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Aldi stellt digitalen Einkaufswagen „Smart Shopper“ vor – ersetzt er bald die Kassen?

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Von: Oliver Schmitz

Ein Einkaufswagen bei Aldi Süd mit dem bekannten Pfand-System (Symbolfoto)
In Zukunft könnten die „smarten“ Einkaufswagen bei Aldi sogar die Kassen ersetzen. (Symbolfoto) © Federico Gambarini/dpa

Aldi Süd hat in Mülheim an der Ruhr einen digitalen Einkaufswagen getestet. Dieser könnte zukünftig sogar die Kassen ersetzen. So funktioniert der „Smart Shopper“.

Mülheim an der Ruhr – Mit ihm könnten Kassen bald komplett überflüssig werden: der „Smart Shopper“. Dabei handelt es sich um einen neuen digitalen Einkaufswagen, den Aldi Süd bis Mitte August in einer Filiale in Mülheim an der Ruhr getestet hat. Mit diesem soll ein Einkauf ganz ohne klassischen Checkout möglich sein – egal ob durch einen Kassierer oder Selbst-Scannen. Denn der Einkaufswagen der Zukunft merkt sich dank Künstlicher Intelligenz selbst, welche Artikel die Kunden in ihn hineinlegen.

Obwohl Aldi Süd die Selbstbedienungs-Kassen ebenfalls erst seit Kurzem testet, könnte also der nächste Evolutionsschritt des zukünftigen Einkaufens bald Realität werden. Auch Konkurrent Edeka hat vor kurzem mit dem „Easy Shopper“ einen sehr ähnlichen digitalen Einkaufswagen vorgestellt.

Digitaler Einkausfwagen bei Aldi: So funktioniert der „Smart Shopper“

Laut der Lebensmittelzeitung stammt die dem „Smart Shopper“ von Aldi zugrundeliegende Technologie von dem israelischen Startup Shopic. Das System besteht demnach aus einem Bilderkennungs-Programm sowie dem Einkaufswagen mit Videokameras und Touchscreen. Durch eine Künstliche Intelligenz (KI) oder besser gesagt „Machine Learning“ verbessert die Software stetig ihre Fähigkeit, verschiedene Artikel im Geschäft voneinander zu unterscheiden – lernt es also.

Dabei werden aber gar keine neuen Einkaufswagen benötigt, sondern das System kann per Klipp-Halterung an gewöhnlichen Trolleys montiert werden. In dem Aufsatz befinden sich eben auch zwei Kameras, die jede Bewegung im Wagen wahrnehmen. Dabei erkennt die Software dann welche Artikel hineingelegt oder wieder herausgeholt werden. Dies soll laut Hersteller „zuverlässig funktionieren“ berichtet die Lebensmittelzeitung. Dabei muss nicht mal der Barcode in die Kameras gehalten werden. Neben der Warenliste können über den Bildschirm auch personalisierte Angebote beziehungsweise Rabatte angezeigt werden.

Nach Abschluss des Einkaufs bezahlen Kunden dann den vom Gerät ermittelten Bon an einem Terminal vor dem Ausgang der Supermarkt-Filiale. Das erspart nicht nur das Anstehen an einer gewöhnlichen Kasse, sondern auch das erneute Scannen aller Produkte.

„Smart Shopper“ bei Aldi: Ersetzt der digitale Einkaufswagen bald die Kassen?

Bisher wurde der „Smart Shopper“ lediglich in einer einzigen Aldi-Filiale getestet. Bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird, möchte der Discounter das Kunden-Feedback abwarten. Gegenüber der LZ erklärte Aldi Süd, dass man vor allem wissen möchte, wie gut der digitale Einkaufswagen angenommen wurde und sich „in die Arbeitsabläufe [der] Filialen“ einfügt. Dies soll nun in der Auswertung geschehen. Die Zukunft des „Smart Shoppers“ ist also noch völlig offen.

Der Anbieter Shopic bietet theoretisch auch noch weitere Möglichkeiten zur Nutzung des smarten Einkaufsaufsatzes. Wird der Scan-Bereich der Kameras erweitert, könnten diese auch die Regale untersuchen. So könnten Mitarbeiter schnell kontaktiert werden, sobald Produkte aufgefüllt werden müssten.

Sollte sich Aldi irgendwann für eine flächendeckende Einführung entscheiden, dürften Kassen nach und nach überflüssig werden. Zuvor könnten wohl die Einkaufswagen ohne Chip oder Münze ein Zwischenschritt werden, da diese bereits in vielen verschiedenen Supermärkten ausprobiert werden. Andere Lebensmittelhändler wie Edeka Südwest gehen aber bereits weiter und testen vollautomatisierte Mini-Shops. Auch in Düsseldorf gibt es ein sehr ähnliches Konzept mit dem digitalen Supermarkt Typy. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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