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Änderung ab Juli: Was Rewe, Aldi, Lidl & Co. jetzt zurücknehmen müssen

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Von: Oliver Schmitz

Ab 1. Juli 2022 kann Elektroschrott in Supermärkten entsorgt werden. In welchen Filialen von Rewe, Aldi und Co. ist die Rückgabe möglich?

Köln – Alte Handys, kaputte Waschmaschinen und elektrische Zahnbürsten: Die Entsorgung Elektrogeräten war bisher mit einem gewissen Aufwand verbunden. Doch das wird sich bald ändern. Ab dem 1. Juli 2022 müssen auch Supermärkte und Discounter Elektroschrott kostenlos zurücknehmen. Dafür gibt es aber gewisse Voraussetzungen.

Juli-Änderung: Elektroschrott in Supermärkten entsorgen – wo das geht

Ab 1. Juli gilt in Deutschland das überarbeitete Elektro- und Elektronikgerätegesetz, welches die Entsorgung von Elektroschrott einfacher machen soll. Denn alle Geschäfte, die selbst dauerhaft oder zumindest wiederkehrend Elektrogeräte anbieten, müssen diesen ab Juli annehmen. Das gilt für Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe und Kaufland, Discounter wie Aldi und Lidl oder auch Drogerien wie dm. Wie viele Elektrogeräte sie im Angebot haben, ist dabei irrelevant. Jedoch gilt die Annahme-Pflicht nur für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmetern.

Alte Elektrogeräte können zwar bereits seit 2016 auch im Handel abgeben werden, jedoch nur bei Elektronik-Geschäften wie Media Markt, Saturn oder Expert. Deshalb blieb der Wertstoff- beziehungsweise Recyclinghof für viele die erste Anlaufstelle beim Entsorgen des Elektroschrotts.

Elektroschrott entsorgen: Juli-Änderung gilt auch für Online-Handel

Die neuen Regelungen für die Elektroschrott-Annahme gelten nicht nur für den stationären, sondern auch den Online-Handel. Auch dieser muss den Service ab 1. Juli 2022 ab einer gewissen Größe kostenlos anbieten. Konkret müssen die Lager- und Versandfläche größer als 400 beziehungsweise 800 Quadratmeter sein. Nur die Transportkosten dürfen Online-Geschäfte in Rechnung stellen. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sollen Online-Händler sogar „aktiv auf diese Möglichkeit hinweisen.“

Elektroschrott entsorgen: Müssen Supermärkte auch Großgeräte annehmen?

Je nach Gerätegröße fallen die Möglichkeiten zur Abgabe bei Supermärkten unterschiedlich aus. Kleineren Elektroschrott unter 25 Zentimeter Kantenlänge (also jede Seite darf nicht größer sein) darf man immer kostenlos abgeben. Dazu gehören unter anderem Smartphones, Toaster oder elektronische Zahnbürsten. Jedoch darf man maximal drei Geräte je „Geräteart“ auf einmal abgeben.

Bei Elektro-Großgeräten sieht das derweil etwas anders aus. Diese können nur bei Kauf eines neuen Geräts kostenlos abgegeben werden. Der Anspruch gilt aber nur bei Geräten der gleichen Kategorie: also ein alter Fernseher kann nur gegen einen neuen Fernseher getauscht werden. Andere Beispiele wären Mikrowellen, Kühlschränke oder Waschmaschinen.

Links Logos von Rewe, Aldi sowie Rossman und rechts ein Haufen kaputter Handys und Smartphones. (IDZRW-Montage)
Elektroschrott kann ab 1. Juli 2022 auch in Supermärkten, Discountern und Drogerien entsorgt werden. (IDZRW-Montage) © imagebroker/Imago & Julian Stratenschulte/dpa

Elektroschrott entsorgen: Umwelthilfe sieht Supermärkte schlecht vorbereitet

Große Skepsis an Umsetzung des neuen Gesetzes zur Annahme von Elektroschrott hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geäußert. Die Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutzorganisation sieht Lebensmitteleinzelhändler dafür „unzureichend aufgestellt“. Das leite sie aus einer aktuellen Umfrage ab unter den 13 größten Supermärkten, Discountern und Drogerien ab. Es sei „schockierend zu sehen, dass viele Unternehmen trotz einer langen Vorbereitungszeit von mehr als einem Jahr noch immer keine verbraucherfreundlichen Konzepte vorlegen können“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Laut der Deutschen Umwelthilfe plant zum Beispiel Aldi Süd die Rückgabe an der Supermarktkasse abzuwickeln. Dies würde Kundinnen und Kunden aber „unter Druck setzen“, kritisiert Verbands-Chefin Metz. Bei Lidl sei dagegen ein Hinweisschild geplant, was wiederum „nicht ausreichend über Rückgaberecht informieren“ würde. „Besonders unzufrieden“ sei man aber mit den Antworten von Edeka und Netto Nord, sagt DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Die Unternehmen wollen die Rückgabe wirklich nur bei Filialen ab 800 Quadratmetern anbieten, was Kunden aber „verwirren würde“.

Die Deutsche Umwelthilfe möchte ab dem 1. Juli bei Testbesuchen die Rücknahme des Elektroschrotts überprüfen. Bei Verstößen möchte man sogar „rechtliche Schritte“ einleiten. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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