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Aldi, Edeka und Co.: Nudeln, Couscous und Bulgur könnten teurer werden

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Von: Jana Wehmann

Eine Supermarkt-Mitarbeiterin sortiert ein Nudel-Regal.
Die Preise für Nudeln könnten bei Aldi, Lidl, Edeka und Co. bald steigen (Symbolbild). © Patrick Seeger/dpa

Bei Lidl, Aldi, Edeka und Kaufland ist mit einem Preis-Anstieg für Nudeln, Couscous und Bulgur zu rechnen. Grund dafür ist die schlechte Hartweizen-Ernte.

Köln/Berlin – Nudeln und Pasta sind in Deutschland beliebter denn je. So isst jeder Deutsche im Schnitt 9,5 Kilogramm Nudeln im Jahr – Tendenz sogar steigend, so der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS). Doch bald müssen die Kunden bei Lidl, Aldi, Edeka und Co. für Nudeln wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn die Preise für die Nudeln werden bei den Supermärkten und Discountern in Deutschland voraussichtlich anziehen. Aber wieso werden Nudeln teurer?

Verband VGMS

Der Verband VGMS versteht sich als Dachverband von rund 600 Unternehmen der getreideverarbeitenden Wirtschaft, der Mühlen und der Stärkeindustrie. In den Betrieben werden jährlich rund 12 Millionen Tonnen Getreide und 2 Millionen Tonnen Stärkekartoffeln verarbeitet.

Nudeln bei Aldi, Edeka, Lidl: Preise steigen – kaum Hartweizen vorhanden

Nudeln werden neben Salz, Eiern und Olivenöl vor allem aus Hartweizen hergestellt, dieser ist für die Konsistenz der Teigwaren verantwortlich und schwer zu ersetzen. Doch genau dieser Hartweizen ist für viele Nudel-Hersteller derzeit kaum zu bekommen.

„Eine miserable Hartweizen-Ernte macht Hartweizenmühlen und Teigwarenherstellern zu schaffen: Es gibt zu wenig Ware am Markt“, beschreibt der Verband VGMS die aktuelle Situation. Zusätzlich zur schlechten Ernte steigt aber auch gleichzeitig die Nachfrage nach den Hartweizen-Produkten. Dadurch seien die globalen Lagerbestände geschrumpft.

Die Konsequenz: Die Preise für Hartweizen seien enorm angestiegen. Aktuell koste Hartweizen „beinahe dreimal so viel wie sonst, wenn er überhaupt zu bekommen ist“, so VGMS. „Bei der Herstellung von Teigwaren macht der Rohstoffeinkauf den wichtigsten Posten in der Kalkulation aus“, sagt Peter Haarbeck, VGMS-Geschäftsführer. Steigt der Preis für den Hartweizen, könnten bald auch die Preise für die hergestellten Produkte anziehen. Das würde jedoch nicht nur Nudeln betreffen.

Hartweizen fehlt – diese Produkte könnten bei Lidl, Rewe und Edeka teurer werden

Folgende Produkte werden aus Hartweizen hergestellt:

Nudeln und Hartweizen werden teurer: Extreme Wetter führt zu Ernte-Ausfall

Der Grund für die Hartweizen-Ernteausfälle ist das Wetter. Die extreme Hitze und Dürre in den USA und Kanada sowie Überschwemmungen in Frankreich und zu viel Regen in Mitteleuropa haben die Erntemengen in wichtigen Anbauregionen schrumpfen lassen. Während in Nordamerika deutlich weniger Hartweizen geerntet werden konnte, gab es zwar in Mitteleuropa eine „mengenmäßig gute Ernte“ – allerdings mit keiner guten Qualität, so VGMS.

Hartweizen aus Deutschland: Wenig Ernte

Die acht Hartweizenmühlen in Deutschland vermahlen etwa 400.000 Tonnen, so der Verband. Allerdings entspricht die deutsche Ernte derzeit nur rund 215.000 Tonnen, die den Bedarf an Hartweizen nicht decken.

Aldi, Rewe, Edeka, Kaufland: Leere Nudel-Regale erwartet – Preise steigen

Kunden müssen daher sowohl bei Aldi, Lidl und Penny als auch Rewe, Edeka und Kaufland mit steigenden Preisen für Nudeln, Couscous und Bulgur rechnen. Zwar spricht der Verband eine Entwarnung aus, dass Kunden weiterhin Nudeln im Supermarkt und Discounter bekommen werden. Allerdings: „Nudeln werden sicher nicht ausgehen, aber ob in diesem Jahr alle Regale mit Nudeln so gut gefüllt sein werden wie in der Vergangenheit, ist nicht vorhersehbar“ sagt Guido Jeremias Mitglied im VGMS-Vorstand.

Noch ist unklar, wann sich auch der Preisanstieg des Hartweizens auf die Kunden auswirkt. Fest steht jedoch: „Mit der globalen Erderwärmung wird es vermehrt zu extremen Wetterereignissen kommen, was ohne Zweifel Auswirkungen auf die Getreideernten haben wird – auf Mengen wie auf Qualitäten, so Jeremias weiter. Ein genereller Preisanstieg für Nudeln könnte daher nicht ausgeschlossen sein. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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