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Aldi Nord und Aldi Süd: Unterschiede und Gemeinsamkeiten, wo die Grenze in Deutschland verläuft

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Die Logos von Aldi-Süd und Aldi-Nord nebeneinander.

Je nach Gebiet kann man im Rheinland sowohl bei Aldi-Süd als auch bei Aldi-Nord einkaufen gehen. © Steinberg/Förster/dpa

Aldi Nord und Aldi Süd haben von Deutschland aus die Welt erobert. Die Geschichte der Discounter-Giganten und wie der „Aldi-Äquator“ entstanden ist.

Essen – Als Anna und Karl Albrecht sen. 1913 einen Tante-Emma-Laden im Essener Stadtteil Schonnebeck eröffneten, legten sie damit den Grundstein für das Imperium von Aldi Nord und Aldi Süd. 1945 übernahmen die beiden Söhne des Paares, Karl Albrecht (1920–2014) und Theo Albrecht (1922–2010) den kleinen Bedien-Laden, der ein überschaubares Lebensmittelsortiment zu günstigen Preisen anbot.

Später eröffnete das Brüderpaar weitere Filialen und hatte Anfang der 60er-Jahre ein Netz aus 300 kleinen Läden errichtet. Diese Geschäfte der Albrecht KG waren jedoch als klassische „Stubenläden“ immer noch mit Bedienung konzipiert und konnten bald nicht mehr mit den modernen Vollsortiment-Supermärkten von Rewe und Edeka mithalten. Ein neues Konzept musste her.

Vor der Trennung in Aldi Nord und Aldi Süd: Sortiment und Vertrieb

Um ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, setzten Karl und Theo Albrecht vor allem auf den Preis. Sie schufen das Aldi-Prinzip als Gegenentwurf zu den Hochglanz-Ketten. Die Discounter der ersten Stunde ließen alles weg, was unnötige Kosten verursachte: Werbung, Deko, teure Möbel und sogar das Auspacken. Die Lebensmittel wurden in Paletten oder aus den Kartons heraus verkauft. Statt einer Etikettierung musste das wenige Personal die Preise auswendig lernen. Auch gab es im Sortiment keine Doubletten, das heißt, Produkte wurden nicht mehrmals von verschiedenen Marken angeboten. Den Läden mit dieser innovativen Vertriebsform gaben die Gebrüder Albrecht den Namen ALDI (AL-brecht DI-scount). Von einer Teilung in Aldi Nord und Aldi Süd war zu Beginn noch keine Rede.

Die Grenze: Hier verläuft der Aldi-Äquator

Der Erfolg von Aldi war durchschlagend und die Albrechts expandierten weiter. Zwischen den Brüdern kam es jedoch zu Spannungen. 1961 entschieden sie schließlich, sich zu trennen und die Albrecht KG in Aldi Nord und Aldi Süd aufzuteilen. Der ältere Bruder Karl Albrecht übernahm die Südhälfte, Theo Albrecht die Nordhälfte – mit eigener Verwaltung und unterschiedlichem Logo. Die Grenze der Hoheitsgebiete, auch „Aldi-Äquator“ genannt, verläuft quer durch Deutschland. Im Westen auf Höhe der beiden Firmensitze Essen (Aldi Nord) und Mülheim an der Ruhr (Aldi Süd) und im Osten an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern. 

Aldi im Ausland: In welchen Ländern es Aldi Süd und Aldi Nord gibt

Auch die internationalen Expansionen haben Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. So ist Aldi Nord in den Niederlanden, Polen, Dänemark, Portugal, Frankreich und Spanien vertreten – Aldi Süd dagegen in Österreich, Italien, den USA, Großbritannien und Australien.

Unterschiede in der Unternehmensführung

Aldi Nord und Aldi Süd setzten lange fast ausschließlich auf günstige Eigenmarken. In den vergangenen Jahren machten sinkende Umsatzzahlen jedoch deutlich, dass ein reiner Fokus auf den Preis nicht mehr zeitgemäß war. Während Aldi Nord trotzdem lange an dem eisernen Sparprinzip festhielt, zeigte sich Karl Albrecht offener und unternahm schrittweise Anpassungen wie:

Aldi Nord erkannte die Notwendigkeit, seine Strategie anzupassen, erst viel später. Die Folge waren ein Modernisierungsstau und im Jahr 2018 sogar erstmals rote Zahlen.

Kommt jetzt die Zusammenführung?

Aktuell rücken Aldi Süd und Aldi Nord wieder näher zusammen – sogar von einer Zusammenführung ist die Rede. Fest steht, dass die Eigenmarken der beiden Aldi-Ketten vereinheitlicht werden sollen, um Kosten zu bündeln. Auch im Einkauf soll gemeinsame Sache gemacht werden. Die Tatsache, dass IT-System und Zahlungsabwicklung ebenfalls aufeinander abgestimmt wurden, lässt vermuten, dass Aldi Süd und Aldi Nord nach über 60 Jahren Trennung wieder zusammenfinden.

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