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Rheinkirmes: Trotz „Layla“-Verbot – Schützen spielen Ballermann-Hit

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Von: Nina Büchs

Trotz „Layla“-Verbot im Schützenfest auf der Rheinkirmes in Düsseldorf. Schützen spielen bereits bei der Eröffnung den Ballermann-Song.

Update vom 16. Juli, 10:26 Uhr: Die „Layla“-Debatte geht weiter. Eigentlich sollte der Song auf der Rheinkirmes Düsseldorf 2022 keinen Platz finden. Doch schon bei der Eröffnung am Freitag dröhnt es am Festzelt der St. Sebastianus-Schützen „Ich hab‘ ‚nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler“.

Das Video dazu wird am Samstag auf Twitter, Facebook und Instagram verbreitet. Zu sehen: Unzählige Schützen und Partyfans, die auf der Freifläche am Festzelt zu dem „Layla“ tanzen und mitsingen. Dabei war das Lied eigentlich für das Schützenzelt verboten worden. Und auch bei den anderen Festzelten und Fahrgeschäfte galt eine Empfehlung, das Lied nicht zu spielen.

Am Abend der Eröffnung hat DJ Marc Pesch das Verbot für den umstrittenen Partysong „Layla“ im Festzelt der St.-Sebastianus-Schützen bei der Düsseldorfer Rheinkirmes nach eigenen Angaben umgangen: mit einer Instrumentalversion, bei der nur einige Sekunden lang Gesang zu hören gewesen sei. „Mir ging es darum, eine Lösung zu finden zwischen dem Wunsch der Besucher, das Lied zu hören, und dem Wunsch des Schützenvereins, dass das Lied auf seinem Gelände nicht gespielt wird“, erklärt er.

Rheinkirmes: Partysong „Layla” doch nicht verboten – Stadt bezieht Stellung

Update vom 13. Juli, 19:17 Uhr: Nun hat sich auch die Stadt Düsseldorf erneut zu der Situation um den Partysong „Layla“ geäußert. „Ein Verbot durch die Stadt war weder geplant noch gewollt“, heißt es in einer Mitteilung am Mittwochabend. Zuvor hatte die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart Kontakt mit dem Schützenverein St. Sebastianus aufgenommen. Der Veranstalter der Düsseldorfer Rheinkirmes habe ihr gegenüber die Absicht erklärt hätte, dass „dieses Lied in den Zelten und auf den Fahrgeschäften nicht gespielt wird“.

Da die Rheinkirmes eine hohe „Anziehungskraft für Besucherinnen und Besuchern und Strahlkraft für die Stadt“ habe und auch viele Familien mit Kindern zu Besuch kämen, sei eine „entsprechende Sensibilität“ wichtig, sagt Elisabeth Wilfart. Sie würd es von daher „begrüßen“, wenn zumindest die öffentliche Diskussion zu einer „entsprechenden Sensibilisierung führt“.

Kein „Layla“-Verbot bei Rheinkirmes – „man sollte den Ball flach halten“

Update vom 13. Juli, 17:43 Uhr: Nach dem Wirbel um den Partysong „Layla“ hatten sich die Rheinkirmes-Veranstalter Schützenverein St. Sebastianus eigentlich für ein Verbot auf der Rheinkirmes Düsseldorf 2022 ausgesprochen. Doch das war wohl nur ein Missverständnis, wie ein Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage bestätigte. „Von Verbot war nie die Rede. Wir empfehlen dieses nur“, sagt Schützen-Chef Lothar. Lediglich im eigenen Festzelt wird das Lied ganz sicher nicht gespielt werden.

Den Song „Layla“ könne und wolle man nicht verbieten, erklärt der Rheinkirmes-Sprecher und führt aus. „Kirmes war immer frecher, immer lauter, immer Over the Top. Man spricht nicht umsonst von einer Kirmes-Kultur. In der Musik ist man da dem Ballermann nahe. Deshalb sollte man nun den Ball flach halten.“ Deshalb wolle man auch „nicht die Musik-Polizei spielen“ und bildlich gesprochen DJs von ihren Pulten wegziehen, falls die den Partysong spielen würden.

Rheinkirmes ohne Partysong „Layla”: Gehört „nicht auf unseren Festplatz“

Erstmeldung vom 13. Juli, 11:15 Uhr: Düsseldorf – In den Festzelten auf der Rheinkirmes Düsseldorf wird ab Freitag, 15. Juli, wieder zu neuen und altbekannten Charts und Ballermann-Hits getanzt und gesungen. Ein Hit, der derzeit auf Platz 1 der deutschen Charts liegt, soll jedoch auf der größten Kirmes am Rhein mit vier Millionen Besuchern nicht gespielt werden. Denn die Veranstalter vom Schützenverein St. Sebastianus haben den Song „Layla“ von DJ Robin & Schürze auf der Rheinkirmes verboten.

Rheinkirmes Düsseldorf 2022 ohne „Layla“

Fest steht: Der Song Layla hat zwar Ohrwurm-Potenzial – der Text selbst stößt jedoch wegen seines sexistischen Inhaltes auf Kritik. So heißt es unter anderem in dem Lied: „Ich hab‘ ‚nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...).“

Den Veranstaltern der Rheinkirmes Düsseldorf 2022 geht der Text zu weit. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört – nur nicht auf unseren Festplatz“, sagte Schützen-Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur.

Rheinkirmes Düsseldorf: „Layla“ wird nicht gespielt

Die Rheinkirmes in Düsseldorf Oberkassel mit zahlreichen Buden und Fahrgeschäften.
Die Rheinkirmes 2022 startet am 15. Juli und läuft bis zum 24. Juli 2022. (Archivbild aus dem Jahr 2016) © Jochen Tack/Imago

Zuvor hatte die Stadt Düsseldorf wegen „Layla“ bei den Veranstaltern vorgesprochen. Nachdem die Schützen zugesagt hätten, dass das Lied in Festzelten und Fahrgeschäften unterbunden werden soll, habe man vonseiten der Stadt keinen Anlass für ein Verbot gesehen, sagte eine Sprecherin. Als Verwaltung habe man dafür „auch keine Rechtsgrundlage“ gesehen. Schützen-Chef Inden sagte der dpa, er habe den Song vorher nicht gekannt und sich dann aber mit dem Inhalt beschäftigt. Der Text entspreche in keiner Weise den Gepflogenheiten seines Traditionsvereins.

Sexismus-Debatte um „Layla“: Song nicht nur auf Rheinkirmes verboten

Auch in Würzburg auf dem Kilianli-Volksfest gab es Wirbel um den Song „Layla“. Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass der Hit auf Drängen der Stadt dort nicht gespielt werden darf. Die Rheinkirmes Düsseldorf gilt als wesentlich größeres Volksfest. Auf der Rheinkirmes gibt es dutzende Fahrgeschäfte und Festzelte, in denen jeden Abend Bands und DJs für Partystimmung sorgen. Auch eine Mallorca-Party ist geplant. (nb mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Düsseldorf passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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