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Aldi Nord muss Preise künftig besser auszeichnen

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Von: Jana Wehmann

Eine Frau trägt einen Aldi Nord-Korb durch den Discounter.
Aldi Nord verliert eine Klage von der Verbraucherzentrale Hamburg (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte Aldi Nord wegen schlechter Preisauszeichnung verklagt. Nun muss der Discounter die Preise korrekt auszeichnen.

Köln/Hamburg – In den Supermärkten und Discountern in Deutschland gibt es klare Regeln. Nahezu jedes Produkt muss mit einem sogenannten Grundpreis – also die Angaben pro Kilogramm oder pro Liter – versehen sein. Aldi Nord hat dies jedoch nicht immer gemacht. Von der Verbraucherzentrale Hamburg gab es deswegen schwere Vorwürfe. Da sich die beiden Parteien nicht einigen konnten, hat die Verbraucherzentrale Klage gegen die Regionalgesellschaft der Aldi GmbH & Co KG in Horst eingereicht – und nun den Fall auch gewonnen. Was bedeutet das?

Was bedeutet der Grundpreis?

Der Grundpreis steht in der Regel zusammen mit dem Endpreis am Regal und bezieht sich auf ein Kilogramm oder Liter des Produktes.

Aldi Nord falsche Preisauszeichnung: Discounter verliert Klage vor dem Landgericht Itzehoe

Das Landgericht Itzehoe hat nun entschieden: Aldi Nord muss den Grundpreis korrekt angeben. Konkret ging es in dem Fall um einen veganen Aufschnitt der Marke „Mein Veggie-Tag“, die der Discounter laut den Vorwürfen ohne Angaben des gesetzlich vorgeschrieben Grundpreises verkauft hatte.

Aldi
HauptsitzEssen
Standorte11.235
UnternehmenAldi Nord, Aldi Süd

Nach dem Gerichtsurteil, welches die betroffene Aldi Nord Regionalgesellschaft anerkennt, muss der Discounter den Aufschnitt nun mit Grundpreis verkaufen. Doch für die Verbraucherhüter stand der Aufschnitt „stellvertretend für viele weitere Lebensmittel bei Aldi Nord in Hamburg“, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Aldi Nord muss Preise besser auszeichnen – Verbraucherzentrale gewinnt Klage

Denn im Frühjahr hatte die Verbraucherzentrale Hamburg zahlreiche Verstöße gegen die Preisgaben-Verordnung in Geschäften von Aldi Nord festgestellt. Dabei waren die Preise für unter anderem Heidelbeeren, Paprika, Birnen oder auch Weißwein nicht korrekt angegeben. Die Verbraucherzentrale Hamburg spricht von „fehlenden Grundpreisen, falschen Grundpreisen, fehlenden und falschen Preisschildern“ sowie vereinzelt auch von irreführenden Angaben zu Preissenkungen.

Der Discounter Aldi Nord wies die Vorwürfe im Frühjahr jedoch zurück. „Hier wird uns unverblümt vorsätzliche und systematische Täuschung unserer Kundinnen und Kunden bei den Preisauszeichnungen vorgeworfen“, sagte Dr. Axel von Schemm von Aldi Nord auf 24RHEIN-Anfrage. Nun akzeptiert der Discounter jedoch das Urteil vom Landgericht Itzehoe.

Aldi Nord verliert Gerichtsprozess – falsche Preisauszeichnung im Supermarkt üblich

„Aldi Nord muss endlich seine Hausaufgaben machen und die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Man kann nicht mit günstigen Preisen werben und diese dann nur schlampig ausweisen“, sagt Armin Valet, Abteilungsleiter Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Fehlende oder fehlerhafte Grundpreis-Auszeichnungen seien im Einzelhandel jedoch üblich. Da die zuständigen Bezirksämter laut der Verbraucherzentrale jedoch nur selten aktiv werden würden, gebe es auch hier Handlungsbedarf.

„Kein Wunder, dass Händler die Preisauszeichnung auf die leichte Schulter nehmen. Das betrifft nicht nur Aldi, sondern auch andere Händler“, heißt es in der Mitteilung. Für Supermarkt-Kunden bleibt nun zu hoffen, dass viele Einzelhändler das Gerichtsurteil ernst nehmen und den Grundpreis künftig korrekt umsetzen. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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