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Plötzlich Risikogebiet: Ist mein Sommerurlaub in Gefahr – und muss ich stornieren?

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Von: Jan Aimene, Stefanie Knupp

Koffer stehen im Vordergrund in einer Halle
Auch in 2021 läuft das Verreisen noch nicht reibungslos (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/dpa

Die Reisezeit hat begonnen, doch Corona interessiert das nicht. Steigende Zahlen führen dazu, dass Länder zu Risikogebieten erklärt werden. Was bedeutet das für den Urlaub?

Köln – Die Vorfreude auf den Sommerurlaub steigt bei vielen Menschen. Generelle Reisewarnungen gibt es nicht, die Corona-Lage beruhigt sich. Oder doch nicht? Das Beispiel Spanien hat gezeigt, wie schnell das tückische Virus die Situation wieder verändern kann. Ab dem 11. Juli gilt Spanien wieder als Risikogebiet. Das kann momentan auch in anderen Ländern passieren, denn Corona macht im Sommer keine Pause.

Plötzlich ist das Urlaubsziel Risikogebiet – was bedeutet das für die geplante Reise? Und was passiert, wenn für ein Urlaubsland eine Reisewarnung ausgesprochen wird? Viele Urlauber stellen sich natürlich die Frage, ob sie ihre Reise stornieren und ihr Geld zurückfordern können. Oder aber der Reiseveranstalter sagt die Reise von sich aus ab. Wir haben Antworten auf die grundsätzlichen Fragen gesammelt.

Was passiert wenn mein Reiseziel plötzlich Risikogebiet wird?

Grundsätzlich passiert erstmal nichts. Für Länder, die von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft werden, besteht seit dem 1. Juli keine generelle Reisewarnung mehr. Von nicht notwendigen touristischen Reisen rät das Auswärtige Amt zwar ab, grundsätzlich darf aber trotzdem jeder verreisen, wohin er möchte. Beachtet werden sollten in jedem Fall die Bestimmungen für Reiserückkehrer nach Deutschland.

Wem die gebuchte Reise doch zu viel Risiko birgt, kann natürlich stornieren. Dabei fallen aber möglicherweise Storno-Kosten an. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW sehen erste Gerichte in der Einstufung eines Landes oder Region als Risikogebiet bereits die Voraussetzungen für einen kostenfreien Rücktritt von der Reise gegeben, auch dann, wenn keine Reisewarnung (mehr) besteht. Ob eine Reise kostenlos storniert werden kann, hänge aber immer vom Einzelfall ab.

Für mein Reiseziel gilt eine Reisewarnung – was bedeutet das?

Eine Reisewarnung gilt für Länder, die von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiete eingestuft werden. So lange das Zielland keine Einreisebeschränkungen erlassen hat, darf man auch dorthin verreisen. Der Reiseveranstalter kann Reisen durchführen, auch wenn eine Reisewarnung oder eine Teilreisewarnung besteht.

Ob bei einer Stornierung durch den Reisenden Kosten anfallen, hängt vom Reiseveranstalter und der Art der Reise ab. Der ADAC erklärt, dass ein kostenfreier Rücktritt von einer Pauschalreise nur möglich sei, wenn die Anreise oder die Durchführung durch außergewöhnliche Umstände am Urlaubsort erheblich beeinträchtigt ist. Ein starkes Indiz dafür seien Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.  Das Auswärtige Amt selbst schreibt zu dem Thema: „Liegt für ein Land eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor, wurde von den Gerichten für die bisherige Rechtslage ‚höhere Gewalt oder eine erhebliche Gefährdung‘ anerkannt, die zu einem Rücktritt ohne Entschädigung berechtigte.“

Der Veranstalter TUI beispielsweise bietet seinen Kunden in der Regel eine kostenlose Stornierung bei existierender Reisewarnung an, wenn in einem bestimmten Zeitraum gebucht wurde. Der Betrag wird dann zunächst in Guthaben für die nächste Reise umgewandelt, kann dann auch erstattet werden. Grundsätzlich sollte sich jeder Urlauber vor der Buchung bei seinem Reiseveranstalter über die Stornobedingungen informieren.

Reisewarnung: Was ist, wenn der Veranstalter die Reise absagt?

Sagt der Reiseveranstalter die gebuchte Pauschalreise von sich aus ab, darf man sein Geld zurück verlangen. Die Verbraucherzentrale erklärt: „Dabei ist klar festgelegt, dass Rückzahlungen bei Pauschalreisen in Geld erfolgen müssen, wenn der Kunde das wünscht.“ Die Auszahlung in Gutscheinen darf nur erfolgen, wenn der Kunde einverstanden ist. 

Der Reiseveranstalter DER Tour zahlt seinen Kunden das Geld zurück, wenn eine Reise aufgrund bestehender Reisewarnung oder anderer coronabedingter gravierender Einschränkung aktiv abgesagt wird. Auch Alltours erstattet alle Zahlungen von Kunden, die von abgesagten Reisen betroffen sind.

Pauschalreise oder individuelle Buchung: Was ist sicherer?

Laut ADAC hat man bei Pauschalreisen die besseren Chancen auf kostenlose Stornierung, sollte es zu einer weiteren Corona-Welle oder zu einem Lockdown im Urlaubsland kommen. Voraussetzung: „Es müssen außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen oder unmöglich machen.“

Wer lieber einzeln bucht und sich Flug und Hotel selbst zusammensucht, hat auf jeden Fall mehr zu tun. Der Reisende muss sich dann mit Fluggesellschaft, Hotelbetreiber oder Vermieter der Unterkunft gesondert auseinandersetzen. Der ADAC empfiehlt, die Bedingungen im Vorhinein zu klären und sie sich schriftlich bestätigen zu lassen.

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