Test-Filiale in England

Discounter-Revolution: Aldi setzt auf unverpackte Ware – Nudeln und Reis zum Abfüllen

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Der Discounter testet eine Unverpackt-Station.
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Um Verpackungsmüll einzusparen, testet Aldi eine Unverpackt-Station. Bislang gibt es das Angebot nur in England, der Discounter hat allerdings bereits konkrete Pläne.

Köln – Die Supermärkte und Discounter in Deutschland entwickeln derzeit nicht nur moderne Mini-Shops, wie Edeka in Renningen, sondern setzten sich auch für die Umwelt ein. So hat erst kürzlich der Discounter Lidl eine „Rette mich Box“ eingeführt, durch die unschönes Obst und Gemüse eine zweite Chance erhalten und günstiger verkauft werden.

Um Verpackungsmüll einzusparen, testet nun Aldi zum ersten Mal eine Unverpackt-Station – wenn auch zunächst nur in England. Sollte die Testphase allerdings erfolgreich ablaufen, hat der Discounter bereits konkrete Pläne. Und könnte sich in die Reihe der Unverpackt-Läden zumindest teilweise einreihen.

Aldi testet Unverpackt-Station: Lose Nudeln und Reise zum Abfüllen

Unverpackt-Läden, die lose Lebensmittel zum Abfüllen verkaufen, werden seit einigen Jahren immer beliebter. Seit Mitte April bietet nun auch der Bio-Markt Alnatura an einer Unverpackt-Station flüssige und feste Naturkosmetik und Reinigungsmittel an.

Wenngleich Alnatura den Fokus auf Drogerie-Produkte legt, konzentriert sich Aldi auf sein Kerngeschäft: Lebensmittel. Diese werden unverpackt und lose an der Station gelagert. Wer die Produkte kaufen möchte, füllt sich die Lebensmittel selbst ab. Dafür stellt Aldi kostenfreie Papiertüten, die recycelbar sind und aus FSC-zertifiziertem Material bestehen, zur Verfügung. Ob die Kunden auch mitgebrachte Behälter zum Abfüllen verwenden können, beantwortet Aldi UK auf 24RHEIN-Anfrage jedoch nicht.

Die Menge kann der Kunde jedoch selbst entscheiden, die Produkte werden nach Gewicht abgerechnet. Diese unverpackten Produkte bietet Aldi an der ersten Teststation an:

  • Basmatireis
  • Brauner Reis
  • Penne-Nudeln
  • Vollkorn-Fussili

Testphase in England: Gibt es Aldi Unverpackt-Stationen bald überall?

Damit wagt sich der Discounter auf einen neuen Geschäftsbereich und startet zunächst eine Testphase. Die erste Version der Unverpackt-Station befindet sich in einer Aldi-Filiale in Ulverston (Cumbria) in England. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Wegen, um Kunststoffabfälle zu reduzieren und Verpackungen einzuschränken, da sich viele unserer Kunden zunehmend der Umwelt und ihrer Auswirkungen bewusst sind“, sagt Richard Gorman von Aldi in einer Mitteilung.

Sollte die Unverpackt-Station jedoch positiv angenommen werden, plant Aldi, die Unverpackt-Station in Zukunft auf weitere Märkte auszuweiten. Ob die Erweiterung zunächst nur England betreffe oder das gesamte Aldi-Netz, ist bisher nicht klar. Um die unverpackte Verkaufsmöglichkeit zu optimieren, möchte der Discounter das Feedback der englischen Kunden für weitere Filialen nutzen.

Plastik-Einsparung durch Unverpack-Station

Durch die Umstellung auf die Unverpackt-Station, könnten mehr als 130 Tonnen Plastik aus den Filialen abgeschafft und eingespart werden, so die Angaben von Aldi.

Wie lange die Testphase dauert, lässt Aldi noch offen. Vor allem in ländlicheren Regionen, wo es keine Unverpackt-Läden gibt, könnte der Discounter eine Lücke schließen. Um die Nahversorgung auch in kleinen Gemeinden zu sichern, hat die Rewe-Tocher Billa einen Container-Shop entwickelt. (jaw)

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