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Erster Amazon Fresh Store eröffnet in Europa – keine Kassen, dafür aber Videoüberwachung

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Von: Jana Wehmann

Ein Mann steht im Amazon Fresh Go Shop und schaut sich Blumen an.
Amazon eröffnet ersten kassenlosen Shop in Europa. © Victoria Jones/dpa

Erster Amazon Fresh Store eröffnet in Europa. Im Geschäft in London können Verbraucher einkaufen, ohne sich an einer Kasse anzustellen. Diese gibt es dort nämlich nicht.

Köln – In vielen deutschen Supermärkten können Verbraucher wie bei Rewe, dm oder Rossmann einfach das Smartphone aus der Tasche zücken und bezahlen. Was für den deutschen Markt innovativ klingt, ist in den USA und auch in Großbritannien längst keine Neuheit mehr.

Denn während Verbraucher in Deutschland sich noch an einer Kasse anstellen müssen, können Londoner seit vergangener Woche einkaufen, den Laden verlassen und die Bezahlung erfolgt automatisch – ohne, dass sie sich extra an einer Kasse anstellen müssen. Denn im neuen Amazon Fresh Shop, der kürzlich seinen ersten Standort in Europa eröffnete, erfolgt die Bezahlung kassenlos. Schon jetzt warnen Datenschützer vor dem Supermarkt ohne Kassen.*

Amazon Go gibt es bereits in den USA

Auch wenn der Amazon Fresh Store der neuste seiner Art in ganz Europa ist, in Amerika gibt es das Konzept schon länger. Dort gibt es 28 Amazon Go-Läden in Seattle, Chicago, San Francisco und New York.

So funktioniert der Amazon Fresh Store in London

Das Konzept des Amazon Fresh-Ladens ist schnell erklärt: Kunden nehmen sich die Waren aus dem Regal und verlassen das Geschäft – ohne sich an einer Kasse anstellen zu müssen. Aber wie funktioniert das?

Da das gesamte Geschäft mit unzähligen Kameras, die jede Bewegung scannen, ausgestattet ist, erkennt das System, wer welche Produkte in die Hand nimmt und in den Warenkorb legt. Ergänzt wird das Konzept durch Sensoren, die in Regalböden registrieren, wenn ein Produkt entnommen wurde. Wenn die Amazon-Kunden den Laden verlassen, erfolgt die Abbuchung des Geldes automatisch über das Amazon-Konto.

Für Verbraucher wird der Einkauf durch das Konzept noch einfacher, schneller und bequemer. Denn obwohl viele Einzelhändler bereits auf Selbstbedienungskassen oder auf „Scan&Go“ – welches es Verbrauchern beim Einkauf ermöglicht, die Ware selbst zu scannen und über einen Code am Kassenterminal zu bezahlen – setzen, entfällt in den Amazon Fresh Läden der gesamte Bezahlprozess inklusive Scannen und Abwiegen der Produkte.

Eröffnung des Amazon Fresh Shops in London – die Produkte

Das Sortiment des Amazon Fresh Geschäftes ist gezielt auf Verbraucher abgestimmt, die auf den Weg zur Arbeit oder nach Hause sind. Daher gibt es in dem Amazon-Laden gekühlte Waren, Tiefkühl-Produkte und vor allem Snacks für unterwegs.

Da in dem Shop allerdings auch kleine Einkäufe erledigt werden können, bietet der Amazon Fresh Shop neben Snacks und To Go-Gerichten auch grundlegende Nahrungsmittel an. Zudem haben Verbraucher die Möglichkeit, Bestellungen abzuholen und zurückzusenden.

Eine Frau läuft an einer Kühltheke im Amazon Fresh Store in London vorbei.
So sieht der neue Amazon Fresh Store in London aus. © Victoria Jones/dpa

Amazon setzt auf Künstliche Intelligenz: Erster Amazon Fresh in Europa

Zwar ermöglichen es die Kameras und Sensoren das kassenlose Bezahlen einzuführen, dennoch werden die Verbraucher dadurch rund um die Uhr beobachtet. Denn jede Bewegung wird letztlich registriert. Bisher ist Amazon das einzige Unternehmen, welches lediglich auf Video- und Sensor-Technik setzt.

In Deutschland existieren bisher keine Einzelhändler, die auf dieses Konzept setzen. Im neuen vollautomatisierten Minishop von Edeka in Renningen sucht zwar ein Roboter die bestellten Produkte aus den Regalen, bezahlen müssen Verbraucher aber dennoch. Ähnlich funktioniert auch das Konzept von Typy in Düsseldorf, der in Kürze einen zweiten Standort eröffnen wird. Noch bevor Verbraucher an dem Geschäft sind, können sie bereits vorab ihre Waren per App bestellen. Anschließend stellt ein Roboter die Bestellung abholbereit zusammen. (jaw) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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