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„Vertical Farming“: Salat wächst auf Supermarkt-Parkplatz

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Von: Oliver Schmitz

Die österreichische Rewe-Tochter „Billa“ testet in Wien „Vertical Farming“. Salate und Kräuter werden dabei auf einem Supermarkt-Parkplatz angebaut.

Wien – Nachhaltigkeit spielt auch in der Supermarkt-Branche eine immer größere Rolle. Vor allem der Obst- und Gemüse-Anbau wird zunehmend regionaler gestaltet. Während zum Beispiel Kaufland ein Mega-Gewächshaus in Deutschland baut, geht die Rewe-Gruppe einen anderen Weg. Bei einer deutschen Rewe-Filiale wächst Basilikum auf dem Dach und bei einer österreichischen Billa-Filiale bald auf dem Parkplatz. Die Supermarkt-Kette testet in Wien „Vertical Farming“.

Salat auf Parkplatz angebaut: Direkt vor Supermarkt

Links ein „Vertical Farming“-Container auf dem Parkplatz einer Billa-Filiale in Wien und rechts Kräuter in einem „Vertical Farming“-Container. (IDZRW-Montage)
Die Rewe-Tochter „Billa“ will das „Vertical Farming“ noch weiter ausbauen. (IDZRW-Montage) © BILLA / Harson

Als erste österreichische Supermarkt-Kette steigt Billa ins „Vertical Farming“ ein. Die lokale Anzucht von Salaten und Kräutern wird in einem Schiffscontainer vor der Billa Plus-Filiale in der Wienerbergstraße in Wien getestet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Dabei werden die Pflanzen übereinander auf mehrere Ebenen angebaut und direkt nach der Ernte im Markt verkauft. Pro Monat sollen dabei 2000 bis 3000 Salate und Kräuter gezüchtet werden. Diese Pflanzen gibt es zum Start:

Die Kräuter und Salate werden bei Billa alle mit Erdpresswürfel verkauft, „um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten“, sagt das Unternehmen. Zudem stammen alle Setzlinge aus Österreich. Die Rewe-Tochter hat für das Vertical Farming mit dem israelischen Agrartechnik-Unternehmen Vertical Field kooperiert. Bereits seit Ende Juli werden die Pflanzen auf dem Billa-Parkplatz in Wien angebaut. Kunden können Kräuter und Salat durch eine Glasscheibe beim Wachsen zu sehen. Die erste Ernste gibt es dann in der „zweiten Augusthälfte“

Was ist „Vertical Farming“?

Vertical Farming bezeichnet den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln in die Höhe. Dabei werden Kräuter, Salate und Co. in verschiedenen Reihen übereinander „gestapelt“. Da dadurch auf engeren Raum mehr Pflanzen angebaut werden können, spart man sich viel Platz. Deshalb gilt Vertical Farming als gute Option für lokalen Lebensmittelanbau in Großtädten. Da es sich dabei um Gewächshäuser handelt sind Obst und Gemüse auch das ganze Jahr erhältlich.

Vertical Farming gilt vor allem als deutlich nachhaltiger als gewöhnlicher Feld-Anbau. Neben den kürzeren Transport-Wegen zu Supermärkten, wird dabei 90 Prozent weniger Wasser verbraucht, 50 Prozent weniger CO2 ausgestoßen und braucht 30-braucht mal weniger Fläche. Auch Pestizide werden durch die geschützte Umgebung eigentlich nie benötigt.

Supermärkte setzen mehr auf regionalen Anbau – Rewe, Edeka und Aldi

Auch wenn der erste Vertical Farming-Container von Billa gerade erst steht, plant die österreichische Supermarkt-Kette bereits einen weiteren Container in der Umgebung von Wien. Wenn die Tests gut laufen, „sollen weitere Container vor ausgewählten Billa Plus Märkten aufgebaut werden“, sagt das Unternehmen.

Auch Rewe will weitere „Green Farming“-Filialen bauen, die unter anderem Kräuter auf dem Dach anbauen. Edeka hat auch bereits den Salat-Anbau direkt im Supermarkt getestet. Bei Aldi gibt es derweil einen Kräutergarten in der weltweit größten Filiale. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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