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Aldi Süd will in die Innenstädte – und startet Vorbereitungen

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Von: Stefanie Knupp

Eine Filiale von Aldi Süd in einer Einkaufsstraße
Aldi Süd glaubt an die Innenstadt: In Düsseldorf gibt es eine Filiale mitten in der Altstadt. © Aldi Süd

Aldi Süd treibt seine Innenstadt-Expansion voran. Der Discounter will Projekte mit entwickeln und eröffnet dafür eigene Büros – unter anderem in Köln.

Mülheim an der Ruhr – Der Discounter-Riese Aldi Süd hat ein Auge auf Innenstädte geworfen und will sich bei Projekten der Stadtentwicklung aktiv mit einbringen. Um das zu bewältigen hat Aldi Süd eine zentrale Anlaufstelle Anlaufstelle für Kooperationen geschaffen und eröffnet zusätzlich „Local offices“ in vier deutschen Großstädten. Das teilte der Discounter in dieser Woche mit.

„Wir glauben an die Innenstadt“, sagt Jan Riemann, der bei Aldi Süd als Director Property Cooperation zentraler Ansprechpartner für überregionale Kooperationen im Immobilienbereich ist. „Wir möchten die Innenstadt beleben und weiterentwickeln, um noch näher an unseren Kunden zu sein. Kurze Wege machen das Einkaufen einfach und verringern die Verkehrsbelastung in den Städten.“

Aldi Süd passt sich an veränderte Standentwicklung an

Immer häufiger leiden deutsche Innenstädte unter Leerständen. Einzelhändler müssen sich wegen des boomenden Onlinehandels zurückziehen oder bevorzugen Geschäftsräume in Einkaufszentren. Wo sich vor einigen Jahren in Einkaufsstraßen noch ein Geschäft ans nächste reihte, geht man in Nordrhein-Westfalen vielerorts nur noch an leeren Schaufenstern vorbei. Kommunen entwickeln dort deshalb vor allem Konzepte, die einen Mix aus Wohnen, Dienstleistung und Einkaufen vorsehen.

Der Discounter aus Mülheim an der Ruhr will sich dieser Entwicklung offenbar anpassen. „Vor diesem Hintergrund gewinnen lebensmittelgeankerte Immobilien in integrierten Lagen deutlich an Attraktivität“, schreibt der Discounter in einer Pressemitteilung, und will deshalb „Ideen und maßgeschneiderte Nutzungskonzepte, von denen unsere Partner genauso profitieren wie die Infrastruktur und die Lebensqualität vor Ort“ bieten. In Köln beispielsweise entsteht derzeit ein Aldi Süd mitten im Belgischen Viertel. In Düsseldorf gibt es auf der Flinger Straße eine Aldi-Süd-Filiale direkt in der Altstadt.

Aldi Süd eröffnet Büro in Köln und drei weiteren Metropolen

So wie Aldi Süd es beschreibt eine Win-win-Situation, in der der Discounter seine „City-Expansion“ vorantreiben und gleichzeitig Akteure vor Ort unterstützen kann. Um diese Mammutaufgabe kümmert sich jetzt eine überregionale Anlauflaufstelle. „Sie erleichtert die Entwicklung neuer Partnerschaften sowie die Pflege und Betreuung bestehender – etwa die Zusammenarbeit mit Drogeriemärkten, Kaufhäusern oder anderen Unternehmen.“

In den Metropolen Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München eröffnet Aldi Süd sogar eigene Projektentwicklungsbüros, die auf die Entwicklung eben solcher Mix-Immobilien spezialisiert sind. Mitten in der Stadt einen Standort mit Gastronomie, Einzelhandel und einer Kita auf dem Dach zu planen, ist deutlich komplexer als der Bau einer alleinstehenden Filiale im Grünen“, sagt Jan Riemann. „Deshalb bündeln wir unsere Expertise.“

Aldi Süd war zuletzt in den Schlagzeilen, als der Discounter jetzt einen neun Jahre dauernden Rechtsstreit verlor: Das Oberlandesgericht München hat entschieden: Das Aldi Champagner-Sorbet darf nicht Champagner heißen. (sk)

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