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Konkurrenz für Lieferando? Mit neuem Anbieter jetzt beim Lieblingslokal bestellen – doch es gibt einen Nachteil

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Gastronomen können das digitale Tool Dish Order der Metro nutzen, um den Kunden Bestellungen zu ermöglichen (Symbolbild).
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Metro hat die Bestell-Lösung Dish Order entwickelt, um selbstständige Gastronomen zu unterstützen. Ein Restaurantbetreiber aus Wesseling sieht Vor- und Nachteile.

  • Damit Kunden direkt beim Restaurant bestellen, können Gastronomen die Bestell-Lösung Dish Order in ihre Website integrieren
  • Dish Order ist ein digitales Tool, das von Metro angeboten wird
  • Das Tool wurde 2020 in Frankreich getestet

Köln – Wer im Rhein-Erft-Kreis Burger bestellen möchte, muss noch weniger klicken als zuvor. Denn bei „Wessburger“ können die Kunden direkt über die eigene Restaurant-Website bestellen. Suar Tamo, Inhaber von „Wessburger“, nutzt dafür die Funktion Dish Order von Dish. Die Online-Plattform wurde von Hospitality Digital entwickelt und ist Teil von Metro. Könnte Dish Order sogar zur Konkurrenz für Lieferando werden?

Was ist Hospitality Digital?

Hospitality Digital wurde 2015 gegründet und ist ein Unternehmen des Großhandelsspezialisten Metro. Spezialisiert ist das Unternehmen auf digitale Lösungen für die Gastronomie, Hotellerie und den Handel.

Suar Tamo nutzt Dish bereits seit rund drei Jahren, er hat über das Unternehmen seine Website aufgebaut. Die neue Bestell-Funktion ist für ihn eine einfache Möglichkeit, Bestellungen seiner Kunden entgegenzunehmen. „Meine Kunden haben den direkten Zugriff auf meine Speisekarte und können direkt bei mir bestellen“, sagt Suar Tamo auf 24RHEIN-Anfrage.

Essen bestellen über Metro: Wie funktioniert Dish Order?

Aber was ist Dish Order überhaupt? Das digitale Tool ermöglicht es Gastronomen, eine Bestellfunktion in ihre bestehende Website zu integrieren. Dadurch können Verbraucher ihre Bestellung direkt beim Gastronomen auf seiner Website tätigen. Ob die Gerichte zum Abholen oder zum Liefern angeboten werden, kann der Restaurantbetreiber über Dish Order selbst entscheiden. Die einzige Voraussetzung, um die Bestellfunktion anbieten zu können: der Gastronom benötigt eine eigene Restaurant-Website. Das Tool wird dann in die Website integriert.

Seit der Gründung von Hospitality Digital unterstützt Metro seine Hauptkundengruppe – unabhängige Gastronomen – im Bereich der Digitalisierung. „Kleinere, unabhängige Gastronomen hinken im Bereich der Digitalisierung oft noch etwas hinterher. Um nicht nur offline zufriedene Kunden zu haben, investieren wir in unsere digitale Relationship“, sagt eine Sprecherin von Metro auf 24RHEIN-Anfrage.

Durch das digitale Angebot würden Gastronomen ihren Umsatz steigern, was zu einer höheren Kauffrequenz bei dem Großhandelskonzern sorge. „Zum einen gehen die Gastronomen öfter einkaufen, zum anderen ist auch der durchschnittliche Warenkorb höher. Uns ist es wichtig, dass die Kunden zufrieden sind“, betont Metro.

Mit Dish Order über Google Essen bestellen: Metro nutzt technische Grundlage

Die Besonderheit von Dish Order: Kunden können direkt über die Google-Suche beim jeweiligen Restaurant bestellen. Eine extra Website müssen sie dafür nicht öffnen. „Wir führen mit Google in anderen Bereichen schon lange eine Partnerschaft“, erklärt die Sprecherin.

