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Änderung bei Aldi: Bald Lebensmittel online bestellen? Das plant der Discounter

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Von: Jana Wehmann

Das Logo eines Aldi Marktes.
Aldi Süd und Aldi Nord gründen Aldi E-Commerce. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Aldi Nord und Aldi Süd bringen den Service „Aldi liefert“ zusammen und erweitern das Sortiment. Gründet der Discounter den nächsten Online-Supermarkt?

Düsseldorf – Das Geschäft mit dem Online-Lebensmittelhandel boomt. Kein Wunder, denn seit der Corona-Krise in NRW wollen viele Verbraucher ihre Kontakte so gering wie möglich halten. Daher nutzen viele Verbraucher die Angebote von Lebensmittel-Lieferdiensten wie Rewe Bringdienst, Picnic, Gorillas oder auch Amazon Fresh.

Obwohl die Auswahl an Online-Supermärkten groß ist, ist die Branche derzeit sehr attraktiv. Das haben sich wohl nun auch Aldi Nord und Aldi Süd gedacht: Lange hielten sich die beiden Discounter aus dem E-Food-Markt heraus, nun gründen die Unternehmen die „Aldi E-Commerce Verwaltungs GmbH“, um einen einheitlichen Online-Shop zu schaffen.

Aldi E-Commerce: Gründen Aldi Nord und Aldi Süd den nächsten Online-Supermarkt?

Zwar hatten die beiden Discounter mit „Aldi liefert“ ein Online-Angebot, jedoch nicht für Lebensmittel. Denn bislang konnten Verbraucher über das Angebot nur Aktionsprodukte aus dem Non-Food-Bereich – also größere Elektronik- oder Freizeitwaren – erwerben.

Nun wagt Aldi den nächsten Schritt und bringt „Aldi liefert“ mit dem neuen Unternehmen Aldi E-Commerce unter einem Dach zusammen. Das Ziel sei es, den Kunden „einen einfachen Einkauf ohne regionale Differenzierung mit echtem Mehrwert [zu] schaffen“, sagt Nastaran Amirhaji auf 24RHEIN-Anfrage. Der Sitz des neuen Aldi-Unternehmens ist in Düsseldorf.

Die künftige Sortimentsgestaltung von „Aldi liefert“ werde sich auch weiterhin an den Kundenbedürfnissen orientieren. Laut eines Berichts der Lebensmittelzeitung setzt Aldi nun auch Lebensmittel auf die Agenda. Der Geschäftszweck ist der Online-Handel „insbesondere mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs“, wie aus einem Auszug des Handelsregisters ersichtlich wird. Um einen möglichen Einstieg in den Bereich Lebensmittel-Lieferdienst voranzutreiben, nimmt Aldi* bereits Änderungen vor, berichtet Ruhr24*.

Obwohl die Angaben bedeuten würden, dass sich Aldi nun künftig auch auf Lebensmittel-Bestellungen konzentrieren könnte, betont der Discounter jedoch, dass der Fokus auch weiterhin im Non-Food-Bereich liege. „Wir konzentrieren uns dabei vorrangig auf attraktive Non-Food-Produkte – zum Beispiel aus den Bereichen Elektronik, Life-Style, Freizeit – bieten aber auch Wein, Tiernahrung und Convenience-Artikel an. Ein umfassendes Lebensmittel-Angebot zählt indes nicht zum Repertoire von ‚Aldi Liefert‘“, sagt Amirhaji auf 24RHEIN-Anfrage. Das genaue Produktsortiment des neuen Angebots ist derzeit noch nicht ersichtlich, es bleibt daher abzuwarten, ob Aldi nun auch Lebensmittel anbieten wird.

Aldi Süd und Aldi Nord gründen Aldi E-Commerce: Einheitlicher Online-Shop

Noch vor wenigen Wochen hielt sich Aldi auf 24RHEIN-Anfrage bezüglich ihrer Online-Aktivitäten bedeckt. „Wir verfolgen die Entwicklungen im Online-Handel sehr genau und bieten mit ‚Aldi liefert‘ einen Lieferdienst für ausgewählte Aktionsartikel an. Selbstverständlich beobachten wir vor dem Hintergrund einer wachsenden Digitalisierung im Handel nicht nur in den Aldi Filialen neue und spannende Angebote für unsere Kunden, sondern prüfen auch darüberhinausgehende Möglichkeiten im Bereich E-Commerce“, sagte Annika Büschken auf 24RHEIN-Anfrage.

Wann die gemeinsame Website von „Aldi liefert“ gelauncht wird, lässt der Discounter noch offen. Aktuell bietet Aldi lediglich Elektro- und Haushaltswaren an.

Online-Supermärkte: Rewe und Picnic verzeichnen hohe Nachfrage

Verwunderlich ist es auf jeden Fall nicht, dass sich Aldi nun auch stärker auf das Online-Geschäft fokussieren möchte. Denn viele Online-Supermärkte verzeichnen derzeit eine enorm hohe Nachfrage. So kann es beim Rewe Bringdienst zu einer Wartezeit von etwa zwei Wochen kommen.

Auch Picnic hat erst kürzlich seine Liefergebiete und Neuss und Mönchengladbach erweitert. Neben den beiden bekannten Lieferdiensten expandieren aber auch kleinere Start-ups. So hat Gorillas nun auch Köln-Ehrenfeld an sein Liefergebiet angeschlossen. (jaw) *Ruhr24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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