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Maredo ist insolvent: Fast alle Mitarbeiter entlassen – Restaurants in Köln und Düsseldorf machen nie mehr auf

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Von: Jana Wehmann

Das Düsseldorfer Unternehmen Maredo ist insolvent und entlässt fast alle Mitarbeiter. Ein kleiner Teil der Beschäftigten kümmert sich noch um die Insolvenzabwicklung.

Düsseldorf – Lange war die Gastronomie-Kette Maredo für Steaks bekannt, doch seit vergangenem Jahr steckt das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf in der Krise. Bereits im März 2020 hat die Kette einen Insolvenzantrag gestellt, nun gehen die Lichter endgültig aus. Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt. Gründe für die Insolvenz sind unter anderem die enormen Auswirkungen der Corona-Krise. Denn vor allem die Gastronomie leidet unter den Folgen der deutschlandweiten Schließungen und Kontaktbeschränkungen.

Maredo-Insolvenz: Fast alle Mitarbeiter entlassen

Nach rund zehn Monaten hat das insolvente Unternehmen fast allen Mitarbeitern gekündigt. In einem Schreiben der Chefetage heißt es, weil kaum noch Liquidität vorhanden sei für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sei die Steakhaus-Kette zu diesem Schritt gezwungen.

Lediglich eine kleine Gruppe von Mitarbeitern aus der Verwaltung werde sich nun um die Angelegenheit rund um das Insolvenzverfahren kümmern.

Schließung der Maredo-Filialen: 35 Restaurants wurden geschlossen

Nach dem Insolvenzantrag im März 2020 wurden bereits 15 von den 35 Restaurants geschlossen und rund die Hälfte der etwa 950 Beschäftigten musste gehen. Diese Filialen wurden bereits vergangenes Jahr geschlossen:

Maredo-Standorte: Filialen in Köln und Düsseldorf werden nicht mehr öffnen

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat der Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis mit der Restrukturierung der Restaurant-Kette begonnen. Dafür trennte sich das Unternehmen von den unrentablen Standorten und arbeitete mit den übrigen 20 Filialen weiter. „Operativ gesehen war Maredo wieder profitabel und gut aufgestellt“, sagt Pietro Nuvoloni, Pressesprecher von Maredo.

Maredo im Überblick

Das erste Maredo Steakhaus eröffnete 1973 in Berlin. Sitz des Unternehmens ist Düsseldorf. Gegründet wurde Maredo von Manfred Holl, Karl-Heinz Reinheimer und Udo Schlote. 1996 folgte das erste Maredo-Restaurant in Österreich, das in Wien eröffnete. Im Jahr 2011 arbeiten mehr als 1.200 Menschen bei Maredo, das 40. Restaurant wurde 2015 in Deutschland und Österreich erröffnet.

„Doch der zweite Lockdown führte zum Bruch – null Umsätze, aber laufende Fixkosten“, erklärt Nuvoloni weiter. „Leider hat Maredo erst im neuen Jahr eine Rückmeldung zur November- und Dezemberhilfe bekommen, diese wurden abgelehnt“, sagt der Sprecher weiter. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärt, dass Unternehmen, die sich in einem Insolvenzverfahren befinden, von den November- und Dezemberhilfen ausgeschlossen seien. „Das Beihilferecht zieht Grenzen für Unternehmen, die sich schon vor Beginn der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.“

Dadurch war der Weg für die Steakhaus-Kette klar: „Man einigte sich mit den Gläubigern auf eine Betriebsstilllegung“, sagt Nuvoloni. Durch die Betriebsstilllegung sind nun alle weiteren Maredo-Standorte in Deutschland betroffen. So werden auch die Filialen in Köln und Düsseldorf „nicht mehr öffnen“, sagte Nuvoloni auf Anfrage von 24RHEIN. In Köln gab es jeweils ein Maredo Steakhaus am Heumarkt sowie am Dom, in Düsseldorf befanden sich Restaurants in der Königsalle sowie in der Bolkerstraße.

Das Maredo-Logo könnte es zwar in Zukunft noch geben, allerdings würde es sich dann um ein Unternehmen handeln, welches die Nutzung der Marke Maredo gekauft hat.

Gastronomie von Corona-Krise stark betroffen: Auch Vapiano musste Insolvenz anmelden

Vor allem Gastronomen sind von den Auswirkungen der Corona-Krise stark betroffen. So ist der Insolvenzantrag der Maredo-Kette kein Einzelfall, auch Vapiano meldete 2020 in Köln die Insolvenz an. Anschließend verkaufte das Unternehmen 30 der 55 deutschen Filialen. Beim Käufer handelte es sich um Ex-Vapiano-Vorstandsmitglied Mario C. Bauer. Auch trotz des Verkaufs ist unklar, wann die Restaurants wieder öffnen können. (jaw/dpa)

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