1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Freizeit

Tiere werden frisiert, Menschen nicht – Hundesalons dürfen trotz Corona-Lockdown wieder öffnen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jana Wehmann

Einem schwarzen Golden Retriever wird das Fell frisiert.
Hundefriseure dürfen trotz Lockdown öffnen. © Christoph Schmidt/dpa

Hundefriseure dürfen laut eines aktuellen Gerichtsbeschlusses trotz Lockdown öffnen. Der Mindestabstand zum Kunden wird eingehalten.

Münster – Seit Monaten haben Friseure aufgrund des Lockdowns geschlossen. Diese Betriebe dürfen nun wieder öffnen: Hundefriseure. Laut eines aktuellen Gerichtsbeschlusses dürfen Hundefriseure ihre Dienste für Hunde weiter anbieten. Das hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Streit zwischen der Stadt Emsdetten und einer Hundesalonbetreiberin im Eilverfahren entschieden.

Coronavirus in NRW: Hundefriseure halten Mindestabstand ein – und dürfen nun doch öffnen

Zwar untersage die aktuell geltende Coronaschutzverordnung Friseurdienstleistungen, allerdings beziehe sich das nur auf Arbeiten, die am Menschen erbracht würden, so die Richter laut Beschluss.

Das Frisieren und das Krallenschneiden bei Hunden sei hingegen mit einer Handwerksleistung wie einer Fahrrad- oder Kfz-Werkstatt vergleichbar. Dabei komme es zwar zu Kundenkontakt – in diesem Fall mit Hundehaltern –, allerdings könnten die Mindestabstände von 1,5 Metern eingehalten werden.

Hundefriseur während Corona-Pandemie in NRW: Übergabe ohne Kundenkontakt

Die Hundefriseurin legte dem Gericht näher dar, wie die Übergabe der Hunde ablaufe: Sie erklärte, die Hunde würden an der Tür in Empfang genommen, sodass der Kunde nicht den Laden betreten müsse. Das Geld würde in einer vor dem Haus auf einer Bank liegenden Dose deponiert. Dabei würden sich einzelne Kunden nicht begegnen.

Kurz vor Weihnachten hatte die Stadt der Hundesalonbetreiberin auf Anfrage gesagt, sie müsse ihren Salon nach den Regelungen des Lockdowns weiterhin geschlossen lassen. Dagegen zog die Frau vor Gericht und bekam nun vorerst Recht. Die Streitparteien können noch vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die Entscheidung vorgehen.

Corona in Deutschland: Ähnlicher Fall in Minden: Hundesalonbetreiberin darf wieder öffnen

Mit einem ähnlichen Fall befasste sich bereits das Verwaltungsgericht in Minden im ersten Lockdown. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen hatte eine Betreiberin eines Hundesalons ihre Abläufe umstrukturiert, sodass die Tiere vor der Tür – ohne jeglichen Kontakt– abgegeben wurden.

Dennoch wies die zuständige Behörde die Hundesalonbetreiberin darauf hin, den Betrieb einzustellen. Die Schließung sei eine kontaktreduzierende Maßnahme und solle dazu beitragen, das Coronavirus einzudämmen. Darauf reichte die Hundefriseurin einen Eilantrag ein.

Zunächst lehnte die siebte Kammer des Verwaltungsgerichts in Minden den Eilantrag ab. Nur wenige Tage später änderte die Kammer den Beschluss zugunsten der Hundesalonbetreiberin ab. Die Kammer hatte erfahren, dass die Behörde keine Schließungsanordnung habe treffen wollen. Sie habe lediglich auf die Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung hinweisen wollen.

Unter Berücksichtigung, wie die Schließungsanordnung zustande gekommen sei, habe für das Gericht das Interesse der Antragstellerin überwogen. Auch nach der Neufassung der Coronaschutzverodnung sei der Geschäftsbetrieb der Hundesalonbetreiberin generell nicht untersagt. (jaw/dpa)

Auch interessant