantrag gestellt. © Stefan Sauer/dpa

Hussel, Arko und Eilles haben einen vorläufigen Insolvenzantrag in Eigenverantwortung beantragt. Die Unternehmensgruppe leidet unter den Folgen der Corona-Krise.

Köln – Während im ersten Lockdown noch alle Einzelhändler ihre Türen schließen mussten, gibt es im zweiten Lockdown Ausnahmen. So sind die Filialen des Süßwarengeschäft Hussels in Köln und Düsseldorf nach wie vor geöffnet. Die Frage ist allerdings, für wie lange noch. Denn die Deutsche Confiserie Holding (DCH), zu der Hussel, Arko und Eilles gehören, gibt heute bekannt, dass die Unternehmen beim Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein eine vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und sich unter den Corona-Schutzschirm gestellt haben.

Hussel, Arko und Eilles insolvent: Was passiert mit den Filialen in Köln und Düsseldorf?

Als Gründe für die Insolvenz nennt die Unternehmensgruppe unter anderem die Auswirkungen des Corona-Virus und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sowie Schließungen. Denn obwohl das Filialgeschäft im zweiten Lockdown nicht betroffen war, sieht es für Hussel, Arko und Eilles nicht gut aus: „Dennoch blieb der Umsatz aufgrund der nur sehr gering frequentierten Einkaufsstraßen und Shopping-Center aus“, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Der Geschäftsführer der DCH-Gruppe Patrick G. Weber sagt: „Wir werden unseren gesamten Geschäftsbetrieb vollumfänglich weiterführen.“ Die Filialen in Düsseldorf und Köln werden daher trotz Insolvenzantrag nicht schließen müssen, das bestätigt auch Martin Wohlrabe, Pressesprecher des Unternehmens. „Das Filialgeschäft ist nicht betroffen“, betont Wohlrabe auf 24RHEIN-Anfrage.

Nach Insolvenzantrag: Wie geht es mit Hussel, Arko und Eilles weiter?

Unterstützung erhalten die Unternehmen von den Sanierungsexperten Dr. Rainer Eckert und Markus Kohlstedt. „Die Restrukturierung unter dem Corona-Schutzschirm wird den Unternehmen die Möglichkeit geben, sich in Eigenregie neu aufzustellen“, sagt Rainer Eckert. Entscheidend für den Zeitplan und den Erfolg der Sanierung sei vor allen der weitere Verlauf der Corona-Krise. Laut den Experten könnte der Insolvenzplan im Frühsommer eingereicht werden.

Die Deutsche Confiserie Holding im Überblick

Hussel, Arko und Eilles gehören zur Deutschen Confiserie Holding, die ihren Sitz in Wahlstedt in Schleswig-Holstein hat. Die Unternehmen bieten unter anderem Gebäck, Schokolade sowie Tee- und Kaffeesorten an. Unter den Marken Arko, Eilles und Hussel werden rund 300 eigene Filialen geführt. Hinzukommen weitere Franchisebetriebe. Die Gruppe beschäftigt etwa 1.600 Mitarbeiter.

Nun sei es die Aufgabe der Sachverwalter, die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu prüfen. Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens seien Löhne und Gehälter für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert, heißt es in der Pressemitteilung.

Corona in Deutschland: Auch Maredo und Vapiano sind insolvent

Der Insolvenzantrag der DCH ist jedoch kein Einzelfall. Denn nachdem bereits Vapiano in 2020 die Insolvenz bekannt gab, kündigte kürzlich die insolvente Steakhaus-Kette Maredo fast allen Mitarbeitern. Vor allem der Einzelhandel und die Gastronomie leiden unter den Auswirkungen der Corona-Krise. (jaw)

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