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Supermarkt-Kunde von Biersorte empört: „Auf so vielen Ebenen falsch“

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Von: Mick Oberbusch

Kölsch, Alt und Költ (Montage).
Kölsch + Alt = Költ? Ja, wenn es nach einer Brauerei aus Monheim geht, die das „Mischbier“ jüngst auf den Markt gebracht hat (IDZRW-Montage). © Jörg Carstensen/dpa & Költ Bier/dpa

Eine Brauerei aus Monheim bringt mit dem „Költ“ eine Bier-Mischung aus Kölsch und Altbier auf den Markt. Das kommt jedoch nicht überall gut an.

Köln – Dass es zwischen Köln und Düsseldorf eine waschechte Rivalität gibt, sollte inzwischen wohl auch der letzte Mensch im Rheinland mitbekommen haben. Einer der Streitpunkte: Wer hat das bessere Bier? Denn während die Kölner natürlich unisono auf Kölsch schwören, wird in der Landeshauptstadt von NRW bekanntlich Alt präferiert. Doch warum eigentlich nicht beides kombinieren und als „Friedensbier aus dem Rheinland“ verkaufen? Das dachte sich wohl auch eine Brauerei aus Monheim (Kreis Mettmann) – und brachte das „Költ“ auf den Markt, welches inzwischen auch schon in Supermärkten wie Edeka vertrieben wird.

„Költ“: Mischung aus Kölsch und Altbier – Unterschiede der beiden Bier-Sorten

Ein möglicherweise sogar nett gemeintes Friedensangebot der Brauerei – was bei den Kundinnen und Kunden bislang jedoch nicht sonderlich gut ankommt. So postete ein Twitter-User jüngst ein Foto des „Mischbieres“ auf der Social-Media-Plattform und tat auch gleich seine Meinung kund: „Das ist auf so vielen Ebenen einfach falsch... Edeka was stimmt denn nicht mit dir?“, schreibt er unter den Post, der ein „Költ“-Werbeplakat mit der Aufschrift „Köln und Düsseldorf unter einer Krone“ zeigt.

„Költ“ will Altbier und Kölsch mischen – Idee kam von Studenten 2014 in Düsseldorf

„Als junge Studenten kamen wir 2014 in der Düsseldorfer Altstadt mit Kölner Freunden auf die Idee. Ein gemeinsames Bier, dass die besten Eigenschaften von Kölsch und Alt vereint und den Streit zwischen Köln & Düsseldorf Schluck für Schluck besiegelt“, erklärt die Brauerei, die das Projekt via Crowdfunding finanzierte, selbst ihre Entstehungsgeschichte – doch ob dieses noble Vorhaben tatsächlich in die Realität umzusetzten ist? Mangelnden Einsatz kann man hier jedenfalls nicht vorwerfen: Insgesamt sind bereits vier Biere der Brauerei, unter anderem auch ein „Költ Radler“ oder „Költ alkoholfrei“ auf dem Markt.

Besiegt das „Költ“ die Rivalität zwischen Köln (Kölsch) und Düsseldorf (Alt)?

Kölsch und Alt – die größten Unterschiede

 Das Kölsch ist von heller, goldgelber Farbe, Alt ist eher dunkler. Das liegt am Malz; beim Alt wird dieses länger geröstet und erhält so seine Färbung.

► Vom Geschmack her wird das Alt als malziger, herber und bitterer als das mildere Kölsch wahrgenommen.

► Mit acht bis zehn Grad Celsius liegt die Verkostungstemperatur etwas über dem Kölsch, das am besten bei sechs bis acht Grad Celsius getrunken wird.

► In einem Punkt ist das Kölsch laut dem Brauereiverband NRW dem Altbier unumstritten überlegen: Mit einem fast doppelt so hohen Marktanteil ist es umsatzstärker als sein lokaler Nachbar.

Ob sich das „Költ“ auch in den Kiosk- und Supermarkt-Regalen etabliert und die „Friedensmission“ weiter vorantreiben kann, bleibt abzuwarten. Es sollte jedoch auch niemanden überraschen, wenn Kölnerinnen und Kölner weiter beim Kölsch sowie Düsseldorferinnen und Düsseldorfer weiter beim Alt bleiben. Denn mit ein bisschen Rivalität schmeckt das Bier doch immer noch am besten. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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