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Kaufhauskette klagt gegen 2G-Regel im Einzelhandel – entfällt die Corona-Regel?

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Von: Jana Wehmann

Ein Mann hält ein Schild zur 2G-Regel an eine Kaufhausscheibe.
Im Einzelhandel gilt die 2G-Regel (Symbolbild). © Daniel Karmann/dpa

Kritik an 2G im Einzelhandel: Woolworth klagt gegen die Corona-Regel. Auch der Handelsverband kritisiert die Maßnahme vor dem Weihnachtsgeschäft.

Köln – Wer im Geschäft einkaufen ist, muss einen Impf- oder Genesen-Nachweis vorlegen. Denn im Einzelhandel gilt die 2G-Regel. Nicht nur viele Kunden ärgern sich über die Corona-Regel, sondern vor allem auch die Geschäfte im Handel – gerade mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft. Nun klagt auch die Kaufhauskette Woolworth gegen die 2G-Regel im Einzelhandel. Sollte Woolworth mit der Klage im Eilverfahren Erfolg haben, würden auch alle anderen Einzelhändler davon profitieren. Was heißt das?

Corona in NRW: Wo gilt 2G im Einzelhandel?

2G im Einzelhandel: Woolworth klagt gegen Corona-Regel – massive Auswirkungen

Die Kaufhauskette Woolworth hat Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen gegen die 2G-Regelung im Einzelhandel eingereicht. Für das Unternehmen mit Sitz in Unna sei die Corona-Maßnahme im Handel unverhältnismäßig und unangemessen. Denn durch die neue Regel haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zum Geschäft – Ungeimpfte sind ausgeschlossen.

Diese Corona-Regel gilt für den gesamten Einzelhandel – ausgenommen Geschäfte des täglichen Bedarfs. Sollte also Woolworth Recht bekommen und die Klage gewinnen, hätte die Entscheidung des Gerichtes massive Auswirkungen. Denn: Andere Einzelhändler könnten sich auf den Beschluss beziehen – und die 2G-Regel als Zugangsbeschränkung kippen.

Klage gegen 2G im Einzelhandel: Handelsverband kritisiert Corona-Regel

Von der 2G-Maßnahme ist auch der Handelsverband Deutschland, der zahlreiche Einzelhändler vertritt, nicht überzeugt. Im Gegenteil: Der Handelsverband kritisiert die Einführung von 2G im Einzelhandel. So sehe auch der Verband die Vorgaben als „verfassungswidrig und nicht zielführend“ bei der Bekämpfung der Pandemie, heißt es.

„Damit werden viele Handelsunternehmen aus rein symbolischen Gründen in ihrer umsatzstärksten Zeit massiv eingeschränkt. Und das in der wichtigsten Phase des Jahres, dem Weihnachtsgeschäft“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Einkaufen mit Hygienekonzept und Maskenpflicht sei eine sichere Angelegenheit, das Infektionsrisiko beim Einkaufen sei gering, argumentiert der Verband. „Auf dem Rücken des Handels die Versäumnisse in der staatlichen Impfkampagne zu kaschieren – das ist geradezu absurd“, kritisiert Genth die Politik. Viele Geschäfte seien aufgrund der Folgen durch die Corona-Pandemie auf „einen guten Jahresabschluss angewiesen“. Diese Hoffnung sei mit 2G zerstört.

Corona-Regeln in NRW: Lidl, Aldi und Kaufland beziehen Stellung zu 2G

Während der Einzelhandel generell von der 2G-Regel betroffen ist, müssen sich Geschäfte des täglichen Bedarfs – also Supermärkte, Apotheken und Drogerien – nicht an die Corona-Maßnahme halten. Für sie gilt die Regel nicht.

In einzelnen Bundesländern können aber die Supermärkte und Discounter jedoch selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel einführen. Der Supermarktriese Kaufland positioniert sich deutlich: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen“, berichtete Echo24.de. Lidl, der wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe gehört, schließt die 2G-Regel ebenfalls aus. Von Lidl heißt es: „In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht“.

Auch der Discounter Aldi Süd ist gegen die 2G-Regel: „Einzelne Kundengruppen vom Einkauf auszuschließen, würde grundsätzlich unserem Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen“, so der Discounter gegenüber Heidelberg24.

Klage gegen 2G: Entscheidung erst in den kommenden Wochen erwartet

Ob die 2G-Regel bald auch im Handel wieder lockerer wird, bleibt noch abzuwarten. Denn mit einer Entscheidung über den Eilantrag von Woolworth sei in dieser Woche nicht mehr zu rechnen, sagte ein Sprecher des Gerichts. (jaw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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