Von Google komme auch die technische Infrastruktur, wie Pressesprecher Philipp M. Dangschat auf 24RHEIN-Anfrage erklärt. „Wir haben eine technische Plattform geschaffen, die Unternehmen frei zur Verfügung steht. Daher ist die grundsätzliche Bestell- oder Abholfunktion über Google Search und Maps nicht neu. Dieses Produkt haben wir bereits im Frühjahr 2020 eingeführt“, erklärt Dangschat weiter. Nachdem bereits Lieferando die Google-Funktion nutzt, steigt jetzt auch Metro mit Dish Order ein.

Daher können Verbraucher über die Google Suche sowohl über Lieferando als auch über Dish Order bestellen – sofern ein Gastronom beide Lieferfunktionen anbietet. „Wir haben diese Funktion einführt, um innovativ zu bleiben und Verbrauchern den Weg zum Bestellen zu erleichtern“, sagt Dangschat weiter.

Bestellungen über Dish Order: Konkurrenz für Lieferando?

Gerade für kleinere Betriebe ist Dish Order eine einfache Lösung, um Kunden ein Online-Angebot und die Bestelloption zu ermöglichen. „Denn beim Lieferdienst Lieferando müssen Gastronomen bei jeder Bestellung eine Gebühr an das Unternehmen bezahlen“, sagt Tamo. Das könne teuer werden. Damit auch kleinere Betriebe profitieren, setzt Metro auf eine einmalige Anschluss- sowie eine monatliche GebührProvisionszahlungen, die bei jeder Bestellung anfallen, gibt es keine.

Damit ist die Bestelloption Dish Order vor allem für selbstständige Gastronomen im Vergleich zu Lieferando eine preiswerte Alternative. Denn Dish Order würde sich schnell rentieren: „Während man bei einer Bestellung über Lieferando wenig verdient, da die Provision direkt abgezogen wird, hat man die Gebühr von Dish Order nach nur wenigen Bestellungen schon wieder eingenommen“, betont Tamo.

Metro startete 2020 Pilotprojekt in Frankreich: 350 Restaurants nutzen Dish Order

Getestet wurde Dish Order in Frankreich. Dort startete im Sommer 2020 ein Pilotprojekt, an dem zu Beginn 52 Restaurants teilnahmen. „Im Laufe der Zeit wurden 350 Restaurants in den Test eingebunden“, sagt eine Sprecherin der Metro.

Gastronomen können mit Dish Order eine Liefer- und Abholoption anbieten.

In Frankreich waren 92 Prozent der teilnehmenden Betriebe mit der Nutzung sehr zufrieden. Nun gibt es die Funktion auch in Deutschland, Italien, Spanien und Polen. „Gerade durch die Verlängerung des zweiten Lockdowns ist es besonders wichtig, dass weitere Möglichkeiten zur Umsatzgewinnung für die Gastronomen angeboten werden“, sagt die Sprecherin auf 24RHEIN-Anfrage. „Pick-up und eigene Belieferung sind weitere Geschäftssäulen, die Gastronomen nutzen, um den Umsatz abzufangen, der durch Restaurantschließungen verloren geht“, ergänzt die Sprecherin.

Online Essen bestellen: Gastronomen sind mit Dish Order zufrieden

Auch in Deutschland sei die Resonanz sehr gut, so die Sprecherin. Eine genaue Angabe, wie viele Restaurantbetreiber in Nordrhein-Westfalen das Tool bereits nutzen, könne Metro derzeit noch nicht machen.

Gastronom Suar Tamo ist jedenfalls zufrieden und betont: „Gegenüber anderen Anbietern ist Dish Order sehr flexibel. Wenn ich ein Gericht auf meiner Speisekarte vergessen habe, kann ich das ohne großen Aufwand ergänzen und es ist innerhalb von wenigen Minuten online.“

Ein Nachteil ist jedoch: „Wenn Kunden noch nicht wissen, was sie bestellen möchten, dann schauen sie auf Lieferando nach Angeboten. Auf meine Website kommen die Kunden, wenn feststeht, dass sie Burger essen wollen“, sagt Suar Tamo. „Für die Zukunft würde ich mir daher ein einheitliches Portal wünschen“, ergänzt der Gastronom aus Wesseling. Metro könne derzeit jedoch keine Angaben machen, ob es in Zukunft auch eine solche Plattform geben werde. (jaw)

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