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Wie reagieren Bäckereien in NRW auf die Energiekrise?

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Von: Nina Büchs, Oliver Schmitz

Hohe Energiekosten und Personalmangel stellen Bäckereien in NRW vor Herausforderungen. Kürzere Öffnungszeiten und Preisanpassungen sind nicht ausgeschlossen.

Köln – Ab November stehen Kundinnen und Kunden der Bäckere „Stinges“ sonntags vor geschlossenen Türen. Die Bäckerei-Kette aus NRW muss nicht nur wegen der steigenden Energiekosten zu dieser Maßnahme greifen. Doch wie ist die Situation bei anderen Betrieben in NRW? Drohen Einschränkungen für Kundinnen und Kunden? 24RHEIN hat sich bei einigen Bäckereien nachgefragt.

Energiekosten: Bäckerei reagiert mit kürzeren Öffnungszeiten – die Gründe

Ein Bäcker hält ein frische gebackenes Brot in der Hand.
Die meisten Öfen von Bäckereien werden noch mit Gas betrieben. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Im Gegensatz zu manch anderen Branchen haben Bäckereien gleich mit verschiedenen Kostensteigerungen zu kämpfen. Allen voran sind die steigenden Gaspreise sind ein großes Problem, da laut dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks rund 70 Prozent der Betriebe ihre Öfen mit Gas betreiben.

Hinzu kommen die aber die ebenfalls starken Preiserhöhungen bei Lebensmittel-Rohstoffen wie Mehl, Zucker oder Butter. In der Folge musste eine Kölner Traditionsbäckerei musste sogar ganz dicht machen. Ganze 90 Jahre lang gab es dies, doch die vielen Krisen machten den Weiterbetrieb unmöglich.

Doch die aktuelle Krise hat vor allem noch einen weiteren Faktor: der anhaltenden Personalmangel im Einzelhandel. Dieser betrifft eben auch viele Bäckereien, die oftmals kaum neue Mitarbeitende finden. Denn auch die Personalkosten sind spätestens mit der Erhöhung des Mindestlohns Anfang Oktober nochmals nach oben gegangen.

Bäckereien in NRW: So reagieren Kamps, Kraus und Schneider

Wie Bäckereien haben auch viele weitere Branchen stark mit der Energiekrise zu kämpfen. So haben einige Thermen und Saunen ihre Öffnungszeiten reduziert. Derweil erwägen manche Gartencenter und Baumärkten sogar komplette Filial-Schließungen im Winter.

NRW-Bäckereien in der Krise: Laumann fordert mehr Hilfen vom Bund

Um den Problemen der Bäckerei-Branche entgegenzuwirken, hat NRW-Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann die Bundesregierung aufgefordert, in der Energiekrise mehr für kleine und mittlere Betriebe zu tun. „Die Maßnahmen der Bundesregierung sind bisher für Betriebe keine nennenswerte Hilfe. Das muss sich ändern. Preissenkende Maßnahmen sind jetzt dringend erforderlich“, sagte der CDU-Politiker der dpa und ergänzte: „Kleine und mittlere Betriebe sind jedoch das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand und Beschäftigung in unserem Land. Und so muss das auch bleiben.“

Die Zahl der Betriebe und Beschäftigten im NRW-Bäckerhandwerk ging bereits im letzten Jahrzehnt deutlich zurück. Laut Statistischen Landesamt sank die Zahl der Betriebe von 2272 in 2008 auf 1350 im Jahr 2019. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Beschäftigten von 51.067 auf 48.154 zurück. Dabei sank der Umsatz mit 3,34 Milliarden Euro um knapp 3,5 Prozent. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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