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Aldi stellt Angebot um: „Billigfleisch“ soll verschwinden

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Von: Oliver Schmitz

Logo und Schriftzug vom Discounter Aldi Süd, Bayern.
Aldi will sein Angebot ändern – Fleisch der Haltungsform 1 aus dem Sortiment nehmen. (Symbolbild) © K. Schmitt/ Imago

Gibt es in Aldi bald kein Billigfleisch mehr? Das hat der Discounter zumindest vor. In den kommenden Jahren soll sukzessive auf niedrige Haltungsformen verzichtet werden.

Essen/Mülheim an der Ruhr – Spätestens ab 2030 plant der Lebensmitteldiscounter Aldi, nur noch Frischfleisch von Tieren aus höherwertigen Haltungsformen zu verkaufen. Dann soll in den Kühltheken nur noch Fleisch aus Außenklima- und Biohaltung zu finden sein, wie die beiden Unternehmen am Freitag ankündigten. Als Hauptgrund für die Umstellung wird vor allem das Tierwohl hervorgehoben.

Aldi stellt Fleisch-Angebot um: Billigfleisch soll schon früher aus dem Sortiment

Der Plan für den Umstieg beim Frischfleisch soll in mehreren Stufen ablaufen. Bereits bis 2025 möchte Aldi komplett auf Haltungsform 1, oft auch als „Billigfleisch“ bezeichnet, verzichten. Ein Jahr später soll dann ein Drittel des Fleischs beim Discounter aus den Stufen 3 und 4 kommen. Bis 2030 soll bei Aldi dann kein Fleisch der beiden unteren Haltungsstufen zu kaufen sein.

Jedoch ist zu beachten, dass diese Maßnahmen nicht für alle verkauften Fleischprodukte gelten wird, sondern „nur“ für Frischfleisch. Darunter versteht Aldi die großen Nutztiergruppen Rind, Schwein, Hähnchen und Pute. Ausgenommen sind als vor allem „internationale Spezialitäten und Tiefkühlartikel“.

Aldi und andere große Lebensmittelhändler hatten 2019 das vierstufiges System der Haltungskennzeichnung eingeführt. Die Verbraucherzentrale beschreibt die verschiedenen Tier-Haltungsformen auf ihrer Website wie folgt:

Zuletzt war auch ein staatliches Tierwohl-Logo in der Bundespolitik im Gespräch. Dieses wird aber in der aktuellen Legislaturperiode nicht mehr kommen. Supermarkt-Kunden müssen sich also mindestens bis nach der Bundestagswahl gedulden.

Aldi stellt Fleisch-Angebot um: Discounter will Landwirten Zeit für Wechsel geben – Konkurrenz unter Druck

Doch warum möchte Aldi erst ab 2025 auf die niedrigste Haltungsform verzichten? Der Hauptgrund sei, dass man seinen Zulieferern und Landwirten die entsprechende Zeit für den Produktions-Umstieg geben möchten. „Der Fleischmarkt ist ein globales Geschäft mit vielen komplexen Strukturen und Parteien, die sich nicht von heute auf morgen ändern können. Rund 90 Prozent der deutschen Landwirte produzieren heute auf konventionelle Art und Weise“, erklärte Aldi Süd Geschäftsführer Erik Döbele

Verbraucher- und Tierschützer hatten wiederholt kritisiert, dass es bislang kaum Fleisch der höheren Haltungsstufen zu kaufen gebe. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte am Freitag die Ankündigung von Aldi. Entscheidend werde jetzt sein, dass andere Handelsunternehmen diesem Schritt von Aldi folgten.

Bereits im Mai hatte Aldi mit einer Preisoffensive der Konkurrenz den Kampf angesagt. Nun setzten die Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen die Konkurrenz wie Lidl, Penny, Rewe oder Edeka erneut mächtig unter Druck. Aldi selbst erklärte: „Wir hoffen, dass unsere Mitbewerber hier schnell mit ähnlichen Plänen nachziehen.”

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